Community / / Verdi droht Lufthansa mit neuen Streiks

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Beitrag vom 03.08.2022 - 10:01 Uhr
Userrambazamba123
User (101 Beiträge)
Ich wünsche den Mitarbeitern und ver.di, dass sie die Forderungen zu 100% durchsetzen können.

Meine volle Rückendeckung, auch für etwaige längere Streiks in der Hauptreisezeit, falls die LH Führung weiterhin bockt.
Beitrag vom 03.08.2022 - 14:00 Uhr
UserEK787
User (76 Beiträge)
Bei allem Verständnis dafür das man mehr Geld verdienen möchte und muss: Für diese ganzen Gewerkschafts Erpresserbanden habe ich NULL Verständnis. Da wird verhandelt und gleichzeitig wieder gedroht.

Für mich ist dieses Verhalten, exakt das selbe als wenn jemand eine Bank überfällt, Geiseln nimmt und droht diese zu erschiessen wenn er kein Geld bekommt. Nichts anderes ist das, denn der Arbeitgeber (egal wie man zu dem steht) wird hier schlicht weg erpresst. Entweder du gehst auf meine Forderungen ein, oder das passiert. Das schlimme dabei ist dazu noch, dass die Konsequenz der Erpressung nicht den trifft, um den es geht, sondern unbeteiligte. Kunden, um genauer zu sein. Das sind Geschäftsreisende, aber auch Familien mit Kindern, die sich nach zwei Jahren Corona endlich wieder auf Urlaub freuen. Kunden, die schlussendlich die Gehälter der Erpresser bezahlen und statt dankbar zu sein, werden eben diese geschädigt.

Ich spreche hier im übrigen ganz bewusst von "Erpressern". Natürlich ist mir bewusst, dass ein Streik ein legitimes Mittel ist, aber meiner Meinung nach muss es andere Wege geben, als den Kunden zu schädigen, der die Gehälter zahlt. Das allerwichtigste ist aber doch: NIEMAND, wirklich NIEMAND zwingt einen für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Wenn einem Arbeitsbedingungen nicht passen oder das Gehalt nicht reicht, dann steht es JEDEM frei den Arbeitgeber zu wechseln. Machen das genügend, dann kann Angebot und Nachfrage auch hier das Gehalt regeln - sieht man derzeit doch in vielen Branchen, z.B. in der Gastronomie.

Diese gefühlt ewigen Streiks bei Lufthansa, zusammen mit dem immer weiter nachlassenden Service lassen mich jedenfalls mit gutem Gewissen auf andere Airlines ausweichen. Tun das genügend Kunden, dann können die mal sehen was sie von schlechterem Service (Arbeitgeberseite) und den ganzen Streiks (Arbeitnehmerseite) haben. Wenn man die Gehaltzahler (Kunden) zu sehr verärgert, dann kann es nämlich passieren, dass man plötzlich ohne Job dasteht...
Beitrag vom 03.08.2022 - 14:37 Uhr
UserViri
User (1128 Beiträge)
Für mich ist dieses Verhalten, exakt das selbe als wenn jemand eine Bank überfällt, Geiseln nimmt und droht diese zu erschiessen wenn er kein Geld bekommt. Nichts anderes ist das, denn der Arbeitgeber (egal wie man zu dem steht) wird hier schlicht weg erpresst. Entweder du gehst auf meine Forderungen ein, oder das passiert.

Der Arbeitgeber kann das auch: entweder du gehst auf meine Forderungen ein, oder ich ziehe einen neuen Betrieb auf und ersetze dich mit billigeren Arbeitskräften.

Das schlimme dabei ist dazu noch, dass die Konsequenz der Erpressung nicht den trifft, um den es geht, sondern unbeteiligte. Kunden, um genauer zu sein. Das sind Geschäftsreisende, aber auch Familien mit Kindern, die sich nach zwei Jahren Corona endlich wieder auf Urlaub freuen. Kunden, die schlussendlich die Gehälter der Erpresser bezahlen und statt dankbar zu sein, werden eben diese geschädigt.

Ja das ist schlimm, aber leider unumgänglich.

Ich spreche hier im übrigen ganz bewusst von "Erpressern". Natürlich ist mir bewusst, dass ein Streik ein legitimes Mittel ist, aber meiner Meinung nach muss es andere Wege geben, als den Kunden zu schädigen, der die Gehälter zahlt.

Welche Wege soll es denn geben? Das ist Personal einer Dienstleistungsgesellschaft. Befördern ohne abzukassieren wie bei einem Busfahrer geht beim Airlinepersonal nicht. Also, rücken Sie mal mit der Sprache raus: welche anderen Wege gibt es? Ich bin sicher, dafür wäre man bei den Gewerkschaften sicherlich empfänglich.

Das allerwichtigste ist aber doch: NIEMAND, wirklich NIEMAND zwingt einen für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Wenn einem Arbeitsbedingungen nicht passen oder das Gehalt nicht reicht, dann steht es JEDEM frei den Arbeitgeber zu wechseln. Machen das genügend, dann kann Angebot und Nachfrage auch hier das Gehalt regeln - sieht man derzeit doch in vielen Branchen, z.B. in der Gastronomie.

Genau dieser Mechanismus hat zu der Sommerkrise geführt: viele sind gegangen, haben sich verbessert und kommen nicht wieder. Und jetzt ist zu wenig Personal da. Der Rest muss drunter leiden. Und erhält dafür nur warme Worte. Und stattdessen fordern z.B. Flughafenchefs, dass wir mehr Leute aus Drittländern zu uns holen müssen. Wo funktioniert da das Marktprinzip?

Diese gefühlt ewigen Streiks bei Lufthansa, zusammen mit dem immer weiter nachlassenden Service lassen mich jedenfalls mit gutem Gewissen auf andere Airlines ausweichen. Tun das genügend Kunden, dann können die mal sehen was sie von schlechterem Service (Arbeitgeberseite) und den ganzen Streiks (Arbeitnehmerseite) haben. Wenn man die Gehaltzahler (Kunden) zu sehr verärgert, dann kann es nämlich passieren, dass man plötzlich ohne Job dasteht...

Wie ich schon andernorts schrieb: diese Drohungen des Jobverlusts verlieren immer mehr an Strahlkraft. Dasselbe Geheul hatten wir 2015 auch - und danach wurde ein Rekordgewinn nach dem anderen eingefahren.
Beitrag vom 03.08.2022 - 17:40 Uhr
UserEricM
User (3956 Beiträge)
Das schlimme dabei ist dazu noch, dass die Konsequenz der Erpressung nicht den trifft, um den es geht, sondern unbeteiligte. Kunden, um genauer zu sein.

Doch, ein Streik trifft genau den, um den es geht.
Der Kunde profitiert ja von zu niedrigen Gehältern, denn durch diese werden niedrige Preise möglich.
Und der Eigentümer profitiert durch höhere Gewinne.
Kunde und Eigentümer teilen sich also das eingesparte Gehalt.
Wem soll man denn als Streikender denn sonst schaden, wenn nicht diesen beiden Gruppen?

Ein Streik, der die Kunden nicht trifft, ist absolut wirkungslos.
Andersrum, wenn der Kunde nicht mehr zahlt, hat er eine höhere Wahrscheinlichkeit in einem Streik steckenzubleiben.
Ist eigentlich nur fair.

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2022 17:42 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.08.2022 - 18:20 Uhr
UserRobR
User (763 Beiträge)
Bei allem Verständnis dafür das man mehr Geld verdienen möchte und muss: Für diese ganzen Gewerkschafts Erpresserbanden habe ich NULL Verständnis. Da wird verhandelt und gleichzeitig wieder gedroht.

Für mich ist dieses Verhalten, exakt das selbe als wenn jemand eine Bank überfällt, Geiseln nimmt und droht diese zu erschiessen wenn er kein Geld bekommt. Nichts anderes ist das, denn der Arbeitgeber (egal wie man zu dem steht) wird hier schlicht weg erpresst. Entweder du gehst auf meine Forderungen ein, oder das passiert. Das schlimme dabei ist dazu noch, dass die Konsequenz der Erpressung nicht den trifft, um den es geht, sondern unbeteiligte. Kunden, um genauer zu sein. Das sind Geschäftsreisende, aber auch Familien mit Kindern, die sich nach zwei Jahren Corona endlich wieder auf Urlaub freuen. Kunden, die schlussendlich die Gehälter der Erpresser bezahlen und statt dankbar zu sein, werden eben diese geschädigt.

Wer derartige Töne in den Mund nimmt, hat überhaupt nichts verstanden. Tarifverhandlungen ohne Streikrecht - darum geht es hier - sind keine Verhandlungen. Das ist betteln, sonst nichts. Aber der Nickname zeigt es schon, in den Emiraten herrscht in Punkto Arbeitnehmer- und Arbeitsrecht noch das Mittelalter.

Ich spreche hier im übrigen ganz bewusst von "Erpressern". Natürlich ist mir bewusst, dass ein Streik ein legitimes Mittel ist, aber meiner Meinung nach muss es andere Wege geben, als den Kunden zu schädigen, der die Gehälter zahlt. Das allerwichtigste ist aber doch: NIEMAND, wirklich NIEMAND zwingt einen für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Wenn einem Arbeitsbedingungen nicht passen oder das Gehalt nicht reicht, dann steht es JEDEM frei den Arbeitgeber zu wechseln. Machen das genügend, dann kann Angebot und Nachfrage auch hier das Gehalt regeln - sieht man derzeit doch in vielen Branchen, z.B. in der Gastronomie.

Ich verstehe nicht warum jemand hier den Arbeitgebermodus "ich gebe nix" darart vehement verteidigt. Willst du zurück ins 19. Jahrhundert? Da war es nämlich genau so, inklusive 60-70 Wochenstunden Arbeitszeit und Kinderarbeit, ohne Lohnfortzahlung bei Krankheit usw. Die Hinterbliebenen der Seeleute der Titanic bekamen nur die Heuer bis zum Tag des Schiffsuntergangs.

Diese gefühlt ewigen Streiks bei Lufthansa, zusammen mit dem immer weiter nachlassenden Service lassen mich jedenfalls mit gutem Gewissen auf andere Airlines ausweichen. Tun das genügend Kunden, dann können die mal sehen was sie von schlechterem Service (Arbeitgeberseite) und den ganzen Streiks (Arbeitnehmerseite) haben. Wenn man die Gehaltzahler (Kunden) zu sehr verärgert, dann kann es nämlich passieren, dass man plötzlich ohne Job dasteht...

Es gibt keine ewigen Streiks bei Lufthansa. Der letzte Streik beim LH-Bodenpersonal wurde noch von der ÖTV organisiert. Der tatsächlich schlechtere Service als noch vor Corona haben die Fluggäste AUSSCHLIEßLICH Managemententscheidungen zu verdanken, Die Mitarbeiter, egal ob am Boden oder in der Kabine, versuchen den Magel noch durch persönlichen Einsatz auszugleichen. In FRA und MUC am Boden hat seit den Osterferien fast jeder Mitarbeiter Überstunden bis zum Umfallen machen müssen. Die Lufthanseaten lieben ihren Job und sie lieben ihre Kunden. Aber sie wollen eine faire Entlohnung und die ist - neben andere Problemthemen - zZt nicht gegeben. Ich wünsche den Lufthanseaten viel Erfolg!

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2022 18:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.08.2022 - 18:44 Uhr
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User (346 Beiträge)
Doch, ein Streik trifft genau den, um den es geht.
Der Kunde profitiert ja von zu niedrigen Gehältern, denn durch diese werden niedrige Preise möglich.
Und der Eigentümer profitiert durch höhere Gewinne.
Kunde und Eigentümer teilen sich also das eingesparte Gehalt.
Wem soll man denn als Streikender denn sonst schaden, wenn nicht diesen beiden Gruppen?

Ein Streik, der die Kunden nicht trifft, ist absolut wirkungslos.
Andersrum, wenn der Kunde nicht mehr zahlt, hat er eine höhere Wahrscheinlichkeit in einem Streik steckenzubleiben.
Ist eigentlich nur fair.

Grundsätzlich halte ich das auch für richtig. Streiks treffen immer auch den Kunden, vor allem im Dienstleistungsbereich.
Aber in diesem konkreten Fall trifft es genau die Kunden, die noch bereit sind LH-Preise zu bezahlen. Insbesondere Kunden der Business-Klasse, die offensichtlich bereit sind für Leistung auch mehr zu zahlen.
Es trifft in D fasst nur die LH unter den Fluggesellschaften. Ryanair wird sowenig bestreikt, dass man annehmen müsste, dass die wesentlich besser bezahlen. Der ein oder andere Kunde wird bei seiner nächsten Buchung neben der Preisgestaltung dann vielleicht auch die Ausfallwahrscheinlichkeit mit berücksichtigen.
Beitrag vom 03.08.2022 - 21:23 Uhr
UserEricM
User (3956 Beiträge)
Aber in diesem konkreten Fall trifft es genau die Kunden, die noch bereit sind LH-Preise zu bezahlen.

Ja, natürlich. Was sonst außer Umsatzverluste, unzufriedene Kunden und langfristig schlechte Verkaufs-Perspektiven sollte denn den Arbeitgeber motivieren, einen Streik ( oder weitere Streiks ) zu vermeiden, in dem man Verhandlungen konstruktiv führt und zum erfolgreichen Abschluss bringt?

Die seit ein paar Jahren gelebte Betonkopf-Mentalität einer Lufthansa ist ja nicht gottgegeben, sondern eine bewusste Entscheidung der Geschäftsführung, die diese offenbar als optimalen Weg zur Gewinnerzielung ansieht.
Der Job und die einzige Möglichkeit einer Gewerkschaft ist es in einer solchen Situation, dieses Kalkül zu verschieben, indem sie den Betonkopf-Weg teurer macht.

Viele andere Firmen sind durch erfolgreiche Verhandlungen und vielleicht sogar ehrliche Interessenabwägungen in der Lage, Streiks zu vermeiden. Vielleicht wäre das ein möglicher Weg einer modernen Lufthansa - unter einem neuen CEO/VV.
Beitrag vom 03.08.2022 - 21:25 Uhr
UserBoeing757767
User (754 Beiträge)
Grundsätzlich halte ich das auch für richtig. Streiks treffen immer auch den Kunden, vor allem im Dienstleistungsbereich.
Aber in diesem konkreten Fall trifft es genau die Kunden, die noch bereit sind LH-Preise zu bezahlen. Insbesondere Kunden der Business-Klasse, die offensichtlich bereit sind für Leistung auch mehr zu zahlen.
Es trifft in D fasst nur die LH unter den Fluggesellschaften. Ryanair wird sowenig bestreikt, dass man annehmen müsste, dass die wesentlich besser bezahlen. Der ein oder andere Kunde wird bei seiner nächsten Buchung neben der Preisgestaltung dann vielleicht auch die Ausfallwahrscheinlichkeit mit berücksichtigen.

Dazu 2 Anmerkungen:

1. Die LH Group umfasst mittlerweile in gewissen Segmenten einen Großteil des EU Marktes ( LH, LH Cargo, Swiss, Austrian, Brussels nun will man noch ITA usw )
Ist doch klar, dass dann auch mehrfach die LHG betroffen ist. Siehe gerade SWISS. Ablehnung .

Deshalb ist die Aussage "Ryanair wird so wenig bestreikt" nicht ganz parallel zu ziehen.
LCC bietet keine Langstrecke, und das ist ein Hauptbein der LHG.

2. WEIL die LH Group sich gerade in bestimmten Segmenten so breit gemacht hat, können Sie als Kunde ja gerne mal versuchen mit dem angesprochenen LCC nach Übersee zu kommen. :-D
Und die anderen wenigen Wettbewerber, die Ihnen das bieten : KLM/ AF und IAG : dort wurde nämlich in regelmäßigen Abständen das Gehalt immer weiter erhöht ! während man bei LH seit Jahren droht, dann ginge der Laden peite.

Und was ist bei den anderen ? Die Preise sind höher und trotzdem die Flieger voll.
Es steht jedem frei mehr zu zahlen und mit denen zu fliegen. Warum tun die Leute das nicht und warum sind die Flieger b LH voll ? Genau weil Preis zählt.

Im Vergleich sind die Tx bei LH im Schnitt billiger.
Es gibt genug Kunden, die dieses deshalb täglich buchen, und diese Preise werden von den MA subventioniert.

Somit ist ein Streik gerechtfertigt, und die steigenden Kosten wird LH umlegen.
Ud die LHG wird, genauso wie die beiden anderen IAG und AF / KLM, weiter fliegen.
Der Preis muss ja nur oben auftauchen, und es langt wenn es 1 ct weniger ist. Müssen nicht 60 -100 Euro sein.

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2022 21:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.08.2022 - 22:55 Uhr
UserDaedalos1504
User (119 Beiträge)

Im Vergleich sind die Tx bei LH im Schnitt billiger.
Es gibt genug Kunden, die dieses deshalb täglich buchen, und diese Preise werden von den MA subventioniert.

Das wäre mir neu, unsere Reisestelle bucht uns immer auf AF/KLM, weil die Business in die USA dort knapp 1000€ günstiger ist als bei der Hansa.
Beitrag vom 04.08.2022 - 09:08 Uhr
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User (346 Beiträge)
Aber in diesem konkreten Fall trifft es genau die Kunden, die noch bereit sind LH-Preise zu bezahlen.

Ja, natürlich. Was sonst außer Umsatzverluste, unzufriedene Kunden und langfristig schlechte Verkaufs-Perspektiven sollte denn den Arbeitgeber motivieren, einen Streik ( oder weitere Streiks ) zu vermeiden, in dem man Verhandlungen konstruktiv führt und zum erfolgreichen Abschluss bringt?
Das stelle ich ja grundsätzlich nicht in Frage. Ich sehe hier nur die LH ständig im Fokus verschiedener Gewerkschaften in Deutschland. Heute Verdi, bald VC, danach UFO und dann sind die 12 Monate rum und im nächsten Sommer geht es wieder los. Mit WARN-Streiks, die den Verkehr für einen ganzen Tag lahmlegen und noch Auswirkungen auf die folgenden Tage haben wird.

Die seit ein paar Jahren gelebte Betonkopf-Mentalität einer Lufthansa ist ja nicht gottgegeben, sondern eine bewusste Entscheidung der Geschäftsführung, die diese offenbar als optimalen Weg zur Gewinnerzielung ansieht.
Da dreht man sich wohl im Kreis. EW hat halbwegs funktioniert. Da hat sich der Schritt für die Geschäftsführung wohl gelohnt.

Der Job und die einzige Möglichkeit einer Gewerkschaft ist es in einer solchen Situation, dieses Kalkül zu verschieben, indem sie den Betonkopf-Weg teurer macht.

... und weitere Gegenmaßnahmen provoziert.

Viele andere Firmen sind durch erfolgreiche Verhandlungen und vielleicht sogar ehrliche Interessenabwägungen in der Lage, Streiks zu vermeiden.
wie Ryanair oder EasyJet
Vielleicht wäre das ein möglicher Weg einer modernen Lufthansa - unter einem neuen CEO/VV.
Das sind Entscheidungen des Aufsichtsrates, in dem auch die AN vertreten sind. Gewerkschaften haben keinerlei rechtliche Grundlage sich da einzumischen.
Beitrag vom 04.08.2022 - 10:36 Uhr
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User (346 Beiträge)
Dazu 2 Anmerkungen:

1. Die LH Group umfasst mittlerweile in gewissen Segmenten einen Großteil des EU Marktes ( LH, LH Cargo, Swiss, Austrian, Brussels nun will man noch ITA usw )
Ist doch klar, dass dann auch mehrfach die LHG betroffen ist. Siehe gerade SWISS. Ablehnung .
Ich habe mit meiner Aussage vielmehr die LH als die LHG gemeint.
Deshalb ist die Aussage "Ryanair wird so wenig bestreikt" nicht ganz parallel zu ziehen.
LCC bietet keine Langstrecke, und das ist ein Hauptbein der LHG.
Klar ist die Langstrecke das Hauptbein der LH. Weil in der kurz und Mittelstrecke kommen sie kaum an gegen die LCC noch Geld zu verdienen. Die LS muss zumindest die Zubringer mitfinanzieren.

2. WEIL die LH Group sich gerade in bestimmten Segmenten so breit gemacht hat, können Sie als Kunde ja gerne mal versuchen mit dem angesprochenen LCC nach Übersee zu kommen. :-D
Scoot nach Asien, Norse Atlantic nach Nordamerica. Die Optionen werden in Zukunft nicht weniger. AF/KLM und IAG werden genauso daran zu knabbern haben.
Und die anderen wenigen Wettbewerber, die Ihnen das bieten : KLM/ AF und IAG : dort wurde nämlich in regelmäßigen Abständen das Gehalt immer weiter erhöht ! während man bei LH seit Jahren droht, dann ginge der Laden pleite.

Und was ist bei den anderen ? Die Preise sind höher und trotzdem die Flieger voll. ...
... und warum sind die Flieger b LH voll ? Genau weil Preis zählt.
Das widerspricht sich aber ein wenig.

Im Vergleich sind die Tx bei LH im Schnitt billiger.
Nicht im Europaverkehr
Es gibt genug Kunden, die dieses deshalb täglich buchen, und diese Preise werden von den MA subventioniert.


Somit ist ein Streik gerechtfertigt, und die steigenden Kosten wird LH umlegen.
Kann möglich sein. Aber dazu sind vorerst mal die Verhandlungen abzuwarten.
Ud die LHG wird, genauso wie die beiden anderen IAG und AF / KLM, weiter fliegen.
Streite ich erstmal nicht ab.
Der Preis muss ja nur oben auftauchen, und es langt wenn es 1 ct weniger ist. Müssen nicht 60 -100 Euro sein.
Wenn vom Kunden mehr zu holen ist, warum macht das die LH nicht?
Beitrag vom 04.08.2022 - 10:47 Uhr
UserEricM
User (3956 Beiträge)
Aber in diesem konkreten Fall trifft es genau die Kunden, die noch bereit sind LH-Preise zu bezahlen.

Ja, natürlich. Was sonst außer Umsatzverluste, unzufriedene Kunden und langfristig schlechte Verkaufs-Perspektiven sollte denn den Arbeitgeber motivieren, einen Streik ( oder weitere Streiks ) zu vermeiden, in dem man Verhandlungen konstruktiv führt und zum erfolgreichen Abschluss bringt?
Das stelle ich ja grundsätzlich nicht in Frage. Ich sehe hier nur die LH ständig im Fokus verschiedener Gewerkschaften in Deutschland. Heute Verdi, bald VC, danach UFO und dann sind die 12 Monate rum und im nächsten Sommer geht es wieder los.

Das ist aber bei allen anderen Firmen, die in Tarivverträgen gebunden sind, auch so. Der Punkt ist: Auch ausserhalb des Luftfahrtsektors ist die grundsätzliche Problematik für alle Firmen gleich. Aber bei den meisten Firmen kommt es gar nicht erst zu Streiks.

Nur bei einer LH knallt es mit schöner Regelmäßigkeit.

Die seit ein paar Jahren gelebte Betonkopf-Mentalität einer Lufthansa ist ja nicht gottgegeben, sondern eine bewusste Entscheidung der Geschäftsführung, die diese offenbar als optimalen Weg zur Gewinnerzielung ansieht.
Da dreht man sich wohl im Kreis. EW hat halbwegs funktioniert. Da hat sich der Schritt für die Geschäftsführung wohl gelohnt.

Ja, offenbar. War ja meine Aussage.

Der Job und die einzige Möglichkeit einer Gewerkschaft ist es in einer solchen Situation, dieses Kalkül zu verschieben, indem sie den Betonkopf-Weg teurer macht.

... und weitere Gegenmaßnahmen provoziert.

Möglich. In jeder Eskalation die immer weiter getrieben wird ist man irgendwann bei lose-lose angekommen.
Ich frage mich aber, wie Lufthansa mit den bisherigen Rezepten gegen die eigenen Bodenmitarbeiter vorgehen will. Am Boden greift das Divide&Conquer Modell des unübersichtlichen AOC Verhaus ja nicht.

Viele andere Firmen sind durch erfolgreiche Verhandlungen und vielleicht sogar ehrliche Interessenabwägungen in der Lage, Streiks zu vermeiden.
wie Ryanair oder EasyJet

FR/Easyjet sind da nicht ganz so gute Beispiele für eine Tarifauseinandersetzung nach deutschem Recht, da sie keine deutschen Firmen sind.

Vielleicht wäre das ein möglicher Weg einer modernen Lufthansa - unter einem neuen CEO/VV.
Das sind Entscheidungen des Aufsichtsrates, in dem auch die AN vertreten sind. Gewerkschaften haben keinerlei rechtliche Grundlage sich da einzumischen.

Stimmt, sie nutzen die einzige Möglichkeit die sie haben, den AR in ihrem Sinne zu motivieren.
Beitrag vom 04.08.2022 - 10:48 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1141 Beiträge)
Der Preis muss ja nur oben auftauchen, und es langt wenn es 1 ct weniger ist. Müssen nicht 60 -100 Euro sein.
Wenn vom Kunden mehr zu holen ist, warum macht das die LH nicht?

Weil diese gierigen, mitarbeiterausbeutenden Manager nicht mehr Geld verdienen wollen. Oh, warte, irgendwas klingt hier falsch...
Beitrag vom 04.08.2022 - 10:55 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1141 Beiträge)
Es gibt keine ewigen Streiks bei Lufthansa. Der letzte Streik beim LH-Bodenpersonal wurde noch von der ÖTV organisiert. Der tatsächlich schlechtere Service als noch vor Corona haben die Fluggäste AUSSCHLIEßLICH Managemententscheidungen zu verdanken,

Nein, der Kunde hat es sich durch sein Buchungsverhalten auch selbst zuzuschreiben.
Beitrag vom 04.08.2022 - 11:01 Uhr
UserFloCo
Vielflieger
User (1141 Beiträge)
Deshalb ist die Aussage "Ryanair wird so wenig bestreikt" nicht ganz parallel zu ziehen.
LCC bietet keine Langstrecke, und das ist ein Hauptbein der LHG.

Das ist aber doch eines der Hauptprobleme. Hier wurde an anderer Stelle doch schon erwähnt, dass in den USA die Gewerkschaften über alle Airlines so stark sind, dass man da gute Bedingungen durchsetzen kann.

In Deutschland, gibt es unzählige Streiks bei LH, SAS, BA und Co... aber wo sind die Streiks bei Ryanair, Wizz, Norwegian und Co? Die, die da wirklich mal dafür sorgen, dass es dort auch nur ansatzweise vergleichbare Bedingungen gibt wie bei den Legacy Carriern.

Man will von denen immer mehr haben, lässt aber die Konkurrenz, die das Geschäftsmodell massiv angreifen, machen was die wollen. Was bleibt denn den Airlines dann noch übrig als sich an die Konkurrenz anzupassen?
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