Community / / WTO: EU behielt illegale Subventione...

Beitrag 1 - 4 von 4
Beitrag vom 15.05.2018 - 19:04 Uhr
User
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"Staatshilfen im Rüstungsbereich nehmen eine Sonderrolle ein und sind von den WTO-Verfahren nicht betroffen. Sie dürfen als "strategische Industrien" national geschützt werden. Die Sparten spielen sowohl bei Boeing als auch bei Airbus eine große Rolle. "

Mmmh wem das wohl mit Abstand mehr nützt, Airbus oder Boeing?
Beitrag vom 16.05.2018 - 09:23 Uhr
UserDaemotron
User (71 Beiträge)
2017 hatte Airbus einen Gesamtumsatz von 67 Mrd €, davon 9,9 Mrd aus dem Verteidigungssektor. Boeing hatte im selben Zeitraum einen Umsatz von 93 Mrd US-$, davon 21 Mrd US-$ aus dem Verteidigungsgeschäft.

Boeing hat also nicht nur in absoluten Zahlen ein doppelt so großes Rüstungsgeschäft wie Airbus, sondern auch relativ (>20% bei Boeing, knapp 15% bei Airbus) spielt die Rüstungssparte bei Boeing eine größere Rolle als beim europäischen Konkurrenten.

Die Zahlen habe ich den jeweiligen Jahresberichten beider Konzerne entnommen.

P. S. wer sich an den Ausgang des Bieterverfahrens um den KC-145 / KC-146 erinnert, weiß, auf welche Weise Boeing in den USA protegiert und subventioniert wird. Das blöde für die EU: da dieser Sektor von den WTO-Regelungen ausgenommen ist, ist es halt legal (wenn auch unter ökonomischen Gesichtspunkten keinen Deut besser als jede andere Form der Subvention).
Beitrag vom 16.05.2018 - 11:14 Uhr
UserMHalblaub
User (394 Beiträge)

P. S. wer sich an den Ausgang des Bieterverfahrens um den KC-145 / KC-146 erinnert, weiß, auf welche Weise Boeing in den USA protegiert und subventioniert wird.

Die Transportflugzeuge mit Tankfunktion werden mit KC-45 und KC-46 bezeichnet. Northrop-Grumman gewann den ersten Wettbewerb mit einer Variante der KC-30A der australischen Luftwaffe, ein A330MRTT. Das Flugzeug wurde von USAF mit KC-45 bezeichnet. Boeing gewann mit einer massiv überarbeiteten 767 den 2. Wettbewerb.

Boeing schreibt schon wieder Verluste auf das Geschäft ab, wie gerade bei AviationWeek zu lesen ist. Die Auslieferung wird wohl erneut verschoben.

Wenn Stahl für Trump von militärischer Wichtigkeit ist, dann könnten es Flugzeuge für die EU sein.

Außerdem sind die Begünstigungen für Airbus weitaus geringer als für Boeing. Es geht zwar um Milliarden-Kredite aber die WTO hat nur den Zinssatz bemängelt und nicht den Kredit als solchen. Daher dürften die Vorteile für Airbus im Millionen-Bereich liegen während aber die Steuervorteile für Boeing im Milliarden-Bereich verbleiben.
Beitrag vom 16.05.2018 - 14:36 Uhr
UserAvokus
User (575 Beiträge)
"Die US-Regierung könne nun autorisiert werden, milliardenschwere Vergeltungszölle auf Importe aus der EU zu erheben". Was glaubt man eigentlich in Europa, wie solche Vorwürfe unter Trump ausgeschlachtet werden? Das is für Trump eine Steilvorlage. Was Boeing anbetrifft wird man da wohl keinen großen Hebel besitzen.

Das Aufbegehren Europas, bzw. von Airbus ist bzw. wäre in der jetzigen Situation nur als unklug zu bezeichnen. Glaubt jemand ernsthaft Trump zu besänftigen? Als Europäer sollten wir uns bewußt machen wem wir, trotz Trump, näherstehen und was wir zu verlieren haben, wenn wir uns gegen unseren Verbündeten stellen. Dies betrifft nicht nur das Streitthema Flugzeugsubventionen.

Der Schiedsspruch der WTO sollte tunlichst nicht weiter angefochten werden und etwaige Strafen sollte man ohne Maulen begleichen. Eine Feststellungsklage gegen Boeing ist m. E. trotzdem geboten und unschädlich. Es kommt dann a la long an wie man sich einigt. Nachdem dieser Prozeß der gegenseitigen Beschuldigungen schon über 20 Jahre andauernd, wird das Thema auch noch nach Trumps zweiter Amtszeit, Gott bewahre uns" präsent sein.