Eurowings
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Lufthansa und Cockpit einig über Verlagerung von Piloten

Lufthansa
Cityline Bombardier CRJ-900, © Deutsche Lufthansa AG

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DÜSSELDORF - Eurowings hat am 1. Mai zwei neue Bombardier CRJ-900 erhalten. Mit den Auslieferungen schließt die Fluggesellschaft den im Frühjahr 2009 eingeleiteten Austausch ihrer BAe-146 Flotte ab, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag gegenüber aero.de. Im Januar hatte Eurowings eine umfassende Umstrukturierung ihres Betriebs angekündigt. Bundesweit sollen zehn Standorte aufgegeben werden.

Betroffen sind Dortmund, Münster/Osnabrück, Paderborn, Köln, Nürnberg, Berlin, Hannover, Frankfurt, Stuttgart und München. Der Flugbetrieb der Eurowings soll an der Basis Düsseldorf konzentriert werden.

Mit Beginn der Sommerflugplans Ende März leitete Eurowings eine erhebliche Verkleinerung ihrer Flotte ein. Binnen Jahresfrist soll die mit jetzt 15 Flugzeugen vollständig aufgebaute CRJ-900-Flotte das im Betrieb der Eurowings ausschließlich genutzte Fluggerät sein. Zwei CRJ-700 und 17 CRJ-200 werden die Flotte - nach gegenwärtigem Stand - bis dahin verlassen.

Einhergehend mit der Halbierung ihrer Flotte hatte Eurowings einen Abbau von Personal beschlossen. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.260 Mitarbeiter. Die Pilotenvereinigung Cockpit sah durch die Einschnitte bei der Fluggesellschaft allein 190 bis 200 Pilotenstellen unmittelbar bedroht. Hinzu treten etwa 400 Arbeitsplätze in der Kabine, die dem Rotstift zum Opfer fallen könnten. 

Cockpit hatte in anschließenden Tarifverhandlungen mit Lufthansa einen  "weitestgehenden Erhalt der Arbeitsplätze" gefordert. Im März bewehrte Cockpit ihre Position in den Verhandlungen mit einer Urabstimmung, in der 99 Prozent der von Cockpit vertretenen Eurowings-Piloten ihrer Gewerkschaft freie Hand für einen im Zweifel unbefristeten Arbeitskampf gaben.

Ein Ausstand der Piloten ist nach Fortschritten in den Gesprächen zumindest vorerst aber wohl vom Tisch. In den Verhandlungen wurde eine Einigung über die Frage der Arbeitnehmerüberlassung und den Einsatz von Flugpersonal bei anderen Fluggesellschaften im Konzern erzielt, bestätigte Cockpit am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion.

"Damit besteht beispielsweise die theoretische Möglichkeit, Crews für die kommenden sechs Jahre bei Condor einzusetzen", erklärte ein Sprecher der Pilotenvereinigung. Die Überlassung von Flugpersonal ist dabei abhängig vom Bedarf der Condor. "Für das laufende Jahr hat Condor 17 freie Stellen angemeldet, 16 Piloten befinden sich bereits in der Ausbildung."

Letztes Wort über Regio-Flotten noch nicht gesprochen

Auch scheint das letzte Wort über den tatsächlichen Umfang der Kürzungen in den Lufthansa-Regionalflotten noch nicht gesprochen. Der Konzern prüft gegenwärtig die Einbindung von acht bis zehn Avro-Jets bei Eurowings ab Spätsommer. Möglich ebenfalls, dass der Einsatz der zwei CRJ-700 in der Flotte doch noch über den Herbst hinaus verlängert wird.

Cockpit und Lufthansa setzen in diesen Tagen ihre Verhandlungen über einen Sozialplan sowie über Teilzeitmodelle bei Eurowings fort. Sollte auch in diesen Punkten eine Einigung erzielt werden und Kapazität in den Regionalflotten bei Cityline und Eurowings erhalten bleiben, "wäre die Brutalität des Personalüberhangs nicht mehr gegeben", fasste der Cockpit-Sprecher zusammen. Bislang gebe es hierüber aber noch keine abschließende Einigung.

© aero.de | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 04.05.2010 12:34


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