Skyteam in Österreich
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AirFrance KLM: Zwei Marken, ein System

Air France
Air France Airbus A330-200, © Air France

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WIEN - Wie angekündigt, wird aero.at mit einer Beitragsreihe "Skyteam in Österreich" die regionalen Aktivitäten der hier aktiven Skyteam-Airlines einzeln vorstellen. Air France, KLM, Aeroflot und Alitalia gehören hier zu den altvordersten Flagcarriern, die Wien bereits seit 1948 anfliegen, Alitalia mit kurzer Unterbrechung. Seit 2003 wird Wien auch vom Skyteam-Mitglied Korean angeflogen, Delta und CSA stellten dagegen 2008 ihre Wien-Dienste ein.

Im Gegensatz zu den hier marktbeherrschenden Star Alliance Airlines (Marktanteil rund 60 Prozent) blieben die Skyteam-Airlines in Österreich mit rund fünf Prozent ein Leichtgewicht, mit Tiefenwirkung. Von den zwölf täglichen Skyteam-Diensten entfallen acht Flüge auf die aus der Fusion von Air France und KLM hervor gegangene AirFrance-KLM Gruppe, die die Region Wien über die Skyteamhubs Paris-Roissy (CDG) und Amsterdam Schiphol (AMS) weltweit mit 244 Zielen in 105 Ländern verbinden.

Neben den eigenen Flügen bietet Air France in einer allianzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Austrian noch sechs weitere Codeshare-Flüge an: Je drei Kurse von und nach Paris-Roissy (1) und Lyon-Satolas.

Die Bundesländer sind mit AirFrance KLM derzeit nur über die Flughäfen Zürich, München und Laibach erreichbar.

Gateways to the Americas

Auf den täglich ex Wien rund 1000 angebotenen Sitzen nimmt sich der Lokalverkehr der Gruppe relativ bescheiden aus, nur 16 Prozent der Fluggäste fliegen zwischen Amsterdam und Wien und gerade ein Viertel bleibt in oder kommt aus Paris. Der Großteil der Passagiere fliegt im Transfer, mit einem dominanten Zielmarkt: Amerika. Nach Angaben der Airline liegt der Transatlantikanteil an ihrem Österreichgeschäft bei satten 32 Prozent, davon 12 Prozent nach Nordamerika (23 Ziele, inkl Delta codeshares), 13 Prozent nach Südamerika und 7 Prozent in die Karibik (zusammen ebenfalls 23 Ziele). Weitere 11 Prozent entfallen auf Afrika (42 Ziele) und 9 Prozent auf Asien (22 Ziele) und Nahost (14 Ziele). Weniger als die Hälfte (49 Prozent) des Österreich-Geschäfts wird in Europa erzielt. Hauptzielgebiete am alten Kontinent sind Großbrittanien/Irland und Nordeuropa via Amsterdam, sowie Frankreich (Inland) und Südwesteuropa via Paris.

Entsprechend ambitioniert sind auch die Ausbaupläne für die Drehkreuze der Gruppe. Wie Guido Hackl, Areamanager von AirFrance-KLM erklärte, war es von Anfang die Strategie der neuen Gruppe künftiges Wachstum unter Beibehalt der Traditionsmarken Air France und KLM auf das Dualhub-System Paris-CDG und Amsterdam-Schiphol aufzuteilen.

Roissy-Charles de Gaule 2012: Europas größter Transitflughafen

Während der Flughafen Amsterdam nach dem Ausbau seines Pistensystems über ausreichende Kapazitäten verfügt, soll Paris nun terminalseitig zu Europas größtem Transitflughafen ausgebaut werden. Mit dem Vollausbau der Skyteam-Terminals 2E bis G und deren Erweiterung mit den Satelliten S3 und S4 (siehe Grafik) wird Air France in Roissy bis 2012 über eine zusätzliche Abfertigungskapazität von 10 Millionen Jahrespassagieren verfügen.

CDG 2
CDG 2012, © Air France-KLM
















Mit neuen Produkten gegen Billigflieger und Preisverfall

Zuletzt beförderte AirFrance-KLM jährlich 71,4 Millionen Fluggäste, rund 56 Prozent davon im Transit. Mit ihrer Flotte von 625 Flugzeugen (2010), 164 davon im Langstreckeneinsatz musste die Gruppe im Krisenjahr 2009 einen drastischen Verlust hinnehmen. Massive Einbrüche im Frachtgeschäft, schrumpfende Erträge in der Passage und ein negativ abgesicherter Treibstoffeinkauf akkumulierten zu einen Betriebsverlust von 1,55 Milliarden Euro. Die Liquidität blieb mit 4,27 Mrd Euro stabil

Wie AirFrance-Chef Henri-Pierre Gourgeon kürzlich in einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche darlegte, sucht die Gruppe nun mit einem neuen, den veränderten Marktverhältnissen angepassten Servicekonzept die Erträge zu stabilisieren. So bietet Air France künftig auf der Mittelstrecke ein völlig überarbeitetes Zwei-Kabinen Produkt an: 'Voyageur' und 'Premium'.

Voyageur ist auf den von Billigairlines wie Easyjet und Ryanair heftig umworbenen Kundenkreis gerichtet, die einen günstigen Flug suchen, aber nicht auf adequaten Service wie Freigepäck, freie Sitzwahl und angemessenes Catering verzichten wollen.

Mit 'Premium' wendet sich Air France-KLM vor allem an Geschäftsreisende, die Flexbilität, gehobenen Service, Effizienz und Zeitersparnis zu moderaten Preisen suchen.

Neu auf der Langstrecke ist Premium Voyageur mit gehobenem Reisekomfort

Mit einem Sparprogramm von 750 Mio Euro und bis zu 250 Mio höheren Erträgen aus der Implementierung der neuen Kabinenprodukte rechnet C.E.O. Gourgeon für das laufende Geschäftsjahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis.
© Bob Gedat, aero.at / edition airside, Wien | Abb.: Skyteam | 28.05.2010 10:54


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