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Bodensee-Airline Peoples nimmt Flugbetrieb auf

Peoples Viennaline Embraer 170
Peoples Viennaline Embraer 170, © Peoples Viennaline
Peoples Viennaline
(li.) Markus Kopf, Eigentümer People's Viennaline und People's Business Airport; (re.) Armin Unternährer, CEO People's Viennaline und People's Business Airport, © Ingo Lang

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WIEN - Vollbesetzt mit geladenen Gästen und Journalisten setzte Peoples Embraer-Jet auf seinem Jungfernflug pünktlich um 8:02 am Wiener Airport auf, 24 Minuten nach dem AUA-Morgenkurs aus Altenrhein. Vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien präsentierten Peoples Eigner Markus Kopf und CEO Armin Unternährer anschließend ihre Pläne. Und ihr Verhältnis zu ihrem 'alten' Kunden und 'neuen' Mitbewerber AUA. Die Botschaft: "Vorarlberg freut sich auf Peoples" (WK-Präsident Eduard Fischer).

Wie berichtet, zogen Airport Eigentümer Markus Kopf und sein Management im Juni letzten Jahres die Notbremse und stellten ihr strategisches Konzept komplett neu auf. Anlass waren Anpassungen ihres Hauptkunden Austrian, der auf die fortschreitende Abwanderung der Kunden nach Friedrichshafen und Zürich mit einer drastischen Reduktion seiner Altenrhein-Flüge reagierte.

Mit einem Anteil von gut 35 Prozent am Altenrheiner Fluggeschäft reagierte der Airport seinerseits mit Gebührenerhöhungen von bis zu 40 Prozent, was letztlich für beide Seiten zu einer unannehmbaren Situation führte. Das Ergebnis: Die Altenrheiner entschlossen sich zur Gründung einer eigenen Airline, die unabhängig von den Unwägbarkeiten ihres künftigen AUA-Geschäfts die Existenz des Airports sichern soll, im Sinne eines gültigen Staatsvertrags zwischen der Schweiz und Österreich.

Dass Austrian wenig Verständnis für eine vorzeitige Kündigung ihrer Altenrhein-Verträge zeigte, lag in der Natur der Sache. "Wir fliegen weiter", so AUA-Sprecher Martin Hehemann im Herbst. Angesichts unüberbrückbarer Interessenslagen, setzen die Altenrheiner ihre Pläne um. Die in Dornbirn eingetragene 'Altenrhein Luftfahrt GmbH' sollte spätestens zum Sommerflugplan 2011 in der Luft sein. Und das tat sie auch, (fast) pünktlich wie versprochen.

Ab heute fliegen Peoples Viennaline und Austrian einen fast gleichlautenden Flugplan, wobei Austrian auf ihr umfangreiches Netzangebot setzt, und Peoples auf Geschwindigkeit und Jetkomfort. Fast im Verband fliegen AUA und Peoples werktags morgens, vormittags und abends Richtung Wien und morgens, nachmittags und abends zurück. Am Samstag fliegt nur die AUA, am Sonntag abends beide.

Für die Kunden spürbar dürfte aber vor allem der daraus entstehende Preiskampf werden. Ob nachhaltig oder nicht, muss sich freilich noch weisen. Flog Austrian vor drei Jahren noch rund 110.000 Passagiere von und zum Bodensee, schrumpfte die Nachfrage im letzten Jahr auf rund 70.000. Gut 40.000 Kunden flogen inzwischen mit dem Konkurrenten Intersky ab dem Nachbarflughafen Friedrichshafen, und eine nicht näher genannte Zahl vom Airport Zürich, der nächstgelegenen AUA-Destination.

Markus Kopf ist optimistisch, die Zahl der Passagiere wieder über die magische 100 Tausender-Schwelle zu heben. Ob sich das in Summe für alle ausgeht, bleibt abzuwarten. Damit die Flüge positiv bleiben, müssten die drei Bieter auf der Strecke jährlich über 150.000 Kunden in ihre Flieger kriegen, zu Ticketpreisen, die sich rechnen. Dass die zwar hochpotente Bodenseeregion das in absehbarer Zeit hergibt, ist freilich ziemlich unwahrscheinlich. Airline Eigner Markus Kopf's durchaus plausibler Lösungsvorschlag: "Wir würden uns freuen, wenn sich die AUA zurückzieht". Friedrichshafen sei für die AUA keine echte Alternative, denn laut Vertrag darf sie das gar nicht. So hätte Austrian sich selbst verpflichtet, bis 2015 ab Altenrhein zu fliegen. Und solange gelten eben die Verträge, auf AUA's expliziten Wunsch, so Markus Kopf in der Wiener Albertina.
© Bob Gedat, aero.at / edition airside | Abb.: Altenrhein Luftfahrt | 28.03.2011 15:29


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