DLR-Studie
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Kondensstreifen laut neuem Klimamodell schädlicher als bekannt

Kondensstreifen
Kondensstreifen, © Deutsche Lufthansa AG

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BERLIN - Kondensstreifen hinter Flugzeugen und ihre Folgen heizen die Erde erheblich stärker auf als bisher bekannt. Sie verursachten heute in einem Jahr womöglich sogar mehr Erderwärmung als das angesammelte Kohlendioxid, das Flugzeuge seit Beginn der Luftfahrt ausgestoßen hätten, sagte Atmosphärenforscherin Ulrike Burkhardt. Mit ihren Kollegen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat sie die Auswirkungen der Kondensstreifen mit einem neuen Klimamodell berechnet.

Aus den Kondensstreifen entstehen sogenannte Zirren - Wolken aus Eispartikeln. Ihre Fläche ist etwa neunmal größer als der linienförmige, meist sichtbare Streifen, den Flugzeuge am Himmel hinterlassen. Bislang konnten Experten bloß den Effekt linienförmiger Kondensstreifen abschätzen und gingen davon aus, dass die Auswirkung der Zirren deutlich größer sei - konnten das aber nicht belegen.

Ulrike Burkhardt und Bernd Kärcher beschreiben in der Zeitschrift "Nature Climate Change" vom Dienstag zudem die Folgen für die natürliche Bewölkung. Da Kondensstreifen in der Luft enthaltene Feuchtigkeit verbrauchen, reduzieren sie die Bedeckung durch natürliche Wolken. Diese Wirkung sei mit dem Modell nachgewiesen worden. Beide - natürliche und künstlich erzeugte - Zirren verringern die Infrarotausstrahlung der Erde und erwärmen so das Klima.

Die Kondensstreifen und ihrer Zirren bedecken am Himmel über Europa eine größere Fläche als über Nordamerika, wo der Luftverkehr jedoch vergleichsweise intensiver ist. Das liegt zum einen an der kälteren Luft über dem europäischen Kontinent. Diese ist für die Bildung von Kondensstreifen nötig. Zum anderen werden viele Kondensstreifen, die sich über dem nordatlantischen Flugkorridor bilden, nach Europa transportiert.

Die Expertin betonte, dass Kondensstreifen viel kurzlebiger seien als Treibhausgase, die einen ähnlichen rückstrahlenden Effekt der Erdwärme haben.
© dpa | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 31.03.2011 08:31

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Beitrag vom 06.07.2011 - 12:55 Uhr
CO2 "dient" dem sogenannten Treibhauseffekt, indem es einen Anteil der langwelligen Wärmestrahlung der Sonne in der Atmosphäre "behält".
Das Ozonloch ist ein anderer Effekt. Die reaktionsträgen FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) werden durch die UV Strahlung der Sonne in Fluor und Chlor Radikale zerlegt, welche die Ozonmoleküle aufbrechen.
Beitrag vom 06.07.2011 - 12:48 Uhr
@Klaus Ernecke

Da sind aber so gut wie alle Wissenschaftler einer anderen Meinung wie Sie.
CO2 kühlt definitiv nicht, da gibt es glaube ich genug Studien.
Was richtig ist, ist das Abgase kühlen können, so tragen z.B. Schweefelemmisionen in Form von Aerosolen zu einer Kühlung bei, da sie das Sonnenlicht reflektieren. Ebenso wirken Stickoxide "kühlend", da sie zum Methanabbau beitragen. Das Problem aber ist das z.B. Ruß (unverbrannte Kohlenwassserstoffe) erwärmend wirken, da sie das sonnenlicht/die sonnenenergie absorbieren und nicht reflektieren. CO trägt z.B. zur bodennahen Bildung von Ozon bei, was hier ein hocheffektives Treibhausgas darstellt. Das wichtigste aber ist das CO2 die längste Lebensdauer der "Luftschadstoffe" hat und somit auch den stärksten Effekt hervorruft.
Beitrag vom 06.07.2011 - 12:15 Uhr
@ K.Ermecke
ähh, hab Chemi früh abgewählt, aber war CO2 nicht für dieses Loch verantwortlich welches die Atmosphäre erwärmt...Ozonloch mein ich...


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