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Ryanair drängt auf neuen Lowcost-Flieger

Karlsruhe FKB
Ryanair Base Karlsruhe Baden-Baden, © Flughafen Karlsruhe

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PARIS - Ryanair-Chef Mike O'Leary ist nicht nur für seine Sprüche bekannt, sondern auch dafür, dass er sie (zumeist auch) umsetzt. Ryanairs Erfolg basiert vor allem auf Einem: Effizienz. Im Betrieb, bei Personal und Fluggerät, am Airport und auch bei den Kunden. O'Learys jüngster Vorstoß bei den Chinesen als Entwicklungshelfer für eine neue LCC-Maschine ist ein Signal an die Hersteller: Baut endlich auch ein Flugzeug für die Lowcost-Airlines.

Das Lowcost-Geschäft nimmt stetig Fahrt auf. Trotz weltweiter Anpassung der Geschäftsmodelle. So bringt Airbus aus Le Bourget von 730 neu bestellten Fliegern allein 492 Orders von Lowcost Carriern mit nach Hause, 452 davon aus Asien, der Großteil für die A320neo. China hingegen bleibt im Hold.

Bringt Ryanair mit COMAC auf Papier, wovon Lowcost-Airliner träumen, dann hat das Wirkung - auch bei den marktbeherrschenden Herstellern wie Airbus und Boeing.

Die Zukunft der Lowcost-Fliegerei gehört sicher nicht festgezurrten Stehplatzpassagieren, und auch keinen Münztoiletten zum Abgewöhnen. Was Lowcost-Flieger wollen, ist ein von zeitraubenden (und teuren) Bodendiensten weitgehend unabhängiges Fluggerät mit schneller Onboard-Abfertigung, unkomplizierter Carry on-Gepäckaufbewahrung und akzeptablem Reisekomfort, hocheffizient im Energieeinsatz und verträglich für die Umwelt. Nicht nachgefragt ist hingegen ein halber Flieger für ungenutzte Bellyfracht.

Mit anderen Worten: O'Leary will nichts anderes als eine für den LCC-Verkehr maßgeschneiderte Maschine zu einem bezahlbaren Preis. Die Vision: Fliegen wie im Bus. Das freilich will nicht nur Ryanair.

Mit einem prognostizierten Wachstum von 7,5 Prozent im chinesischen Inlandsmarkt (Boeing) und seiner noch schwach entwickelten Infrastruktur dürfte China durchaus ein ernstzunehmender Partner sein: China's Heimatmarkt hat genügend Potential für eine vom Weltmarkt unabhängige Neu-Entwicklung. So rechnet Boeing für China Domestic 2030 mit einem Aufkommen von 1,41 Billionen RPK (bezahlte Passagierkilometer), das ist soviel wie heute der Kontinentalverkehr von USA und Europa zusammen.

Für die neu zu entwickelnde Maschine wird eine mögliche Indienststellung ab dem Jahr 2018 kolportiert. Ob O'Leary letztlich tatsächlich bei den Chinesen einkauft, dürfte auch eine Frage der Alternativen sein: Ryanair kann durchaus warten, auf eine Antwort aus Everett, Toulouse und Hamburg, und wenn es sein muss auch aus Moskau.
© Bob Gedat, aero.at/edition aiside | Abb.: Ingo Lang, edition airside | 24.06.2011 14:31


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