Streikdrohung
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Lufthansa prüft Schadensersatzforderung gegen GdF

Lufthansa
Lufthansa A340-300 am Flughafen Frankfurt, © Lufthansa

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FRANKFURT - Trotz der Absage des Fluglotsenstreiks in letzter Minute prüft die Lufthansa , ob sie Schadensersatz von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) verlangen wird. Vorstand Stefan Lauer hatte erklärt, dass allein die Streikandrohung zu Verlusten führe, wenn etwa Kunden ihre Flüge absagten. Der mögliche Schaden werde nun untersucht, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Lufthansa am Dienstag in Frankfurt.

Er konnte allerdings auch für die Streikabsage aus der vergangenen Woche den Schaden nicht beziffern, als die Lotsen einen ersten Anlauf genommen hatten.

Im Flugplan der Lufthansa habe es am Dienstagmorgen nur wenige Verschiebungen gegeben, sagte der Sprecher weiterhin. Es habe sich gelohnt, den Ausgang der Gerichtsverfahren abzuwarten. Lediglich einige Interkontinentalflüge seien geringfügig umgesteuert worden, waren also beispielsweise in den USA früher gestartet, um noch vor dem angedrohten Streikbeginn um 6.00 Uhr in Deutschland landen zu können.

Die Arbeitsgerichte hatten in zwei Instanzen den Streikaufruf der GdF für rechtmäßig befunden. Erst deutlich nach Mitternacht und damit keine sechs Stunden vor dem geplanten Streikbeginn hatte die unterlegene Deutsche Flugsicherung (DFS) den Schlichter angerufen. Damit wurde eine neue Friedenspflicht ausgelöst und der weiterhin mögliche Streik um mindestens vier Wochen verschoben.
© dpa-AFX | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 09.08.2011 12:59

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Beitrag vom 10.08.2011 - 19:27 Uhr
Den schwarzen Peter hat die GdF leider, da sie den Arbeitskampf aktiv eingeleitet hat, insofern ist sie oberflächlich schon der Verursacher. Da der Streik im zweiten Anlauf aber gerichtlich durchgewinkt wurde, kann die LH da soviel drohen wie nur was, ich glaube kaum, dass Schadensersatzansprüche ernsthaft Bestand haben können. Dann können wir ja auch anfangen auf Geruchsbelästigung zu klagen, wenn der öffentliche Dienst streikt und mein Müll nicht abgeholt wird.

Ist mehr als PR bzw. Company Relations Äusserung zu lesen, gespielte Entrüstung von dritter Seite ist ein ganz nettes Mittel zur psychologischen Kriegsführung. Und wir wissen ja alle was "nett" heisst...
Beitrag vom 10.08.2011 - 11:09 Uhr
Das Streikrecht ist eine grundsätzliche gesellschaftliche Errungenschaft die geholfen hat die unmenschlichen Zeiten des Manchester-Kapitalismus zu überwinden. Die damit erkämpfte Kaufkraft der Massen hat letztendlich auch den Besitzern der Produktionsmittel geholfen. Soviel zum "Klassenkampf". Die Situation heute ist wesentlich komplizierter.

Da gibt es Unternehmen wie z. Beispiel ein bekannter Name aus der Drogeriebranche die sich offenbar die Zeiten der Lohnsklaven zurückwünschen. Selbst mit Gewerkschaftsunterstützung tut sich der einzelne Beschäftigte schwer sich gegen solche brutalen Machenschaften zu erwehren. Es erfordert zudem Mut denn denen ist oft jeder Vorwand recht sich von aufmüpfigen Mitarbeitern zu trennen. Die müssen notfalls klagen und in der Zwischenzeit steht ihre wirtschaftliche Existenz samt Familie auf dem Spiel.

Andererseits hat unsere heutige Arbeitsteilung Spezialisten hervorgebracht die an Schaltstellen sitzen an denen sie mit geringstem Aufwand größten wirtschaftlichen Schaden für die Allgemeinheit mit nahezu null persönlichem Risiko anrichten können. Auch denen kann man nicht grundsätzlich verwehren berechtigte Interessen notfalls mit Streik durch zu setzten.

Und dann ist die eigentlich Gretchenfrage was ist berechtigt? Soweit ich es verstehe ist das Entgelt nicht der Hauptpunkt. Das wäre der Öffentlichkeit bei den bekannt gewordenen Gehältern und anderen Rahmenbedingungen auch kaum verständlich zu machen von denen viele hier nur träumen können. Andere Punkte wie die wegen ungenügender Ausbildung von Nachwuchskräften notwendigen permanenten Überstunden sind dagegen auf jeden Fall berechtigte Gründe. Weitere Punkte kann ich mangels Detailkenntnissen nicht beurteilen.

Es bleibt also schwierig hier eine neutrale Bewertung zu machen. Hunderttausende gestrandete Passagiere sind aber keine Kleinigkeit. Das sollte die Gewerkschaft schon auch bedenken. Ich hoffe das die Vernunft auf beiden Seiten sich in der Friedensphase durchsetzt.
Beitrag vom 10.08.2011 - 10:24 Uhr
Ich kann nicht nachvollziehen, warum man einen erst-Poster angreift, nur weil er hier mit einem Statement statt mit einem sonst üblichen ich-möchte-jetzt-nur-mal-was-dazu-sagen-Beitrag eröffnet. Nur weil es sich scheinbar um einen Lotsen handelt? 90%der Experten hier fliegen zuhause ihren PC-Simulator. Ich denk mal, da ist ein Lotse mehr als willkommen.

Die Macht der Spartengewerkschaften soll gebrochen werden. Der politische Wille ist durchaus erkennbar. Diesbezüglich kann auch eine Lufthansa ihr Interesse kaum verleugnen. Eine Schadensersatzforderung wäre politisch nur konsequent.

Dieser Beitrag wurde am 10.08.2011 10:26 Uhr bearbeitet.


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