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Qantas vollzieht Strategieschwenk mit neuen Flugzeugen

JetStar
JetStar A320, © Airbus

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TOULOUSE - Die australische Fluggesellschaft Qantas vollzieht einen Strategieschwenk. Mit der Gründung von zwei neuen Fluggesellschaften zielt das Unternehmen auf den asiatischen Markt und ordert dafür voraussichtlich gut 100 Airbus-Mittelstreckenjets - mit Chance auf fast 200 weitere. Die Auslieferung der bereits bestellten sechs doppelstöckigen Airbus A380 muss dagegen bis zu sechs Jahre länger warten.

Außerdem stehen bei den Australiern 1.000 Jobs auf der Kippe. Statt auf den umkämpften Strecken zwischen Australien und Europa Verluste einzufliegen, will Qantas nun vom Wachstum des Luftverkehrs in Asien profitieren, wie die Gesellschaft am Dienstag in Sydney mitteilte.

"Unsere Kosten sind etwa 20 Prozent höher als die unserer Mitbewerber", begründete das Management um Unternehmenschef Alan Joyce die neue Strategie. Nichts zu tun oder an dem bestehenden Modell herumzuschrauben, sei keine Option. Als erstes soll nun die Hauptmarke Qantas International in die schwarzen Zahlen kommen. In fünf Jahren solle das Unternehmen insgesamt mehr als seine Kapitalkosten verdienen. Im Geschäftsjahr 2009/2010 (bis Ende Juni) hatte Qantas bei einem Umsatz von 13,8 Milliarden australischen Dollar (10 Mrd Euro) unter dem Strich 112 Millionen australische Dollar verdient.

Premium-Airline geplant


Geplant sind nun ein japanischer Ableger der Qantas-Billigflugtochter Jetstar und eine Premium-Fluglinie, die von Asien aus operieren soll. Für den Billigflieger hat sich der Konzern mit der Fluglinie Japan Airlines (JAL) und dem Mischkonzern Mitsubishi zusammengeschlossen. Unter dem Namen Jetstar Japan soll er bereits Ende 2012 an den Start gehen. Die Premium-Gesellschaft soll auf dem Qantas-Vorbild aufbauen, aber einen neuen Namen und ein neues Erscheinungsbild erhalten. Wo das Unternehmen seinen Sitz haben wird, steht noch nicht fest.

Für die neuen Gesellschaften und die Erneuerung der alten Flotte will Qantas mindestens 106 Mittelstreckenflieger der A320-Familie kaufen. Bei 78 der Maschinen soll es sich um die neue, spritsparende Version A320neo handeln, die im Herbst 2015 erstmals ausgeliefert wird. Fast 200 weitere sollen möglicherweise noch hinzukommen: Qantas hat sich 194 Kaufoptionen gesichert und will möglicherweise vier herkömmliche A320-Jets leasen.

Der angekündigte Auftrag über 106 Maschinen hat laut Preisliste einen Gesamtwert von 9,5 Milliarden Dollar (6,6 Mrd Euro). Die Entscheidung über den Triebwerkstyp, von der unter anderem der deutsche Triebwerksbauer MTU profitierten könnte, will Qantas erst später bekanntgeben. Die EADS-Aktie verlor am Dienstag an der Pariser Börse trotz des Milliardenauftrags 2,32 Prozent auf 21,50 Euro und entwickelte sich damit schwächer als der französische Index CAC-40.

Die A320neo soll dank neuer Triebwerke und abgeknickter Flügelspitzen (Sharklets) rund 15 Prozent weniger Sprit verbrauchen als der bislang gebaute Kassenschlager A320. Seit Jahresbeginn hat Airbus bereits mehr als 1.200 Festbestellungen und Vorverträge für den Flugzeugtyp eingesammelt. Letztlich gab sich auch Erzrivale Boeing geschlagen und bietet sein Konkurrenzmodell 737 jetzt ebenfalls in einer Version mit sparsameren Triebwerken an. Dessen Auslieferung ist jedoch erst für 2017/2018 angekündigt.
© dpa-AFX | Abb.: Airbus | 16.08.2011 08:35


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