Lieferengpass
Älter als 7 Tage

Moskauer Flughäfen geht das Kerosin aus

Domo
Moskau Domodedowo, © Dmitry A. Mottl, CCBYSA
MOSKAU - Den internationalen Moskauer Flughäfen droht wegen eines akuten Kerosin-Mangels nach Medienberichten der Kollaps. Die drei Airports Domodedowo, Scheremetjewo und Wnukowo beklagten am Freitag, dass der Vorrat nur noch wenige Tage reichen würde. Grund für den Engpass seien ausbleibende Lieferungen, hieß es. Das russische Luftfahrtamt forderte die Regierung nach Angaben der Agentur Interfax auf, den Flughäfen kurzfristig 180 000 Tonnen Treibstoff aus der Staatsreserve zur Verfügung zu stellen.

"Außerdem appellieren wir an die Ölunternehmen, ihre Lieferungen an die Moskauer Flughäfen in vollem Umfang wieder aufzunehmen", sagte ein namentlich nicht genannter Behördenmitarbeiter. Am Abend teilte das Luftfahrtamt mit, dass die Produktion in den einzelnen Firmen deutlich zurückgefahren worden sei - wohl zu Gunsten anderer Treibstoffsorten. Dem Energieministerium und betroffenen Produzenten sei aufgetragen worden, den Engpass zu beheben.

"Wir sind mit der Situation vertraut", sagte Vize-Energieminister Sergej Kudrjaschow nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Es werde alles unternommen, um einen Kollaps zu verhindern. Am stärksten betroffen sei Scheremetjewo, das Drehkreuz der größten russischen Fluglinie Aeroflot, sagte Kudrjaschow. Zuvor hatte ein Airport-Sprecher dort angekündigt, dass vom 10. September an wegen des Treibstoffmangels vermutlich keine Maschinen mehr abheben könnten. Es werde keinen Stillstand geben, sagte der Vizeminister.

In Wnukowo, das unter anderem die Lufthansa-Tochter Germanwings anfliegt, reiche das Kerosin sogar nur für zwei Tage, hieß es. Am größten russischen Flughafen Moskau-Domodedowo, den auch Lufthansa und Air Berlin nutzen, reichten die Vorräte noch etwas länger aus. An der Treibstoffbörse seien in der vergangenen Woche nur 5000 Tonnen bei einer Nachfrage von 270 000 Tonnen angeboten worden, zitierte Interfax einen Mitarbeiter der Flugzeugbranche. Normalerweise würden wöchentlich 30 000 bis 70 000 Tonnen gehandelt.
© dpa | Abb.: Dmitry A. Mottl, CCBYSA | 02.09.2011 13:17


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