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IAG stattet Vueling und Level mit Boeing 737 MAX aus

Vueling Airbus A320
Vueling Airbus A320, © Ingo Lang

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PARIS - Vertrauensbeweis für Boeing: IAG will auf einen Schlag 200 737 MAX 8 und 737 MAX 10 bestellen - noch während für den Typ ein weltweites Flugverbot gilt. Die Flugzeuge sind auch für einen Einsatz bei den Konzerntöchtern Vueling und Level vorgesehen, die derzeit noch auf den Airbus A320 setzen.

"Wir haben jegliches Vertrauen in Boeing und erwarten, dass das Flugzeug in den kommenden Monaten zurück in den Liniendienst geht, wenn die Aufsichtsbehörden zugestimmt haben", sagte IAG-Chef Willie Walsh am Dienstag anlässlich der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.

Bei der Kaufvereinbarung handelt es sich zunächst um eine Absichtserklärung. Außerdem vermeidet IAG, die Maschinen als "MAX" zu bezeichnen. Die Flugzeuge will der Konzern bei seinen Töchtern Vueling, Level und British Airways einsetzen.

Boeing steckt wegen zwei Abstürzen und des daraufhin verhängten Flugverbots für die MAX-Jets in einer schweren Krise. Bei den Unglücken der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air im Herbst 2018 und bei Ethiopian Airlines im März waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Seit rund drei Monaten gilt für die Maschinen der 737-MAX-Reihe deshalb ein weltweites Flugverbot.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte daher gesagt, bei der Messe gehe es ihm diesmal nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit sowie darum, verlorenes Vertrauen bei den Kunden zurückzugewinnen. Wann das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben wird, ist noch völlig offen.

Erst müssen Luftfahrtbehörden in aller Welt ein inzwischen von Boeing geliefertes Update für die Steuerungssoftware MCAS testen und freigeben. Die bisherige Software soll für die Abstürze mitverantwortlich gewesen sein.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 18.06.2019 16:57

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Beitrag vom 24.06.2019 - 10:39 Uhr
Für Boeing ist das sicherlich ein PR-Erfolg.
Aber den gibt es nicht zum Nulltarif: Die Flieger sollen wohl mit erheblichgen Rabatten geliefert werden.
Zusätzlich muss IAG auch in die Schulung (Besatzung, Wartung, Operations(?)) investieren. Das gibt es auch nicht zum Nulltarif. Die Kosten dürften die Boeing-Rabatte schon relativieren.
Wann soll es die ersten MAX geben? Hat Boeing noch diverse offene Lieferpostionen oder muss die Produktion gesteigert werden?

P.S.: Am 31.12.2018 hatte IAG 359 Mittelstecken-Airbus in Betrieb, 92 offene Lieferungen (A320/1) und 128 Optionen (A320) lt. letzter Seite von "Interim Management Report for full year to December 31, 2018"

Dieser Beitrag wurde am 24.06.2019 11:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.06.2019 - 08:11 Uhr
@jasonbourne,

ich möchte deine Zahlen der A320-Familie in der IAG-Flotte zurechtrücken: Sie ist mit 371 Maschinen größer (BA und Vueling haben mehr Maschinen und Iberia Express und Level Austria fehlten). BA 144; IB 42; IB Express 23; Vueling 121, Level Austria 4; Aer Lingus 37.
Airbus hat auch noch 63 offen Aufträge für die A320-Fam zu liefern. (Quelle: Airbus O&D)

Die Kauf-Absichtserklärung von IAG bedeutet also, jeden der beide Duopolisten mit je 200 SA-Maschinen im Konzern vertreten zu haben. Unter Wettbewerbsgesichtspunkten kann ich diesen Ansatz verstehen.

BA und Aer Lingus hatten übrigens früher bis ca. 2000 eine reine B 737-Flotte.

Da irren sie, und zwar gewaltig.
Sie müssen schon genauer hinschauen.

Also ohne ins Detail zu gehen scheinen mir die Zahlen von Gustl stimmig. Nach meiner Überschlagsrechnung (ebenfalls meist basierend aud Airbus A&D) haben alle Airlines des Konzerns ca. 335Ceos und 38Neos im Betrieb sowie 67 Neos geordert. Zusammen wären das mit den offenen Neos 440 Flugzeuge. 200 Max wären im Konzen also fast die Hälfte und wenn man den Esatz von Ceos durch die offenen Neos annimmt ist es sogar mehr als die Hälfte.

Was derzeit mir nicht ganz klar ist sollen 200 bestellt werden oder sind darin 50-100 Optionen enthalten? Die Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt auch wenn bisher nur Absichtserklärung ist schon ein Hammer.
Beitrag vom 24.06.2019 - 07:22 Uhr
@jasonbourne,

ich möchte deine Zahlen der A320-Familie in der IAG-Flotte zurechtrücken: Sie ist mit 371 Maschinen größer (BA und Vueling haben mehr Maschinen und Iberia Express und Level Austria fehlten). BA 144; IB 42; IB Express 23; Vueling 121, Level Austria 4; Aer Lingus 37.
Airbus hat auch noch 63 offen Aufträge für die A320-Fam zu liefern. (Quelle: Airbus O&D)

Die Kauf-Absichtserklärung von IAG bedeutet also, jeden der beide Duopolisten mit je 200 SA-Maschinen im Konzern vertreten zu haben. Unter Wettbewerbsgesichtspunkten kann ich diesen Ansatz verstehen.

BA und Aer Lingus hatten übrigens früher bis ca. 2000 eine reine B 737-Flotte.

Da irren sie, und zwar gewaltig.
Sie müssen schon genauer hinschauen.

Aer Lingus hat 34 A320 CEOS in der Flotte, 16 A321LR und XLR bestellt.
BA hat 131 A320 CEOs, + 35 Neos (teilweise in Betrieb und on order)
Iberia hat 38 CEOs und 20 Neos on order + 8 XLR
Vueling hat 106 CEOs, und insgesamt 56 Neos on order bzw gerade eingeflottet.
Levelhat 7 CEOs.

Rechnet man die Neos raus, auch die noch bestellten als ersatz, dann sind die 200 Max ziemlich genau alle CEOs für die noch kein Neo als ersatz geordert wurde.


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