Nachtflugverbot in Frankfurt
Älter als 7 Tage

Lufthansa Cargo stellt Frachterflotte in Frage

Karl-Ulrich Garnadt
Karl-Ulrich Garnadt, © Deutsche Lufthansa AG

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MÜNCHEN - Sollte das Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen Flughafen durch das Bundesverwaltungs- gericht am 4. April besttigt werden, steht die Frachterflotte von Lufthansa Cargo zur Disposition. Lufthansa Cargo-Vorstandschef Karl-Ulrich Garnadt sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", die derzeitige Lösung, Starts und Landungen auf die Zeiten vor 22 und nach 5 Uhr zu verschieben, sei nur provisorisch. "Das kostet Geld und bringt nichts."

Notfalls müsse sich Lufthansa Cargo längerfristig von seiner Frachterflotte trennen, die aus 18 McDonell Douglas MD 11 besteht.

Durch das Verbot von Flügen zwischen 23 und 5 Uhr rechnet das Unternehmen für das Jahr 2012 mit einem Umsatzverlust in dreistelliger Millionenhöhe und einem Minus von 40 Millionen Euro. Die Hälfte ihrer Fracht transportiert Lufthansa Cargo in den Bäuchen der Passagiermaschinen und lädt sie von dort in die Frachter um. Laut Garnadt scheidet deshalb eine Verlagerung der Frachtflotte etwa nach Leipzig aus, dessen Flughafen eine Nachtfluggenehmigung besitzt.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa Cargo | 25.03.2012 19:07

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Beitrag vom 27.03.2012 - 10:43 Uhr
Offensichtlich besteht in Deutschland eben ein massiver Widerstand gegen Nachtflüge. Das ist eben ähnlich wie mit der Atomenergie.

Repräsentativ gemessen, wo, wann und durch wen? "...ähnlich wie mit der Atomenergie" - genau, und "ähnlich wie mit" Killerspielen, Geschmacksverstärkern und Massentierhaltung: wenn man die Leute fragt, haben alle was dagegen. Aber auf die Annehmlichkeiten verzichten? Another cup of tea...

Wir sind ein reiches Land und brauchen schlichtweg auch nicht mehr jeden Industriezweig. Wenn der Widerstand so groß ist, dann soll man eben in Deutschland aus dem Luftfrachtgeschäft aussteigen (da es nur tagsüber offensichtlich nicht rentabel ist). Klar gehen kurzfristig einige Arbeitsplätze verloren, aber auf die Gesamtwirtschaft wird das genau 0 Einfluss haben. Wenn es den Menschen dadurch besser geht und sie in Frieden leben können - so what?

Luftfracht ist ein Geschäft, was vom schnellen Umschlag der Güter lebt, denn der Faktor Zeit wird ja erst durch den Lufttransport minimiert. Es geht hier häufig um precious/perishable goods, also Waren, die nur frisch bzw. schnell am Zielort zum Verkauf eintreffen müssen, ansonsten ist der gesamte Transport unsinnig. Aufgrund des besonderen Wertes der Waren wird hier auch richtig Geld verdient. Wer hier meint, dass "die paar" Arbeitsplätze ja verzichtbar seien, der unterschätzt den wirtschaftlichen Einfluss dieses Güterverkehrs und würde sich wahrscheinlich wundern, was es von heute auf morgen hier nicht mehr zu kaufen gäbe, wenn die Luftfracht wegfiele. Denn der Strom kommt ja aus der Steckdose und die Milch von Aldi....

Warum sind wir ein reiches Land? Weil wir bisher sehr aktiv im Welthandel mitmischen konnten und wollten. Wenn wir meinen dies nicht mehr zu müssen, wird sich das ganz schnell ändern - grundlegende Logik des Wettbewerbs: wenn wir nicht wollen, machen es andere und verdienen daran. Wir nicht.

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2012 11:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.03.2012 - 22:54 Uhr

Wir sind ein reiches Land und brauchen schlichtweg auch nicht mehr jeden Industriezweig. Wenn der Widerstand so groß ist, dann soll man eben in Deutschland aus dem Luftfrachtgeschäft aussteigen (da es nur tagsüber offensichtlich nicht rentabel ist). Klar gehen kurzfristig einige Arbeitsplätze verloren, aber auf die Gesamtwirtschaft wird das genau 0 Einfluss haben. Wenn es den Menschen dadurch besser geht und sie in Frieden leben können - so what?

Gesamtwirtschaftlich 0 Einfluss - schadet nur dem Industriestandort Deutschland ganz massiv.
Mein Gott dass Leute wie Du, die einfach überhaupt nicht wissen wovon sie reden, in diesem Land überhaupt ihre Meinung sagen dürfen ist schon eine größere Frechheit als jeder Fluglärm.
Beitrag vom 26.03.2012 - 17:34 Uhr
1. wurde gestern nur in (nicht um) Frankfurt gewählt. Davon sind nur die Dribbdebacher wirklich vom Flughafen betroffen... das ist die deutliche Minderheit der Einwohner. Insofern dürfte Fluglärm bei weitem nicht die größte Rolle gespielt haben.
2. Stellt sich die Frage, ob sich bei einer Wahlbeteiligung von knapp über 30% überhaupt irgendwelche Rückschlüsse ziehen lassen. Ich möchte es ja arg bezweifeln...


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