Farnborough 2012
Älter als 7 Tage

Boeing punktet mit MAX, Airbus mit Widebodies

Airbus
Airbus auf der Farnborough Airshow 2012, © Airbus S.A.S.

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FARNBOROUGH - Der Flugzeugbauer Airbus muss seinem Erzrivalen Boeing auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough den Vortritt lassen. Am Donnerstag verkündete der US-Konzern sogar noch einen Megaauftrag für 150 Jets der Mittelstrecken-Baureihe 737. Käufer ist die weltgrößte Fluggesellschaft United Continental. Der Listenpreis liegt bei 14,7 Milliarden Dollar oder umgerechnet 12,1 Milliarden Euro.

Insgesamt sammelte Boeing auf der Messe Aufträge oder Vorverträge für 396 Maschinen ein, Listenwert mehr als 37 Milliarden Dollar. Airbus kam auf 115 Flugzeuge im Wert von 16,9 Milliarden US-Dollar.

Bei der wichtigen Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris ein Jahr zuvor hatte Airbus dank seines neuen, spritsparenden Mittelstreckenfliegers A320neo noch Käufer für 730 Flugzeuge im Listenwert von 72,2 Milliarden Dollar gefunden. Damals guckte Boeing in die Röhre. Doch die Amerikaner haben aufgeholt und auch ihren Verkaufsschlager 737 unter anderem mit neuen Triebwerken auf Vordermann gebracht und vermarkten ihn nun als 737 MAX.

"Wir haben diesmal keine 700 Bestellungen erwartet", sagte der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier am Donnerstag vor Journalisten in Farnborough. Im Gesamtjahr rechnet er allerdings weiter mit festen Aufträgen für mindestens 600 Maschinen, davon sind nach der Messe bereits mehr als 300 erreicht. "Die Jahre 2011 und 2012 zusammengenommen, kommen wir dann auf mehr als 2000 Bestellungen", sagte Brégier der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit 600 Fliegern läge der Auftragseingang erneut über der Jahresproduktion von 570 Maschinen.

Auf der Messe entfiel der Großteil der Bestellungen mit 86 Flugzeugen auf die Mittelstreckenjets der A320-Familie. Im Gegensatz zu Boeing punktete die Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS aber auch mit den größeren und teureren Langstreckenfliegern. Die Messe läuft noch bis zum 15. Juli, die Auftragsflut konzentriert sich aber auf die ersten Tage. An diesem Wochenende ist die Schau für das breite Publikum geöffnet.

Nach einer langen Flaute entschied sich mit der Fluggesellschaft Cathay Pacific wieder ein Käufer von Airbus für die Langversion des neuen Hightech-Fliegers A350. Cathay will gleich 26 Exemplare des A350-1000 genannten Modells abnehmen, dessen Erstauslieferung Airbus vor einem Jahr auf 2017 verschoben hatte.

Leahy: 300 Aufträge für A320neo, 30 für A380

Auch das Langstreckenmodell A330 fand Interessenten. Der Flugzeugfinanzierer CIT und der Konzern Synergy Aerospace aus Kolumbien wollen zusammengerechnet 19 der Maschinen kaufen. Airbus rüstet den Jet in den kommenden Jahren auf: Mit sparsameren Triebwerken und verbesserter Aerodynamik soll er ein höheres Startgewicht vertragen und weiter fliegen können als bisher.

Für das Airbus-Flaggschiff A380 konnte Airbus nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Monat keinen Käufer auf der Messe gewinnen. "In den vergangenen sechs Monaten haben wir uns darauf konzentriert, das Problem mit den Rissen in den Tragflächen zu lösen", sagte Brégier. Verkaufschef Leahy will in diesem Jahr weiterhin 30 Maschinen des Typs absetzen, wie er am Donnerstag betonte. Dies werde allerdings zunehmend schwieriger.

Den Bestelleingang für die klassische A320 sieht Leahy als ein Zeichen dafür, dass der Flieger auch nach dem Start der spritsparenden "neo" gefragt bleibt: "Ich will in diesem Jahr 300 Aufträge für die A320 einsammeln." Die "neo" hat Airbus seit der Vorstellung des Modells vor gut anderthalb Jahren bereits 1.454 mal verkauft. Auf der Messe fand Airbus Kunden für 29 weitere Exemplare. Über weitere Großaufträge wird aber bereits gemunkelt.

Für das herkömmliche Modell entschied sich die russische Fluggesellschaft UTair. Sie bestellte am Donnerstag 20 Mittelstreckenjets der langen Variante A321. Die Gesellschaft wird mit dem Auftrag neuer Airbus-Kunde. Laut Preisliste hat die Bestellung einen Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro). Auf der Messe entschieden sich auch die israelische Fluglinie Arkia, Middle East Airlines aus dem Libanon sowie CALC aus China für die Mittelstreckenflieger von Airbus. Der irische Flugzeugfinanzierer Avolon orderte am Donnerstag 15 A320neo. Avolon ist ebenfalls Neukunde von Airbus.
© dpa-AFX | Abb.: Airbus S.A.S. | 13.07.2012 08:16

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Beitrag vom 16.07.2012 - 11:13 Uhr
Die Herren, die sich über Subventionen und Gott & die Welt (Airbus vs. Boeing) unterhalten möchten, lade ich ein hier weiterzumachen:

 http://www.aero.de/forum/Allgemeines-aus-der-Luftfahrtbranche/Boeing-punktet-mit-MAX-Airbus-mit-Widebodies-geteilt/
Beitrag vom 16.07.2012 - 09:53 Uhr
Meine Postings sind fair und objektiv, leider hat man in Europa keinerlei Objektivität bezüglich Airbus. All die Sündenfälle mit denen man das Unternehmen zur Konkurrenzfähigkeit gepusht hat, werden ignoriert. So kann jeder an die Spitze kommen:  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13521275.html

sehr eindrucksvoll einen artikel von 1986 (!) hier einzustellen.

saludos cordiales
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
fine art photography // design // madrid
Beitrag vom 16.07.2012 - 09:29 Uhr
Ach ja zum eigentlichen Thema hab ich auch noch was zu bemerken. Während Boeing im Jahr 2011 beeindruckende 296 Aufträge für Widebodys (davon 202 x B777) notieren konnte sind es bis 12.7. unterm Strich gerade noch 29 (davon 9 B777). Dafür aber 664 Single Aisle. Also die erwartete Aufholjagd ist im Gang aber bei Widebodys scheint ein wenig die Luft raus zu sein.

Dann müsste Airbus ja in 2012 sogar mehr Widebody-Orders haben, oder? 10 neue A350 und einige A330-(Nach)Bestellungen.
>
Nicht wirklich. Durch eine hohe Zahl von Stornierungen A330F und A350-1000 lag die Zahl bei Airbus per 30.5. unterm Strich bei gerade mal 4. Im Juli kamen 29 dazu. Also auch noch sehr verhalten. Bestellungen kommen aber nicht wirklich kontinuierlich. Da gibt es bei Jahreszahlen gewaltige Schwankungen. Da bei A330 und A350 ein riesiger Berg von Aufträgen abzuarbeiten ist also kein Grund zur Besorgnis.Zudem darf sicherlich noch mit einigen A330 Nachorders gerechnet werden.

Allerdings auf den Kingfisher-Auftrag über 5 A380, 15 A330, 5 A350 und ca. 50 A320 würde ich keinen einzigen Cent wetten. Die landen (bis vielleicht auf einige A320) garantiert alle früher oder später in der Stornospalte.


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