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Qantas storniert Bestellung über 35 Boeing 787

Boeing 787 mit Qantas-Livery
Boeing 787 mit Qantas-Livery, © Boeing

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SYDNEY - Die australische Fluggesellschaft Qantas hat nach dem ersten Verlust seit der Privatisierung 1995 eine Bestellung von 35 Boeing 787-9 storniert. Der Kaufpreis sei vertraulich, aber auf Basis der Listenpreise wäre dies eine Ersparnis von 8,5 Milliarden US-Dollar (6,8 Mrd Euro), sagte Vorstandschef Alan Joyce am Donnerstag in Sydney. Die ersten Dreamliner aus dem jetzt stornierten Auftrag sollten 2014 ausgeliefert werden.

Die Qantas-Tochter Jetstar werde aber planmäßig ab dem zweiten Halbjahr 2013 15 787-8 in ihre Flotte nehmen, sagte Joyce. Mit Eintreffen der Flugzeuge sollen ältere 767 ausgeflottet und Airbus A330 von Jetstar zu Qantas Domestic verlegt werden.

Qantas machte im vergangenen Geschäftsjahr (30. Juni) 245 Millionen australische Dollar (205 Mio Euro) Verlust, nach 250 Millionen Dollar Gewinn im Jahr davor. Joyce machte hohe Benzinkosten und Streiks dafür verantwortlich. Im Arbeitskampf hatte die Airline im vergangenen Jahr den Flugdienst weltweit für einige Tage eingestellt. Tausende Passagiere strandeten ohne Vorwarnung. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf 15,7 Milliarden australische Dollar.

Während Qantas mit ihren Inlandsverkehren Gewinne einfliegt, schreibt die Langstrecke hohe Verluste. Joyce hatte das nationale und das internationale Geschäft im Konzern daher voneinander getrennt.

Eine Vorbestellung für 50 Boeing 787-9 bleibe bestehen, sagte Joyce. Die Auslieferung werde zwei Jahre vorgezogen, auf 2016. Erst Ende Juli hieß es, Qantas plane eine weitgehende Codesharing-Kooperation mit Emirates.
© dpa-AFX | 23.08.2012 06:57

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Beitrag vom 24.08.2012 - 10:15 Uhr
Warum restliche A380 stornieren? Qantas gibt die Langstrecke insgesamt ja nicht auf, sondern lediglich ihre Aspirationen, im Geschäft nach Europa mit den strategisch viel günstiger gelegenen Airlines in Südostasien und dem Golf zu konkurrieren. Das ist weitsichtig, und sich mit einem überlegenen Konkurrenten zusammenzutun hierfür schlau.
Langstrecken nach Asien, Südafrika und Amerika werden weiterhin von Qantas selbst bedient. Hierfür sind sowohl die A380 als auch 787-9 notwendig - letztere nur eben nicht in der Menge wie zuvor geplant, u.a. auch noch mit dem Plan im Blick, gemeinsam mit Malaysian eine neue Premiumairline zu gründen. Das ist ja nun sowieso vom Tisch.
Mit der 787-9 sollten diverse Ziele in Europa direkt angesteuert werden (via Kuala Lumpur oder SIngapur). Das wäre risikoreich gewesen, sich mit Emirates zusammenzutun ist da bedeutend ungefährlicher.
Damit ist allerdings dann auch Qantas für BER gestorben, das dürfte klar sein.
Beitrag vom 23.08.2012 - 22:07 Uhr
Die Stornierung war ja schon allgemein erwartet worden.

Die Kooperation mit Emirates dürfte vorsehen, dass die Langstrecke ab Australien künftig hauptsächlich durch die wesentlich kosteneffizienter und effektiver arbeitende Emirates bedient wird (insb. in Richtung Afrika / Europa). Qantas wird sich hauptsächlich auf den australischen Heimatmarkt und Ziele in der unmittelbaren Umgebung beschränken. Dafür braucht man keine Langstreckenflugzeuge mehr.

Eine sinnvolle Entscheidung des Managements.

Demnach müssten die noch offenen Bestellungen für den A380 aber auch storniert werden. Verschoben sind sie ja bereits.

Ob es vom Management wirklich so klug ist sich mit dem größten Rivalen zusammen zu schließen und damit das eigenständige Langstreckengeschäft fast ganz aufzugeben wage ich zu bezweifeln. Für mich klingt das eher nach dem Anfang vom Ende der renommierten Quantas. Warten wir mal ab wie lange es die Airline noch gibt.
Beitrag vom 23.08.2012 - 14:41 Uhr
Die Stornierung war ja schon allgemein erwartet worden.

Die Kooperation mit Emirates dürfte vorsehen, dass die Langstrecke ab Australien künftig hauptsächlich durch die wesentlich kosteneffizienter und effektiver arbeitende Emirates bedient wird (insb. in Richtung Afrika / Europa). Qantas wird sich hauptsächlich auf den australischen Heimatmarkt und Ziele in der unmittelbaren Umgebung beschränken. Dafür braucht man keine Langstreckenflugzeuge mehr.

Eine sinnvolle Entscheidung des Managements.

Dieser Beitrag wurde am 23.08.2012 14:41 Uhr bearbeitet.


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