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Lufthansa rüstet sich für harten Winter

Lufthansa Airbus A380
Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa stellt sich nach einem weiteren Milliardenverlust im Sommer auf schmerzhafte kalte Monate ein. "Wir stehen am Beginn eines Winters, der für unsere Branche hart und herausfordernd sein wird", sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag in Frankfurt.

Die Lufthansa-Führung versucht den anhaltenden Geldabfluss in der Corona-Krise einzudämmen und hat die Ausgaben stark heruntergefahren. Tausenden Mitarbeitern droht der Jobverlust. Wie teuer der Stellenabbau wird, ist noch offen. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften ziehen sich hin. Spohr will die Kosten für die Streichungen aber noch in diesem Jahr verbuchen.

An der Börse wurden die Nachrichten mit Verlusten quittiert. Der Kurs der Lufthansa-Aktie gab am Vormittag bis zu drei Prozent nach und zählte damit wieder einmal zu den schwächsten Titeln im MDax. Mit einem Minus von mehr als 50 Prozent zählt die Aktie zu den am stärksten gebeutelten deutschen Titeln seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und ist deshalb im Sommer aus dem deutschen Leitindex Dax geflogen.

Dass die Lufthansa überhaupt noch fliegt, verdankt sie milliardenschweren Staatshilfen aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz. Die Regierungen haben den Lufthansa-Konzern und seine Auslandstöchter Austrian Airlines, Brussels Airlines und Swiss im Sommer mit insgesamt neun Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt.

Doch der Flugverkehr in Europa und großen Teilen der Welt liegt wegen der Corona-Pandemie immer noch weitgehend am Boden. Und die Lufthansa verliert jeden Tag mehrere Millionen Euro. Der Vorstand will den Geldabfluss im operativen Geschäft im vierten Quartal jetzt auf durchschnittlich 350 Millionen Euro pro Monat begrenzen.

Im Sommerquartal hatte die Lufthansa den Mittelabfluss auf durchschnittlich 200 Millionen Euro eingedämmt - auch dank der vorübergehenden Erholung im Passagiergeschäft.

Branchenexperte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein beäugt den Mittelabfluss kritisch. Um den Mittelabfluss auch nur zu stoppen, müsste die Lufthansa ihre Flugzeuge wenigstens halb so hoch auslasten wie im vergangenen Jahr, schrieb er am Morgen. Dies sei vor dem zweiten Halbjahr 2021 aber nicht zu erreichen. Bis dahin müsse der Konzern von seiner vorhandenen Liquidität zehren.

Wann der Mittelabfluss tatsächlich gestoppt wird, wagt der Vorstand so auch nur grob zu prognostizieren. Irgendwann im Laufe des nächsten Jahres soll der operative Mittelzufluss zwar wieder ins Positive drehen. Dem Management zufolge muss sich die Pandemie dazu aber so entwickeln, dass der Konzern sein Flugangebot wieder auf rund 50 Prozent des Vorkrisenniveaus hochfahren kann.

Ob das so kommt, ist offen. Stefan Schulte, Chef des Flughafenbetreibers Fraport, erwartet, dass das Passagieraufkommen in Frankfurt - dem wichtigsten Standort der Lufthansa - im kommenden Jahr lediglich 35 bis 45 Prozent des Jahres 2019 erreicht. Allerdings geht er davon aus, dass sich das Geschäft an Flughäfen mit weniger Langstreckenverbindungen schneller von der Krise erholt.

Der Lufthansa-Konzern hat sein Flugangebot für das laufende Quartal wie andere Airlines bereits kräftig zusammengestrichen - auf höchstens ein Viertel des Vorjahreswerts. Um die Ausgaben weiter zu senken, werden ein Großteil der Frankfurter Konzernzentrale und andere Verwaltungseinheiten zum Winter geschlossen.

"Die Menschen haben weltweit eine große Sehnsucht, bald wieder zu reisen", sagte Spohr. "Es muss jetzt darum gehen, Gesundheitsschutz und Reisefreiheit miteinander zu vereinbaren, zum Beispiel durch flächendeckende Schnelltests."

Lufthansa baut Personal ab

Trotz stockender Verhandlungen mit den deutschen Gewerkschaften ist Lufthansa beim Stellenabbau weiter vorangekommen. Ende September beschäftigte der Konzern noch gut 124.500 Mitarbeiter, fast 14.000 weniger als ein Jahr zuvor und spart so rund 900 Millionen Euro Personalkosten im Jahr. Am stärksten war der Abbau mit 10.500 Beschäftigten bei der zum Verkauf stehenden Catering-Tochter LSG Sky Chefs.

Spohr bekräftigte das Ziel, rund 100.000 Jobs im Konzern zu erhalten. Aktuell beschäftigt Lufthansa gut 124.000 Menschen. Während bei der belgischen Tochter Brussels Airlines der Abbau jedes fünften Arbeitsplatzes vereinbart wurde, ziehen sich die Verhandlungen mit den Gewerkschaften in Deutschland hin.

Eingeleitet wurden bei der Lufthansa-Kerngesellschaft die Sozialplanverhandlungen zur Entlassung von 2.800 Bodenmitarbeitern und 1.100 Piloten. Spohr erwartet dies frühestens zur Mitte des kommenden Jahres. Er hoffe aber zuvor auf Vereinbarungen mit den Gewerkschaften.

Thiele zweifelt an Machbarkeit

Lufthansa-Großaktionär Heinz-Hermann Thiele hat wegen der stockenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften bereits vor einem noch stärkeren Stellenabbau gewarnt. "Wenn es nicht kurzfristig zu einer substantiellen Annäherung der Positionen der Tarifpartner kommt, ist die geplante Sanierung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht zu machen", sagte er vor wenigen Tagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Thiele zufolge könnte sich der Abbau in Richtung von 30.000 Vollzeitstellen bewegen. Der Milliardär ist nach dem Einstieg des Bundes der zweitgrößte Lufthansa-Aktionär und hielt zuletzt rund zwölf Prozent der Aktien.

Im abgelaufenen Sommerquartal zogen der Geschäftseinbruch und die Stilllegung vieler Flugzeuge die Lufthansa noch tiefer in die roten Zahlen als ohnehin befürchtet. Unter dem Strich stand in den sonst so wichtigen Reisemonaten Juli bis September ein Minus von fast zwei Milliarden Euro nach mehr als einer Milliarde Gewinn ein Jahr zuvor.

Während der Konzern im operativen Geschäft - wie bereits bekannt - einen Verlust (bereinigtes Ebit) von knapp 1,3 Milliarden Euro verzeichnete, zogen Abschreibungen auf stillgelegte Passagierjets und Finanzgeschäfte zur Absicherung der Treibstoffpreise das Nettoergebnis zusätzlich nach unten. Analysten hatten unter dem Strich im Schnitt mit einem Minus von rund 1,6 Milliarden Euro gerechnet.
© dpa-AFX | Abb.: Fraport AG | 05.11.2020 07:13

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Beitrag vom 05.11.2020 - 19:50 Uhr
@taxman:

..und die Forumsleser nerven mehrfache sich wiederholende sinnlose Posts auch...
Beitrag vom 05.11.2020 - 15:55 Uhr
Lufthansa-Großaktionär Heinz-Hermann Thiele hat wegen der stockenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften bereits vor einem noch stärkeren Stellenabbau gewarnt.

"Wenn es nicht kurzfristig zu einer substantiellen Annäherung der Positionen der Tarifpartner kommt, ist die geplante Sanierung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht zu machen", sagte er vor wenigen Tagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Von einer Einigung mit der VC ist man meilenweit entfernt, vom Angebot im Sommer (Einsparungen in der Größe von 45 %) ist auch nichts mehr zu hören......

Sie scheinen da Insider Wissen zu haben. Erzählen Sie doch mal was meilenweit entfernt heißt und warum? Glaub das interessiert hier mehrere.
Beitrag vom 05.11.2020 - 15:29 Uhr
Lufthansa rüstet sich für harten Winter

Ich weiß ja nicht, wer sich immer solche Überschriften einfallen lässt, der Winter ist immer schlecht für eine Airline.

p.s ja Lufthansa geht gleich unter


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