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Airliner Niki Lauda dankt ab

Niki Lauda
Niki Lauda, © Ingo Lang

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BERLIN - Mit dem Abschied als Non-Executive Direktor im Board von Air Berlin beendet Niki Lauda nach 33 Jahren seine Laufbahn als Airliner und kehrt als Chairman des Mercedes-Teams zurück in seine Formel 1-Welt, die er 1985 als Dreifach-Weltmeister verließ.

Nach seinem Rennunfall am Nürnburgring, der ihn im August 1976 mit schwersten Brandwunden fast das Leben kostete, gründete der Privatpilot Lauda 1979 mit dem Ankauf von zwei Fokker F27 Turboprops seine erste Fluggesellschaft. Um seine neue Leidenschaft zu finanzieren, setzte sich Lauda 1982 erneut ins Cockpit eines McLaren Boliden und wird zwei Jahre später zum dritten Mal Weltmeister in der Formel 1. Kurz darauf verabschiedet sich Lauda aber endgültig als Rennfahrer mit seinem berühmten Sager, "es gäbe schließlich Wichtigeres zu tun als dauernd nur im Kreis zu fahren."

Kurvenreich verlief auch seine Airlinerkarriere. Nach finanziellen Turbolenzen seiner Lauda Air (1) startet Lauda 1985 mit zwei geleasten BAC-11 neu durch. 1990 ging er mit Lauda Air (2) an die Börse und begann nach Erhalt ener weltweiten Linienkonzession mit Langstreckenflügen von Wien nach Asien, Australien und via München in die USA. Mit der Lufthansa als Partner (und Anteilseigner) baute Lauda auch in Europa ein dichtes Zubringer und Regionalnetz auf.

Auf politischen Druck kaufte im Jahre 2002 die damals noch staatliche AUA die private, inzwischen aber hoch defizitäre Lauda Air auf und integrierte ihren Betrieb in ihr weltweites Netz. Im Zuge der fortschreitenden Integration in den Staraliance-Verbund gab Austrian Airlines jedoch die Lauda-Märkte Florida, Kalifornien, Südost-Asien und Australien auf. Im Segment Touristik behielt die AUA die Marke Lauda Air bei, sie wird aber im Frühjahr 2013 endgültig aufgegeben. Prominent präsent ist bei der AUA hingegen nach wie vor die gesamte Lauda Air Langstreckenflotte bestehend aus sechs Boeing 767 und drei 777 Jets. Komplett ausgeflottet wurden inzwischen alle Boeing 737 Jets sowie die exLauda Regionaljets von Canadair.

Nach dem Verkauf an die AUA übernahm Niki Lauda 2003 einen Teil der insolventen Aero Lloyd Austria und gründete in Wien die FlyNiki Luftfahrt GmbH. Lauda betrieb die neue Airline zunächst als reine Chartergesellschaft, änderte aber kurz darauf sein Geschäftsmodell in eine hybride Touristik- und Low Cost Airline, in enger Zusammenarbeit mit Air Berlin. Der Juniorpartner Air Berlin beteiligte sich an FlyNIKI zunächst mit 24,9 Prozent und übernahm im Sommer 2010 im Rahmen eines Betriebkredits schließlich 49,9 Prozent der Airline, die im November 2011 auf 100 Prozent aufgestockt wurden.

Mit der Übernahme seiner Airline wechselte der vormalige Präsident von FlyNIKI als Non-Executive Direktor in den Aufsichtsrat von Air Berlin, wo er primär als Berater tätig war. Lauda's Nachfolger bei Air Berlin wird der ehemalige CEO von BMI Austin Reid.

Im September 2012 übernahm Lauda den Vorsitz im Aufsichtsrat des Mercedes Formel 1 Teams. In einer Laudatio würdigte heute Dr. Hans-Joachim Körber, Chairman des Board of Directors der Air Berlin PLC. "seine engagierte, impulsgebende Mitarbeit zum Wohle des Unternehmens."
© Bob Gedat, aero.at | 03.01.2013 12:26


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