Boeing 787
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NTSB-Untersuchung: Keine heiße Spur beim Dreamliner

Japan Airlines Boeing 787
Japan Airlines Boeing 787-8, © The Boeing Company

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WASHINGTON - Die amerikanische Untersuchungsbehörde NTSB hat, trotz systematischer Laboruntersuchungen, bisher noch keine Ursache für die Batteriefeuer an Bord von zwei Boeing 787 gefunden. Das National Transportation Safety Board (NTSB) veröffentlichte am Sonntag einen neuen Zwischenbericht: Das in Boston am 7. Januar parkend in Brand geratene Flugzeug von Japan Airlines sei als JA829J erst am 20. Dezember 2012 ausgeliefert worden.

Zum Zeitpunkt des Batteriefeuers habe das Flugzeug erst 169 Flugstunden und 22 Flugzyklen erreicht. Die in Brand geratene Batterie der Hilfsgasturbine (APU) sei bei GS Yuasa im September 2012 gefertigt worden.

Das NTSB habe die Zerlegung der inneren Batteriekomponenten fortgesetzt und die letzten der acht Batteriezellen in Angriff genommen. Nun stehe eine Untersuchung per Elektronen-Mikroskop und mit anderen Durchleuchtungstechniken bevor. Die Untersuchung dauere an. Zum Vergleich habe man auch die unbeschädigte, vordere Batterie dieses Flugzeugs untersucht. Hier seien keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden. Diese Untersuchung und Prüfung werde aber noch intensiviert.

Die Laborarbeiten in Arizona seien abgeschlossen worden. Dort habe man bei Securaplane in Tuscon die Anlasssteuerung der APU und die APU-Steuerung bei UTC Aerospace Systems in Phoenix geprüft. Beide Systeme hätten ohne Befund normal funktioniert.

Zwei NTSB-Inspektoren seien nach Seattle entsandt worden, um bei der von der FAA angeordneten Gesamtuntersuchung des Programms 787 bei Boeing mitzuarbeiten. Ein Inspektor widme sich den Testaktivitäten von Boeing, wo man unter FAA-Aufsicht die Ursache der Brände feststellen und ausräumen wolle. Der andere Inspektor konzentriere sich auf die Prüfung der Übereinstimmung der Dreamliner-Dokumentation mit den zuvor behördlich erlassenen Zulassungskriterien für dessen Batterien und Batteriesysteme.

In Japan prüfe unterdessen ein Team unter NTSB-Führung die Batterieüberwachungssysteme der Japan Airlines 787 aus Boston. Diese Untersuchung erfolge bei Kanto Aircraft Instrument Company, Ltd. in Fujisawa. Beide Platinen der Batteriesteuerung seien gereinigt und untersucht worden. Diese hätten sich im APU-Batteriegehäuse befunden. Beide Platinen seien stark beschädigt und könnten nur eingeschränkt ausgewertet werden. Es gebe hier aber keine Anhaltspunkte für besondere Abweichungen.

Die japanischen Behörden untersuchen das Batteriefeuer in einer zweiten Boeing 787 von ANA, die deshalb notlanden musste. Hier war die vordere Batterie in Brand geraten. Bisher deute nichts auf eine vorherige Überladung der Batterie hin, teilten die japanischen Ermittler mit. Die Untersuchung laufe aber noch.

Damit sind die Unfalluntersucher bisher noch nicht auf die Hauptursache der beiden Batteriefeuer gestoßen. Bis auf weiteres bleiben weltweit alle Boeing 787 abgestellt. Allerdings darf derweil Boeing die Dreamliner-Produktion fortsetzen, ohne jedoch Flugzeuge ausliefern zu können.
© FLUG REVUE / Sebastian Steinke | Abb.: The Boeing Company | 28.01.2013 12:26


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