"Seattle Times"
Älter als 7 Tage

Boeing bereitet sich auf Testflüge mit der 787 vor

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Boeing 787-8 ZA006, © The Boeing Company

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SEATTLE - In Woche drei nach dem Grounding der Boeing 787 könnten einige Dreamliner bald wieder abheben, wenn auch nur zu Testzwecken. Die US Luftfahrtbehörde FAA werde Boeing voraussichtlich noch in dieser Woche die Aufnahme von Testflügen erlauben, schreibt die "Seattle Times" unter Berufung auf Kreise. Der Hersteller werde auf diesen Flügen Daten sammeln sowie eine mögliche Lösung für die Probleme mit den Batterien testen.

"Boeing hat einen Antrag auf Durchführung von Testflügen gestellt, der gerade von der FAA geprüft wird", bestätigte der Konzern am Dienstag eine Anfrage von aero.de.

Auf den Flügen soll zunächst ermittelt werden, wie die Lithium-Ionen-Batterien durch Temperaturänderungen im Flug und Vibrationen bei Starts und Landungen beeinflusst werden, erfuhr die "Seattle Times". Eine von Boeing angedachte Lösung sehe vor, die Abschirmung der Batterien zu verstärken und im Überhitzungsfall heiße Gase und Flüssigkeiten nach außen abzuleiten.

Die FAA hatte vor drei Wochen in den Vereinigten Staaten ein Startverbot für alle 787 verhängt, nachdem sich an zwei Flugzeugen von Japan Airlines und All Nippon Airways (ANA) kurz nacheinander Batteriebrände entwickelt hatten. Andere Luftfahrtbehörden folgten der FAA und halten die 787 ebenfalls am Boden. Derzeit fliegt keiner der weltweit 50 ausgelieferten Dreamliner.

ANA hatte unlängst eingeräumt, dass die 787 schon länger mit Batterieproblemen zu kämpfen hat. Bereits in den Monaten vor den Batteriebränden habe man zehn Akkus vorsorglich ausgetauscht, räumte ANA gegenüber der "New York Times" ein.

Die Untersuchungsbehörde NTSB hatte bei einer Zerlegung der am Flughafen von Boston überhitzten Batterie Hinweise auf Kurzschlüsse und eine sich selbst verstärkende Aufheizungsreaktion, ein sogenanntes thermisches Durchgehen, gefunden. "Wir haben es hier mit einem tatsächlich sehr ernsten Problem für die Flugsicherheit zu tun", sagte NTSB-Chefin Deborah Hersman.

Ein Auslöser für die Überhitzung der Batterien konnte bislang allerdings weder von den Behörden noch von Boeing ermittelt werden. Der von Boeing jetzt offenbar zum Flugtest angemeldete Fix scheint auch eher als Übergangslösung gedacht zu sein, mit dem im Notfall die befürchtete Ausbreitung eines Batteriefeuers auf den Rest des Flugzeugs abgewendet werden soll.

Dennoch wäre die Wiederaufnahme von Testflügen zumindest ein Anzeichen dafür, dass Fluggesellschaften mit ihren 787 in absehbarer Zeit auch wieder Passagiere befördern könnten.
© aero.de | Abb.: The Boeing Company | 05.02.2013 10:17

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Beitrag vom 08.02.2013 - 15:44 Uhr
"Boeing-Ingenieure melden sich anonym zu Wort

Derweil machen Boeing-Ingenieure laut dem Fachportal «Der Mobilitätsmanager» für «Dreamliner»-Misere den Umstand verantwortlich, dass ein viel zu grosser Teil der Lieferkette ausgelagert war, mit der Folge, dass Zulieferer Teile von bedenklicher Qualität geliefert hätten, die wiederum von Unterlieferanten gekommen seien, denen Boeing nicht habe auf die Finger schauen können.

Einer der Boeing-Experten, der ungenannt bleiben möchte, sagte dem Bericht zufolge, es gehe beim jetzigen Problem mit den bis auf Weiteres stillgelegten Flugzeugen weniger um die Batterien, sondern vielmehr um die Elektronik-Schaltzentralen im Flugzeug, die den elektrischen Stromfluss für die zahlreichen Systeme des Jets steuerten. Im Innern der Schaltzentralen offenbare sich ein wahrer Verhau mit Billigstteilen, oft aus Plastik, die sehr störungsanfällig seien, heisst es weiter.

Boeing-Sprecher Marc Birtel widersprach laut «Der Mobilitätsmanager» Mutmassungen, wonach Boeing die Zulieferer und deren Produkte nicht in ausreichendem Masse überwacht hätte. Zu weiteren Spekulationen wollte er sich nicht äussern."

Quelle:  http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/kurzschlussserie-boeing-droht-weiterer-aerger

Nachdem bei den Untersuchungen bisher keine Fehler bei den Akkumulatoren selbst gefunden wurden, könnte es wirklich an Fehlern in der Elektronik der 787 liegen. In diesem Fall würde es sicher noch lange dauern, bis eine 787 erneut von einem Boeing-Kunden geflogen wird. Wie konnte es nur so weit kommen? Die FAA ist doch bekannt dafür, bei der Zulassung von Flugzeugtypen in erster Linie auf die Sicherheit zu achten. Und auch Boeing ist doch ein Unternehmen, das für seine Seriosität bekannt ist. Und z. B. die in folgenden Sendungen geäußerten Kritiken an der FAA und Boeing können doch einfach nicht zutreffend sein.

People & Power - On a wing and a prayer:  http://www.youtube.com/watch?v=H5Z289SmLUA

Am Ende wird man wohl Sabotageakte gegen Boeing und die FAA als Ursachen herausfinden. Ironie off

Mayday - Alarm im Cockpit (Staffel 1. Episode 1.) Um Haaresbreite:  http://www.youtube.com/watch?v=H5Z289SmLUA

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MOD-Edit: Youtube-Link wurde eingefügt, sollte jetzt funktionieren. Bitte aber nächstes Mal im thematisch passenderen Thread posten. Danke!

Reynolds

Dieser Beitrag wurde am 08.02.2013 16:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.02.2013 - 19:10 Uhr
Zitat: .... Eine von Boeing angedachte Lösung sehe vor, die Abschirmung der Batterien zu verstärken und im Überhitzungsfall heiße Gase und Flüssigkeiten nach außen abzuleiten.....

Naja, ich kann mir nicht vorstellen das dies eine ernst gemeinte Lösung von Boing sein soll.
Die Batterien sind bisher im jeden Flugzeugtyp hauptsächlich immer die letzte Option, wenn am Ende auch die vorletzte Option der Energieversorgung versagt. Sprich die BAT´s versorgen am Ende noch die wichtigsten Systeme für die schnelle Notlandung (ca. 30 Min. beim A320)

In der ganzen Batteriethematik an der 787 frage ich mich immer, warum man nicht einfach auf Batterien zurückgreift, die zur Zeit den Standard entsprechen.
Selbst wenn die Effizienz der neuen BAT-Technik das Vielfache der sicheren Standard-Batterien übersteigt, wäre es doch einfacher einen Umbau auf den Standard zu vollziehen und das Flugzeug mit einer vorübergehenden Limitation zu versehen (Mehrgewicht/Leistung).

Naja die Experten in Seattle werden schon wissen was sie tun.....
Beitrag vom 05.02.2013 - 21:57 Uhr
Die Effekte, die in den CFK-Flugzeugen ablaufen sind noch unbekannt.
Das Drama, das hier abläuft gehört doch eigentlich zu einer Flugerprobung, bzw. zur Zulassung er Werkstoffe und Konstruktionsmethoden und nicht zu einem Flugzeugtyp, das schon fast 50fach an die Kunden für den Passagierbetrieb ausgeliefert und freigegeben wurde!
Die Akku-Konstruktion ist mangelhaft, wenn die Energie eine thermische Kettenreaktion auslöst und nicht konstruktiv abgemindert wurde. (siehe Kritik von Elon Musk FIrma Tesla)

Wir interpretieren die Testflüge zum einen als eine Ablenkung für die Medien und/oder zum anderen als einen Versuch die mangelnden Kenntnisse mit diesem neuen Design jetzt durch Daten und Fakten verstehen zu lernen.
Die Akkus jetzt zu ertüchtigen, dass sie irgendwie keinen Schaden anrichten sollen, das ist wohl eher eine Verzweiflungstat als eine kompetente Lösung. Denn ein Defekt oder ein Ausfall dieser Akkus hat auch den Ausfall der daran hängenden Bordsysteme zu Folge.
Da der Dreamliner immerhin schon zwei reale Notlandungen wegen Feuer im Fluge und den darauf folgendem Notausstieg der Passagiere/Ingenieure mit den Notrutschen vorgeführt hat, wird wohl jede weitere Panne sehr negativ aufgenommen werden.
Und so, wie wir die Materialkonfiguration einschätzen wird das nicht das letzte Problem dieses Flugzeugs sein, auch wenn man tatsächlich das Akku-Problem gelöst haben will.
Wichtiger ist die Frage, welche Umstände diese Schäden ausgelöst haben, um abschätzen zu können, welche anderen Teile hier im Flugbetrieb ebenfalls geschädigt werden können und ihre geplante Lebenserwartung ebenfalls nicht erreichen werden!
Mal sehen, wer jetzt die Verantwortung für die Freigabe der Dreamliner übernehmen wird und wann die Dreamliner wieder fliegen werden.


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