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Österreichs Flugwirtschaft vereint gegen Ticketsteuer

Flughafen Wien Vorfeld
Full house, © Ingo Lang, edition airside

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WIEN - Vor Beginn der neuen Koalitionsverhandlungen deponierten Österreichs Luftfahrtunternehmen bei der Politik erstmals gemeinsam ihre Forderungen zur "Bereinigung von Standortnachteilen", vor allem durch die wettbewerbsverzerrende Flugabgabe.

In ungewohnter Eintracht appellierte am Freitag AUA-Chef Jaan Albrecht, gemeinsam mit Niki-Chef Christian Lesjak, Julian Jäger, CCO am Flughafen Wien und Gerhard Kunesch, Sprecher der 'ArGe Österreichische Verkehrsflughäfen' vor Journalisten an die künftige Regierung "Mut zu zeigen zu einer österreichischen Entscheidung".

Zusammen repräsentieren die Sprecher rund 80.000 Jobs in der heimischen Luftverkehrswirtschaft, die 1,8 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung erbringen. Laut mehrerer Studien, u.a. vom 'Oxford Economics Institute' würde allein die Abschaffung der 2011 eingeführten Ticketsteuer jährlich 1,1 Millionen zusätzliche Ticketverkäufe mit einem direkten BIP-Beitrag von 229 Millionen EUR generieren, gegenüber einer Steuerabgabe von rund 109 Millionen EUR (2012). Die Abgabe habe Austrian mit rund 35 Millionen und Niki mit 20 Millionen belastet, da sie aus Wettbewerbsgründen nur teilweise auf die Ticketpreise umlegbar war, hieß es unisono. Weiters habe die Abgabe im ersten Jahr vor allem im Regionalverkehr zum Teil zu zweistelligen Rückgängen bei den Passagieren geführt, mit anhaltender Tendenz.

Standortnachteile sehen die Luftfahrtmanager auch in der zum Teil noch fehlenden Anbindung der Flughäfen an den Schienenverkehr. Derzeit sind lediglich die Flughäfen Wien und Graz an das Regionalnetz angebunden. Ab 2015 gäbe es am Flughafen Wien erstmals auch eine Fernanbindung, allerdings nur nach Westen. Vor allem die dringend benötigte Anbindung von Bratislava und Budapest bleibe jedoch immer noch Zukunftsmusik.

Eine weitere Forderung betrifft die Umsetzung von Single European Sky (SES), der einheitlichen Überwachung des Luftraums in Europa. Das SES II Paket der Europäischen Kommission ist seit 2010 EU-Gesetz und dessen Umsetzung bereits im alten Regierungsprogramm festgeschrieben, geschehen sei aber leider nicht viel. Mit dem neuen System könnten die Flugisicherungskosten halbiert und die CO2 Emissionen um 50 Millionen Tonnen verringert werden.

Erst im September 2011 stellte Österreichs Verkehrsministerium seine "Roadmap Luftfahrt 2020" vor. Mit ihrer gemeinsamen Initiative wollen die Luftfahrtvertreter deren Umsetzung nun auch im neuen Regierungsabkommen festgeschrieben wissen.
© aero.at | 18.10.2013 16:48


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