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Ramsauer will Salzburg-Anflüge über Bayern stoppen

Vorfeld Flughafen Salzburg
Vorfeld Flughafen Salzburg, © Flughafen Salzburg

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SALZBURG - Die Stadt Salzburg appelliert an die österreichische Regierung gegen Pläne des deutschen Verkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) zu intervenieren, am Salzburger Flughafen Landeanflüge über bayerisches Gebiet zu unterbinden.

Laut einer neuen Durchführungsverordnung des Berliner Verkehrsministeriums soll über bayerischem Gebiet künftig eine Mindestflughöhe von 7000 Fuß eingehalten werden, was Anflüge in Salzburgs Hauptlanderichtung unmöglich machen würde. Beim Landeanflug auf die Piste 15 (ICAO-CAT3) beträgt die Flughöhe über der von der Pistenschwelle nur 3 Km entfernten Staatsgrenze (Gemeindegebiet der Stadt Freilassing) gerade noch 500 Fuß bzw. 150 Meter.

Sollte die Verordnung tatsächlich wirksam werden, könnte dies für Österreichs zweitgrößten Flughafen das Aus bedeuten. Der besonders im Winter stark frequentierte W.A.Mozart Airport ist für die regionale Tourismuswirtschaft von vitaler Bedeutung. "Dann gehen bei uns im Tourismus die Lichter aus. Der Flughafen ist das wirtschaftliche Rückgrat der Region", warnt Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden gegenüber dem ORF.

Gemeinsam mit diversen Bürgerinitiativen und Aktivisten wehrt sich vor allem die flughafennahe oberbayerische Stadtgemeinde Freilassing seit Jahren gegen die Lärmbelastung durch anfliegende Flugzeuge. An Wintersamstagen landen in Salzburg im Minutentakt Verkehrsmaschinen bis zur Größe einer Boeing 747, die Skitouristen ins Land bringen, vorwiegend in die Salzburger Skigebiete.

Für Schaden kommt die Anordnung überraschend. "Wir haben mit Ramsauer noch im Februar vereinbart, dass wir die Anflugrichtung so verändern, dass es den deutschen Wünschen entspricht und auch eine Deckelung an den starken Winterwochenenden passiert. Trotz der Zusicherung macht er das jetzt mit dieser Durchführungsverordnung - das ist lebensbedrohlich für den Flughafen", so der Obmann des Regionalverbandes.

Aus Sicht der Stadt wäre die Neuverordnung auch ein Bruch des aktuell gültigen Staatsvertrags. Ramsauers Vorstoß in Wahlkampfzeiten ist auch politisch verwunderlich. So hat erst kürzlich eine vom Institut für Grundlagenforschung (IGF) durchgeführte Umfrage eine hohe Akzeptanz des Flughafens auch auf Seiten der bayerischen Anwohner ergeben. Demnach würden 42 Prozent der im bayerischen Umland Befragten den Flughafen regelmäßig nutzen. Vom Fluglärm 'stark belästigt' fühlen sich nur 17 Prozent, 83 Prozent hingegen 'wenig bis gar nicht'. Beim allgemeinen Verkehrslärm steht die Relation bei 31 zu 69.
© aero.at | 29.07.2013 12:08

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Beitrag vom 30.07.2013 - 20:09 Uhr
Oh Mann, da fehlen mir die Worte, ehrlich!
Zum einen ist es erschreckend wie unglaublich hirnrissig manche Vorschläge sind und zum anderen ist es schlicht peinlich, wenn man diese auch noch verwirklichen will!
Ein Flughafen von so vielen Bayern genutzt, der nunmal naturbedingt nur aus EINER Richtung angeflogen werden kann (Circling Rwy 34 / 35 zählt nicht weil auch vom Norden) und ausserdem nicht nur für die Salzburger sondern auch für die bayern Touristen herschafft, dem solch ein schwachsinnigen Irrsinn aufzuladen.... Bäh! Schämen sollte der sich!

So und nun zu den Fragen an Herrn Ramsauer:

Min Alt 7000'AGL über Bayern??? Für wen (welche LFZ, L,M,H,J) ?
Immer? 24h oder zeitlich beschränkt?
Weis der, dass min FuelDump Altitude sogar darunter liegt und dass i.d.R nicht in einem Anflugsektor gemacht wird? Also muss man für Bayern dann CIV-MIL-AIP sowie ICAO Doc's etc ändern?????
Oder dürfen nur Österreicher nicht unter 7000'AGL und deutsche schon?
Kennt der Mann eigentlich sowas wie MRVA??? ( Minimum Radar Vectoring Altitude)
Und wenn ich jetzte eben mit meiner Cessna 3 Stunden am Tag über Freilassing fliege weil es Salzburg Airport nimma gibt, wird dann der GA Traffic auch verboten und pauschal in den Airspace C verlegt wo wegen EDDM Arrivals eh nix geht????

Boah tut mir Leid aber sowas undurchdachtes und sinnloses...

Rgds, PC

Beitrag vom 30.07.2013 - 11:38 Uhr
Eines hat der Ramsauer aber schon erreicht: Er macht sich lächerlich für alle, die sich nicht ganz genau mit der lokalen Materie auskennen. Soll das eine Retourkutsche zu der Erhebung der östereichischen Flugverkehrsabgabe sein?

Da bleibt nur zu hoffen, das die Polen (Heringsdorf), Franzosen(Saarland) etc. nachziehen.
Wie sieht das mit den anderen grenznahen Flugpläzen aus? Soll da auch geramsauert werden - kein Überflug unter 6000ft agl bzw. 7000ft amsl?
Vielleicht muss man demnächst höher als 6000ft agl fliegen, falls man die Alpen überqueren will, ohne in A oder CH zwischenlanden zu wollen.

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2013 11:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2013 - 11:02 Uhr
Die Politik bastelt so lange herum, bis etwas herauskommt das niemandem mehr nützt und möglichst vielen schadet.

Deutschland hat auf diesen Gebiet schon eine Tradition: Zürich, Frankfurt, Berlin und bald auch Salzburg.


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