Korruptionsverdacht am BER
Älter als 7 Tage

Neuer Technikchef soll Schmiergeld gefordert haben

Flughafen Berlin Brandenburg
Flughafen Berlin Brandenburg, © Günter Wicker / FBB

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BERLIN - Die Nachricht von einem Korruptionsfall am BER schlug am Dienstag zunächst kleine Wellen. Gegen einen "leitenden Angestellen" werde ermittelt, richtete der Flughafen aus. Tatsächlich soll aber eine Top-Personalie des BER unter Verdacht stehen, von einem Auftragnehmer eine halbe Million Euro Schmiergeld gefordert zu haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich nach übereinstimmenden Medienberichten gegen Technikchef Jochen Großmann. Am Dienstag sei Großmanns Büro in Dresden durchsucht worden. Der Manager wurde beurlaubt.

Großmann war erst im Herbst als Nachfolger des abgesetzten Technikchefs Horst Amann an den Flughafen gekommen. Der habilitierte Ingenieur sollte endlich die Probleme um die Entrauchungsanlage in den Griff bekommen, das technisch sensibelste Spielfeld am Pannenairport. Großmann selbst bezeichnete das Entrauchungssystem im April als "Monster", das es zu bändigen gelte.

"Wir haben abgewartet, ob die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht bestätigen würde", sagte Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn am Dienstag. "Nachdem es nun Durchsuchungsmaßnahmen in diesem Zusammenhang gegeben hat, werden wir gegen die Beteiligten entsprechende Konsequenzen ziehen."

Die Betreibergesellschaft FBB sei von den Durchsuchungsmaßnahmen nicht betroffen und unterstütze die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vollumfänglich, die wegen des "Verdachts der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr" geführt würden.

Der Flughafenchef kämpft nun gegen weitere Bauverzögerungen. Die Auswirkungen auf das Projekt sollten so gering wie möglich gehalten werden, kündigte Mehdorn am Mittwoch an, ohne Großmanns Namen zu nennen: "Es steht und fällt nicht mit einem einzelnen Mitarbeiter."

Wegen Technikproblemen, Baumängeln und Fehlplanungen kann der drittgrößte deutsche Flughafen seit zweieinhalb Jahren nicht in Betrieb gehen.

Mehdorn hält an den Plänen Großmanns für einen Umbau der Anlage fest. "Wir werden auch in neuer personeller Zusammensetzung den beschrittenen Weg weitergehen", teilte Mehdorn in Schönefeld mit. Er widersprach damit Forderungen aus der Politik, Großmanns Lösung für die Entrauchungsanlage auf den Prüfstand zu stellen.

Dessen Aufgaben übernimmt vorübergehend der Oberbauleiter Frank Röbbelen. Mehdorn betonte, der Flughafen verfolge bei Korruptionsfällen eine "Null-Toleranz-Linie". Das Vergaberegelwerk sei in Ordnung, die Mechanismen hätten gegriffen. "Gegen kriminelle Energie Einzelner sind wir jedoch nicht gefeit."
© aero.de, dpa | Abb.: FBB. Günter Wicker | 28.05.2014 08:40


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