Gewinnwarnung
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Lufthansa fehlen die Umsätze für Ergebnisziele

Lufthansa Boeing 747-400
Lufthansa Boeing 747-400, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa hat wegen schwacher Geschäfte in den Kernmärkten Europa und Nordamerika ihre Gewinnziele dramatisch zusammengestrichen. Für dieses und das kommende Jahr wurden die Prognosen in einer Pflichtmitteilung an die Börse vom Mittwoch deutlich um bis zu einem Drittel zurückgenommen.

Der Aktienkurs der größten Fluggesellschaft Europas stürzte daraufhin ab und lag teils um mehr als 15 Prozent unter dem Vortag.

Der Gewinnwarnung zufolge soll der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2014 nur noch rund 1 Milliarde Euro betragen. Bislang waren 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro angekündigt worden. Für 2015 geht der Vorstand "bei stabilen Rahmenbedingungen" noch von 2 Milliarden Euro aus, obwohl mit dem Ende des Sparprogramms "Score" bislang 2,65 Milliarden angepeilt worden waren.

Für die schwachen Zahlen musste Finanzchefin Simone Menne geradestehen, während der im Mai angetretene neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin daran festhält, seine strategischen Planungen im Juli vorzustellen. Die nun revidierten Ziele stammten noch von seinem Ende April ausgeschiedenen Vorgänger Christoph Franz. Spohr habe die Ziele nun so gesteckt, dass er damit kein Risiko eingehe, meinte Analyst Jürgen Pieper von der Privatbank Metzler.

Es handele sich um eine strukturelle Krise und nicht um kurzfristige Entwicklungen, sagte Menne. Die Überkapazitäten vor allem auf den Nordatlantikverbindungen führten zu einem deutlichen Preisverfall vor allem im bislang lukrativen Segment der spät buchenden Geschäftskunden, die nunmehr eine weit größere Auswahl vorfänden.

Der Verkehr über die Drehkreuze sei weit stärker betroffen als die Tochter Germanwings, die weiterhin auf Kurs sei, die Gewinnzone in diesem Jahr zu erreichen. In Europa leide man unter den zunehmenden Direktverkehren auch der Billigflieger, während auf der Langstrecke vor allem die Fluggesellschaften vom arabischen Golf Kapazitäten in den Markt drückten.

Die Erlöse seien sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Menne. Für Europa nannte sie einen Erlösrückgang von 1,0 bis 1,5 Prozent. Auch die schwachen Vorausbuchungen hätten den Vorstand zur Rücknahme der Ziele veranlasst.

Weitere Kostenbelastungen von jeweils 60 Millionen Euro seien durch den Pilotenstreik im April und durch Wertberichtigungen auf Forderungen in Venezuela hinzugekommen. Auf der Kostenseite würden die Ziele des Sparprogramms sämtlich erreicht.

Rotstift bei Flugangebot und Flotte


Lufthansa werde ihr Flugangebot im kommenden Winterflugplan "spürbar reduzieren", kündigte Menne an. Möglicherweise werde dies auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Deswegen würden auch sämtliche Flugzeugbestellungen unter die Lupe genommen, ob sie verschoben oder gar abgesagt werden müssten. Dies betreffe sämtliche Order bei den Herstellern Boeing und Airbus.

Keine Fortschritte konnte Menne von den Verhandlungen mit den Piloten über deren Übergangsrenten vermelden. Man sei mit Hilfe eines Moderators in konstruktiven Verhandlungen.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: world-of-aviation.de, Björn Schmitt | 11.06.2014 09:33

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Beitrag vom 13.06.2014 - 10:34 Uhr
Wann ist Winter?
Mitte Dezember sind doch die Flieger aus Südamerika oder Australien gut ausgebucht.
Dabei handelt es sich nicht nur um Passagiere, die Weihnachten zu Hause verbringen wollen...


Beitrag vom 13.06.2014 - 00:56 Uhr
Wo sollen denn die zusätzlichen Umsätze herkommen , wenn man Preisführer ist ?
Beitrag vom 12.06.2014 - 21:32 Uhr
Lufthansa muss den Kunden wieder als das nehmen was er ist. Heutzutage geht es leider nur noch um die Aktionäre.
Ich durfte letztes Jahr von LA nach Frankfurt fliegen, in der Potsdam. Glaub das war wohl mit eine der ältesten 747 und noch nicht umgerüstet. So eng bin ich schon lange nicht mehr gesessen. Dazu TV von der Gangdecke. Für eine Premiumairline heutzutage unmöglich. Dieses Jahr bin ich mit Delta nach New York und in die Karibik geflogen. Super freundliches Personal, top Entertainment (Filmauswahl hätte etwas mehr sein können) und auch auf dem 3 Stunden flug free inseat Entertainment. War bei Lufthansa in 11 Stunden nicht möglich.

In die USA bin ich mit LH, US, und delta geflogen. Lufthansa steht für mich leider auf dem letzten Platz was das Preis-Leistungsverhältnis angeht und wird künftig wohl eher nicht gewählt.

Wenn Lufthansa wieder mehr an den Kunden denkt, kommen auch wieder mehr Paxe. Und bei delta gabs die Premium Eco für den Preis einer Tankfüllung.


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