Sicherheit
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Berlin prüft Pläne für US-Kontrollen an deutschen Flughäfen

US Air Force, Sicherheitskontrolle
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA die Sicherheitsvorkehrungen im Luftverkehr deutlich verschärft. Das Archivbild zeigt die Ausbildung eines Sprengstoff-Spürhundes auf dem Flughafen von Anchorage., © US Air Force

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BERLIN - Das Bundesinnenministerium sieht US-Pläne für Einreisekontrollen durch amerikanische Beamte an deutschen Flughäfen skeptisch. Man habe noch "keine abschließende Positionierung" vorgenommen, stehe "dem Ansinnen gleichwohl äußerst zurückhaltend gegenüber", teilte das Haus von Thomas de Maizière (CDU) auf eine Anfrage der "Wirtschaftswoche" hin mit.

Washington will dem Bericht zufolge eigene Beamte an deutschen Flughäfen stationieren, um Fingerabdrücke und Porträtfotos von Reisenden aufzunehmen, die in die USA fliegen. Außerdem sollten diese Passagiere angeben, wohin sie warum reisen und wie lange sie bleiben wollen. Der Einreise-Check solle nach der üblichen Sicherheitskontrolle am Flughafen erfolgen und im Schnitt bis zu zwei Minuten dauern. Die bisher üblichen Einreisekontrollen bei der Ankunft in den USA würden dafür entfallen.

Laut "Wirtschaftswoche" kontrollieren US-Beamte schon an 15 Flughäfen in sechs Ländern, etwa in Irland. Von 2015 an wollten die USA mit weiteren Staaten verhandeln. Das Bundesinnenministerium habe bestätigt, dass die US-Behörden das Thema "anlässlich einer Zusammenkunft zu einem anderen Thema angesprochen" hätten.

Der "Spiegel" berichtet unter Berufung auf das Berliner Innenministerium, dass schon heute rund 40 Bedienstete des US-Heimatschutzministeriums in Deutschland tätig seien. Sie würden aber lediglich an "einigen deutschen Flughäfen" die Luftfahrtunternehmen "beraten" und Passagiere "auf freiwilliger Basis" befragen. Hoheitliche Tätigkeiten übten die US-Bediensteten diesen Angaben zufolge nicht aus.

Laut "Spiegel" gibt es allerdings auch Berichte, dass die US-Beamten an europäischen Flughäfen ihre Befugnisse überschreiten. Sie stellten "regelmäßig Anfragen zu personenbezogenen Daten und Ereignissen, die nicht US-Abflüge betreffen", zitiert das Magazin aus einem Schreiben der Lufthansa an das Bundesinnenministerium. Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff habe angekündigt, das Gebaren der US-Grenzschützer auf deutschem Boden zu überprüfen.
© dpa | 28.09.2014 13:52

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Beitrag vom 02.10.2014 - 10:37 Uhr
@Boeing 757767: Meine Erwägungen sind eher grundsätzlicher Art. Ich denke eben, es ist keine wünschenswerte Entwicklung, wenn hoheitliche Aufgaben wie eine Einreisekontrolle in souveräne Drittstaaten ausgelagert werden.
Beitrag vom 02.10.2014 - 03:40 Uhr
Visa frei in die USA?
Sorry, Visa frei heisst für mich ich schnapp mir meinen Pass und reise da ein - mach das mal in die USA.... Nur weil es nicht mehr Visa heisst....

Die Amis zahlen? Sicher? Auch die ganzen Umbauten?

Und mal ne Praxisfrage: Was passiert, wenn einer an der Kontrolle steht, der drüben gesucht wird?
(ist ernst gemeint die Frage - falls jmd weiss, wie das in Irland oder Canada läuft)
Beitrag vom 01.10.2014 - 23:46 Uhr
@ bluedanube: ich denke eher Sie haben es nicht verstanden. 1. es wird nichts durchgeführt, womit Sie sich nicht bei einer Einreise in die USA von vornerein einvestanden erklären würden. Wo es passiert ist absolut unerheblich.

2. mit dieser ewigen Gleichmacherei ( .... müsste eine solche Regelung dann ja für jedes Land gelten ... ) machen Sie sich mehr Probleme als alles andere. Dann stelle ich nun mal die Frage, wieso Sie als deutscher Staatsbüger in Zukunft weiterhin VISAFREI in die USA ( oder andere Länder dürfen ) wohingegen jeder Thai ( und 99& andere ) für jeden Mist ein Visum braucht.
Profitieren Sie nicht mit einem deutschen Pass mehr als viele Andere von Sonderrechten ?
Ebenso sei nochmals angemerkt, dass diese Regelung eine weitere POSITIVE Sonderrregelung für uns als deutsche Staatsbürger wäre.
Wenn Sie Angst um die Datenwut der Amis haben, dann machen Sie mal besser Ihr Smartphone aus und das Emailkonto zu.

Meine Meinung ( auch wenn ich Ihre akzeptiere ): entweder Sie reisen seltenst in die entsprechenden Regionen, oder Sie schieben hier gerade sehr viele falsche Gründe um sich eine unrealistische Sicherheit aufzubauen. Auch das Hoheitsargument läuft irgendwie ins Leere, weil dann dürfte ja auch keine EU weite / globlale Polizeieinheit internat. Drogenringe etc in mehreren Ländern zerschlagen.

Und weil das Thema Israel schon mal angesprochen wurde hier der Verweis auf die auch im Thread angesprochene Kostenfrage:
Schon mal gesehen was passiert wenn die EL AL in FRA landet ? Da werden 1-2 Wasserwerfer und etliches an Sicherheitspersonal der DEUTSCHEN ( also auf unsere Kosten ! ) an den Flieger gestellt. Das sind Unsummen.

Wenn die Amis hier Ihre Kontrollen machen möchten, dann werden es USA KOSTEN sein,weil USA Bedingung und Personal ( die trauen eh keinem Ausländer ) Dann soll es mir als Steuerzahler auch egal sein !
Von mir aus können die halb Manhattan hier stationieren und mich in FRA schon mal einresen lassen, solange ich nicht in JFK 3 Std in der Schlange stehe !
Was soll denn da der Köder und die Bedingung sein ? Ich darf einreisen und meine Daten werden gefilzt. so oder so. Same same

Dieser Beitrag wurde am 02.10.2014 00:01 Uhr bearbeitet.


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