Testrumpf geht in Rente
Älter als 7 Tage  

A350-Bruchzelle verlässt den Testhangar

TOULOUSE - Nach dem erfolgreichen Abschluss der Belastungstests und des Zulassungsprogramms hat Airbus den Toulouser Spezialhangar geleert und die dortige A350-Testzelle MSN5000 auf das benachbarte Ausrüstungsvorfeld der A380-Endmontage geschleppt.

Aktuelle Fotos aus Toulouse zeigen den mit Flügeln ausgestatteten, statischen A350-Testrumpf MSN5000 auf dem Vorfeld in Toulouse. Er war bei Belastungstests kurzzeitig mit 150 Prozent der höchsten Last, die jemals in einem Flugzeugleben auftritt, beaufschlagt worden, ohne dass bleibende Schäden zurückbleiben durften.

Airbus A350-Bruchzelle im Test
Airbus A350-Bruchzelle im Test, © Airbus

Dazu war die Bruchzelle in einem mit 235 hydraulischen Stellzylindern versehenen, tief im Boden verankerten Spezialgerüst eingespannt worden. Airbus hatte den Flügel nach diesem sogenannten "Ultimate-Load-Test" nicht noch für weitere Tests bis zum absichtlichen Bruch überlastet, da offenbar die Computerauswertung der über 10000 Messkanäle beobachteten Strukturdaten ausreichende Angaben über die verbleibenden Festigkeitsreserven lieferte.

Absichtliche Bruchtests mit den extrem widerstandsfähigen CFK-Flügeln gelten als besonders heikel, da der Flügel splittern kann, wobei gesundheitsschädlicher Staub frei werden kann, der aufwändig gereinigt werden muss. Auch Boeing hatte deshalb bei der 787 auf einen Test bis zum absichtlichen Bruch verzichtet, nachdem der Dreamliner alle geforderten Nachweise erbracht hatte.

Als nächste Bruchzelle dürfte, ein Termin ist noch nicht bekannt, auch die A350-1000 den Toulouser Spezialhangar beziehen. Im zweiten Halbjahr 2016 soll diese gestreckte Version zum Erstflug starten.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Airbus | 18.12.2014 08:30

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Beitrag vom 18.12.2014 - 20:26 Uhr
Da ich selber über eine langjährige Erfahrung hinsichtlich Faserverbund im Flugzeugbau verfüge, hätte mich der Test bis zum völligen Versagen der Struktur echt interessiert.
Bei einem bis heute noch renommierten Flugzeughersteller, mussten wir damals extra den Hauptholm ansägen, um die letztendlich zertifizierte Last von +/- 9g überhaupt darstellen zu können ;-)

Thx @ olfrygt:

Das Video der 777 ist echt beeindruckend. Die Geräuschkulisse kommt aber leider in dem Video nicht so rüber.
Ich kann aber jedem Mitflieger eines aus rein FVK hergestellten Flugzeugs folgendes zusichern. Der Knall, bzw. die Geräuschkulisse bei einem Versagen der Struktur, übersteigt dem bei einem Aufprall auf dem Boden :D
Ok, Du bist tot. Aber Du hast wenigstens im Vorfeld den Knall gehört *lach*



Dieser Beitrag wurde am 18.12.2014 20:46 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.12.2014 - 10:47 Uhr
Hier ein Video zum Bruchtest der 777:  http://youtu.be/Ai2HmvAXcU0


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