Neuer Triebwerkspartner
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Emirates setzt für A380neo auf Rolls-Royce

LONDON - Emirates nimmt für 50 ausstehende A380 Triebwerke von Rolls-Royce und setzt darauf, dass die Briten auch für die nächste Generation des großen Airbus einen Antrieb entwickeln werden. Am Freitag bestellte Emirates 217 Rolls-Royce Trent 900 im Wert von 9,2 Milliarden US Dollar.

Für 90 vorher bestellte Superjumbos hatte Emirates den GP7200-Antrieb der Engine Alliance gewählt. Etwa 30 A380 wird Airbus noch mit diesem Triebwerkstyp für Emirates bauen. Der Umstieg auf das Trent 900 erfolgt mit 25 Flugzeugen, die 2016 bis 2018 in Dubai eintreffen werden.

Im Los der letzten 25 Flugzeuge hofft Emirates bereits auf die Verfügbarkeit einer neuen Version mit modernen Antrieben, der A380neo. Soweit sich Airbus zur A380neo entschließt, habe Emirates mit Rolls-Royce die Lieferung der neuen Antriebe anstelle einiger Trent 900 vereinbart, sagte Airlinechef Tim Clark.

"Was die NEO anbelangt, so warten wir die Entscheidungsfindung in Toulouse ab", so Clark in London. Als Antrieb sei ein Derivat des Trent XWB denkbar, das Rolls-Royce für die A350 entwickelte. Emirates hatte bereits versprochen, den Programmstart einer A380neo mit mindestens 100 Aufträgen zu unterstützen.

Emirates Airbus A380
Emirates Airbus A380, © Ingo Lang

Airbus-Chef Fabrice Brégier sagte am Freitag, dass sein Konzern bislang keine Entscheidung für oder gegen eine A380neo getroffen habe. Das Projekt sei wirtschaftlich gesehen "nicht so attraktiv" wie die Neumotorisierungen der A320 und A330.

"Wir müssen uns fragen, ob es einen Markt gibt", erklärte Brégier. "Zu welchem Zeitpunkt sollen wir sie (die A380neo) bringen und unter welchen Bedingungen die Kosten aufteilen?" Airbus hatte zuletzt durchblicken lassen, dass ein zweiter Startkunde die Entscheidung für eine A380neo erleichtern würde.

Impulse vom Gebrauchtmarkt

Das dünne Auftragsbuch spiegele nicht die Fähigkeiten der A380 wider, befand Clark. Die Verfügbarkeit gebrauchter Flugzeuge werde die Betreiberbasis der A380 in den nächsten Jahren voraussichtlich aber verbreitern.

Eine A380neo sollte nach Vorstellung der Airline "10 bis 13 Prozent" weniger Sprit verbrauchen als das gegenwärtige Modell. Das Trent 900 bringt unter anderem die A380 von British Airways, Lufthansa und Qantas in die Luft.

Neben neuen A380 hält Clark auch nach effizienten Zweistrahlern im Format unterhalb der Boeing 777X Ausschau. Emirates vergleiche weiterhin die A350 und die Boeing 787-9 und -10, sagte Clark. Vergangenen Juni hatte Emirates ihren Auftrag über 70 A350 überraschend aufgelöst.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 20.04.2015 09:29

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Beitrag vom 21.04.2015 - 10:20 Uhr
Frage an die Experten:

warum muss man für die A380neo wieder um sündteures Geld von vorne am Reißbrett beginnen, und kann das bestehende hocheffiziente Trent XWB nicht "einfach" modifiziert sehr schnell zur Marktreife bringen?

Oder noch anders: warum kann man auf die NEO nicht einfach 4 Trent XWB raufschrauben und gut isses? Warum muss man für jedes Muster immer eine komplette Neuentwicklung in Angriff nehmen?

Autohersteller entwickeln ja auch oft für eine Serie nur 1 Triebwerk (zB 4 Zylinder 2.0l TD) und bauen das dann mit verschiedenen Leistungsausbaustufen in alle möglichen Modelle ein.

Warum ist das bei Flugzeugen so schwer möglich?


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