FAA
Älter als 7 Tage

Dreamliner verträgt monatelange Stromversorgung nicht

WASHINGTON - Die US Luftfahrtbehörde FAA weist Betreiber der Boeing 787 auf ein von Boeing erkanntes Risiko im elektrischen System hin. Unter bestimmten Umständen "drohe ein Ausfall der gesamten Stromversorgung", warnt die FAA in einer aktuellen Lufttüchtigkeitsanweisung.

Dieser Fall könne eintreten, wenn eine 787 über 248 Tage ununterbrochen mit bordeigener oder externer Stromversorgung verbunden bleibe. Alle vier Generatoren der 787 würden dann "unabhängig von der Flugphase" in einen Sicherheitsmodus fahren, habe Boeing in einem Laborversuch nachgewiesen.

United Boeing 787
United Boeing 787, © United

Theoretisch bestehe daher die Gefahr, "die Kontrolle über das Flugzeug zu verlieren". Bei einem Stromausfall greifen allerdings sofort Ersatzsysteme. Die 787 würde auf Notstrombetrieb umschalten, ihre Batterien anzapfen und eine Staudruckturbine (RAT) ausfahren, um Strom zu erzeugen.

Die FAA verpflichtet Betreiber in den Vereinigten Staaten nun zum regelmäßigen Herunterfahren der Stromversorgung. Andere Luftfahrtbehörden dürften sich der FAA anschließen und gleiche Maßnahmen für die derzeit 258 weltweit fliegenden Dreamliner vorschreiben. Bis Ende des Jahres will Boeing den Fehler mit einem Softwareupdate beheben.

Frühe Betreiber vermieden in den Kindertagen der 787 Unterbrechnungen in der Stromversorgung, da es beim Wiederhochfahren der elektrischen Systeme regelmäßig zu zeitraubenden Problemen und zahlreichen Fehlermeldungen kam.

Laut Boeing ist das Risiko eines Stromausfalls sehr begrenzt, da die Stromversorgung bei Wartungsarbeiten an den Flugzeugen ohnehin regelmäßig unterbrochen werde. Der Softwarefehler stehe in keinem Zusammenhang mit den Batterieproblemen, welche die FAA im Frühjahr 2013 zu einem mehrmonatigen Grounding der 787 veranlasst hatten.

Lufttüchtigkeitsanweisung (PDF)
© aero.de | 02.05.2015 12:35

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Beitrag vom 04.05.2015 - 07:01 Uhr
fbwlaie: Ich vermute mal, das 32-bit die native Weite des verwendeten Mikrocontrollers ist, so das deren Nutzung einfach nahe lag. Tjanun, alleine die Nutzung von unsigned int hätte hätte das Problem doppelt soweit in die Zukunft geschoben.
Beitrag vom 03.05.2015 - 23:53 Uhr
The software counter internal to the generator control units (GCUs) will overflow after 248 days of continuous power, causing that GCU to go into failsafe mode. If the four main GCUs (associated with the engine mounted generators) were powered up at the same time, after 248 days of continuous power, all four GCUs will go into failsafe mode at the same time, resulting in a loss of all AC electrical power regardless of flight phase.
Beitrag vom 03.05.2015 - 22:52 Uhr
@swift1212
Aber interessant wäre es mal zu erfahren, wie und wo man denn diesen Effekt festgestellt hat, dass die Systeme so präzise ausfallen.

So was nennt sich bei den "Computerspezialisten" Code-Review. Da schauen sich mehrere Personen die Programmzeilen einfach nochmal an ohne vorher daran mitentwickelt zu haben und versuchen die zu verstehen. Dabei können dann solche Bugs sogar auch mal entdeckt werden ... aber erst viel später und nachdem das Produkt schon beim Kunden ist.

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2015 22:53 Uhr bearbeitet.


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