Nahost
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Airbus spricht Airlines aus der zweiten Reihe an

DUBAI - Airbus wirbt im Nahen Osten um neue Kunden, die nicht Emirates, Etihad Airways oder Qatar Airways heißen. An Gesellschaften der zweiten Reihe würden 2032 zwei Drittel aller für diese Region gebauten Flugzeuge geliefert, sagte der dort verantwortliche Airbus-Repräsentant Habib Fekih.

Nach den Auftragslawinen von Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways der letzten Jahre geht Airbus nun gezielt auf kleinere Airlines aus Saudi-Arabien, Ägypten, Algerien, Tunesien und Marokko zu.

"Auf die großen Drei entfallen vielleicht 30 bis 35 Prozent des erwarteten Flottenbedarfs", sagte Fekih in einem Telefoninterview. "Ich sehe keine Airline, die jedes Jahr aufs Neue hunderte Flugzeuge bestellt."

Saudi Arabian Airlines Airbus A330-300
Saudi Arabian Airlines Airbus A330-300, © Airbus S.A.S.

Volumenstarke Aufträge der drei großen Golfairlines lasten gute Teile der aktuellen Airbus-Produktion aus. Emirates erwies sich als mit Abstand größter Kunde des A380-Programms, Qatar Airways stand der A350 als Erstkunde Pate. Für den Zeitraum 2013 bis 2032 peilt Airbus 2.000 Flugzeugverkäufe in die Region an.

Exakt 900 Airbus-Flugzeuge hat der Nahe Osten bislang bestellt, darunter 160 A380. Etwas mehr als die Hälfte - 459 Flugzeuge - lieferte Airbus inzwischen in die Region. Auf die großen Drei entfallen zusammen 573 Aufträge, aus denen 242 Flugzeuge bereits gebaut und übergeben wurden.

Aus offenen Aufträgen sind derzeit also noch mehr als zwei von drei Flugzeugen für Flotten von Emirates, Etihad oder Qatar Airways reserviert. Letztere ist mit 220 Aufträgen der zahlenmäßig größte Airbus-Kunde in der Region. Emirates unterschrieb für 191, Etihad für 162 Airbus-Maschinen.

Auf der letzten Dubai Airshow 2013 platzieren Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und Flydubai Rekordaufträge im Gesamtwert von 162,6 Milliarden US Dollar nach Katalogpreisen bei Airbus und Boeing.

Neugeschäft wittert Airbus unter anderem bei Saudi Arabian Airlines. Saudia werde ihre Flotte bis 2020 von 119 auf 200 Flugzeuge erweitern, sagte ihr Generaldirektor Saleh Al Jaser im Mai. Die Airline betreibe ein Punkt-zu-Punkt-System, im dem sich A320 ebenso wie A330 und A350 gut einsetzen ließen, merkte Fekih an.

Andere Airlines der Region zeigten auch an der A380 Interesse, sagte Fekih, nannte aber keine Namen. Der große Airbus wartet seit einem Jahr auf neue Aufträge. Kleineres Gerät hofft Airbus in den Irak und Jemen zu verkaufen. Auch der Iran sei, bei Aufhebung westlicher Sanktionen, ein vielversprechender Absatzmarkt.

"Ich lebe jetzt seit mehr als 20 Jahren hier", sagte Fekih. "Wir hatten viele Kriege und Krisen und trotz allem wächst der Verkehr schneller als im Rest der Welt."
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Airbus | 28.05.2015 08:46


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