Airline-Logik
Älter als 7 Tage

Delta fliegt lieber leere Sitze als Passagiere von American

ATLANTA - Delta und American lösten ihr Interline-Abkommen zum 15. September auf. Seit Dienstag verzichtet Delta auf Passagiere, die American bei einer Störung im eigenen Flugbetrieb vorher unkompliziert auf einen Flug ihres Interline-Partners umbuchte (und umgekehrt). Sehr viel Sinn macht das Ganze nicht.

Interlining war für Delta und American in erster Linie eine Versicherung für den IROP-Fall (IROP = Irregular Operations). Fiel ein Flug aus oder startete stark verspätet, konnten Passagiere - zu einem pauschal festgelegten Inter-Airline-Tarif - in letzter Minute auf freie Sitze an Bord des Partners gebucht werden.

Delta Boeing 767-400ER
Delta Boeing 767-400ER, © Ingo Lang

In der Presseerklärung zum Ende des Interline-Abkommens mit American prahlt Delta mit ihrer "Durchführungsquote von 99,3 Prozent" im laufenden Jahr. Bei American flutscht es im Flugbetrieb laut Delta nicht annähernd so gut.

"Nehmen wir den Juli - hier buchte American Passagiere zu Delta im Verhältnis fünf zu eins um", beschwert sich Delta-Ertragsmanager Eric Philips. "Leider konnten wir mit American keine Einigung erzielen, die der Zahl von IROP-Passagieren angemessen Rechnung trägt, die American zu uns transferiert."

Delta forderte offensichtlich einen höheren Verrechnungstarif für die gegenseitigen IROP-Buchungen, den American nicht zu zahlen bereit war. Die Aufkündigung des Interline-Abkommens ist trotzdem wenig plausibel. Immerhin füllte American Delta zuverlässig Sitze, die sonst leer geblieben wären - und bezahlte dafür gutes Geld.
© aero.de | Abb.: Ingo Lang | 16.09.2015 09:42

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Beitrag vom 16.09.2015 - 20:56 Uhr
Ganz einfach: diese meistens sehr kurzfristige Buchungen verursachen ziemlich hohe Abfertigungs- und Logistikkosten. Aber die Flugpreise die für diese "Involuntary" Umbuchungen verrechnet werden, sind sehr günstig.
Da lohnt es nur wenn beide gleichermaßen davon profitieren. Wenn Delta das Abkommen nur selten in Anspruch nimmt und American vier mal so viele Fluggäste transferiert, dann ist die Reaktion aus Atlanta nachvollziehbar.

Was für hohe Abfertigungskosten und Logistikkosten sollen das denn sein? Ist doch perfekte Preisdiskriminierung, man verkauft Restplätze über den Grenzposten ohne sich das Preisniveau für normale Tickets zu zerschießen.
Beitrag vom 16.09.2015 - 17:11 Uhr
Ganz einfach: diese meistens sehr kurzfristige Buchungen verursachen ziemlich hohe Abfertigungs- und Logistikkosten. Aber die Flugpreise die für diese "Involuntary" Umbuchungen verrechnet werden, sind sehr günstig.
Da lohnt es nur wenn beide gleichermaßen davon profitieren. Wenn Delta das Abkommen nur selten in Anspruch nimmt und American vier mal so viele Fluggäste transferiert, dann ist die Reaktion aus Atlanta nachvollziehbar.

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2015 20:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.09.2015 - 12:11 Uhr
Das ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Delta ist qualitative weit vor American und hat deshalb keine Lust die Passagiere die sich die billigeren AA Tickets kaufen mit Delta Fluggerät und Service zu transportieren. Am Ende werden die Passagiere sowieso mit DL fliegen wenn AA so unzuverlässig ist und andere Airlines nicht bereit sind die Passagiere mitzunehmen.


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