"Der Spiegel"
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Niki Lauda gibt Air Berlin keine Chance mehr

Niki Lauda
Niki Lauda, © Ingo Lang

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HAMBURG - Niki Lauda verkaufte seine Airline NIKI einst an Air Berlin. Um beide Linien steht es heute nicht zum Besten und Lauda glaubt nicht mehr an eine Rettung. Das Management von Air Berlin mache "seit sechs Jahren einen Fehler nach dem anderen", sagte Lauda dem "Spiegel" (Freitag).

Die Tarifverträge für Piloten und "üppige Flugdienstzeit-Regeln" passen laut Lauda "nicht zur wirtschaftlichen Lage". Als sich Air Berlin an NIKI beteiligte, "waren die Kosten dort rund 40 Prozent niedriger", sagte Lauda. Danach sei alles "nur teurer" geworden. "Bald wird auch dieser Firmenteil nicht mehr konkurrenzfähig sein."

Lufthansa passe sich mit der Günstigmarke Eurowings besser an die veränderten Marktbedingungen an. "Wenn Eurowings so ausgebaut wird wie geplant, wird das die Konkurrenz massiv unter Druck setzen", ist Lauda überzeugt.

Am 28. April legt Air Berlin ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2015 vor. Dann muss Airlinechef Stefan Pichler, inzwischen seit einem Jahr am Ruder, Farbe bekennen und den verlustgeplagten Aktionären die bange Frage beantworten, wie es trotz anhaltender Millionendefizite im Flugbetrieb bei Deutschlands zweitgrößter Airline weitergehen soll.

Seit Wochen halten sich Gerüchte, nach denen Großaktionär Etihad Airways Air Berlin von der Börse nehmen und mit seiner anderen Beteiligung Alitalia verschmelzen könnte. Lauda bezweifelt, dass Etihad mit ihrer Investition in Air Berlin jemals Geld verdienen wird. Die zahlreichen "Geldspritzen" aus Abu Dhabi hätten strukturelle Probleme jedenfalls nicht gelöst.

Möglicherweise wird Air Berlin jetzt noch letztes Tafelsilber - Air Berlin Technik oder NIKI - zu Geld machen, um sich Kapital zu beschaffen. Auch hierüber wurde in den vergangenen Wochen schon heftig in der Branche spekuliert.

Kann Air Berlin noch geholfen werden? "Ich sehe mich trotz meiner Erfahrung in der Luftfahrt außerstande, Air Berlin zu retten", urteilt Lauda im aktuellen "Spiegel".
© aero.de | Abb.: Ingo Lang | 08.04.2016 23:05

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Beitrag vom 21.04.2016 - 13:50 Uhr
Sicherlich kennt sich Herr Lauda ausgezeichnet mit der Luftfahrt aus, er weiß auch ganz genau wo man gut Kosten sparen kann. Wie wäre es denn mit der Wartung der Maschinen und der Schulung des Instandhaltungspersonals? 61 Fehlermeldungen bezüglich einer defekten Schubumkehr ignorieren und ohne Einhaltung der MEL zu starten, spart bestimmt eine Menge Geld...ich kann Herrn Lauda das nie verzeiehen und daher auch nichts auf seine Meinung geben.
Absolut richtig.
Beitrag vom 21.04.2016 - 13:49 Uhr
Fragen Sie doch mal den einen oder anderen Ex-Mitarbeiter, falls Sie Horror-Stories hoeren wollen.
Lauda setzt immer wieder Fluglinien in den Sand und urteilt dann grosskotzig ueber andere? Hauptsache, in den Medien, richtig, Herr Lauda?

Großkotzig? Habe Sie denn den Spiegelartikel mal gelesen?

In den Sand gesetzt? Er hat alle Airlines aufgebaut, erfolgreich geführt und dann verkauft. Welche genau ging da pleite? Wer da mithalten kann, einen Schritt nach vorne.
Beitrag vom 11.04.2016 - 22:49 Uhr
Für Lauda gelten die gleichen Regeln wie für alle??
Ich kenne keinen Airline-Piloten mit Spenderniere der obendrein auf einem Ohr fast taub ist.
Wenn Sie keine kennen heißt das ja nix. Wie kommen Sie darauf, dass man mit einer Niere das Medical Class 1 nicht bekommt? Wenn Sie Ihr Medical verläbgern müssen Sie nur ein zufriedenstellendes Hörvermögen nachweisen. Scheint er zu schaffen.


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