Sand im Getriebefan
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Airbus rechnet mit hecklastigem Jahr 2016

HAMBURG - Der Airbus-Höhenflug der letzten Jahre endete am Donnerstag jäh - im ersten Quartal fiel ein Gewinnrückgang um 23 Prozent an, nachdem es bei den neuesten Flugzeugmodellen zu Verzögerungen kam. Ausgangslage für eine Aufholjagd - höchst ungewiss.

Neue Schwierigkeiten beim Problemflugzeug A400M könnten die Gewinne in Zukunft belasten, teilte das Unternehmen mit.

Das Hochfahren der A320Neo-Produktion werde auf die zweite Jahreshälfte verschoben, da Pratt & Whitney noch an der Behebung eines Triebwerksproblems arbeite, hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag. Bei dem Schmalrumpf-Modell gebe es zudem weitere Lieferkettenprobleme.

Auch bei der Produktion von Kabineneinrichtungen für das Twin-Aisle-Modell A350 würden Lieferengpässe zu einer immer größeren Herausforderung, und beim A400M seien Produktion und Auslieferung von unerwarteten Problemen mit dem Propellergetriebe beeinträchtigt, was deutliche finanzielle Auswirkungen haben könne, so Airbus.

Tom Enders
Tom Enders, © Airbus Group

Konzernchef Tom Enders hielt an seiner Prognose für 2016 für einen Gewinn mindestens auf Vorjahresniveau fest. Airbus sei in der Lage, die Lieferverzögerungen aufzuholen. Doch Enders Kunden werden zusehens ungeduldig oder fordern finanzielle Entschädigungen.

Fast fertige Flugzeuge binden bei Airbus Kapital: die liquiden Mittel sanken im ersten Vierteljahr um 36 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, zeitgleich erhöhte sich das Umlaufvermögen um 2,8 Milliarden Euro - ein klares Indiz dafür, dass Airbus derzeit einige Auslieferungen vor sich her schiebt.

Herausfordernd und frustrierend

Natürlich darf man gerade in der Luftfahrtindustrie nicht zu viel in ein mieses Quartal hineinlesen. Trotzdem waren die vergangenen drei Monate für Airbus wenig erfreulich, Enders selbst sprach von einem "herausfordernden" ersten Vierteljahr und einer "frustrierenden" Entwicklung des A400M-Programms.

Airbus stellte die Anleger bereits vor Donnerstag auf ein hecklastiges Jahr 2016 ein, was Auslieferungen und Gewinn angeht. Das ist eher das Best-Case-Szenario.
© aero.de, Bloomberg | Abb.: Airbus | 29.04.2016 14:52

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Beitrag vom 30.04.2016 - 21:24 Uhr
Wenn ich mir die Meldungen der GE TW an der 787 ansehe, weis ich nicht, ob dann Airbus nicht noch ein Problem mehr hätte.

GE und RR tun sich da ingesamt nicht viel.
Allerdings hat GE deutlich mehr finanziellen Spielraum für zukünftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag wurde am 30.04.2016 21:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.04.2016 - 21:21 Uhr

Ich werde das Gefühl nicht los, daß Airbus strategisch unbedingt ein Fuß in die GE-Tür reinbekommen muss..

Wenn ich mir die Meldungen der GE TW an der 787 ansehe, weis ich nicht, ob dann Airbus nicht noch ein Problem mehr hätte.
Beitrag vom 30.04.2016 - 19:36 Uhr
Werte Mitforisten, glaubt ihr wirklich das es ein solches Problem ist?

Im wahrscheinlichsten Fall bringt Prat im Sommer wie angekuendigt ein Update und nach 6 Monaten (Ende DEZ. - JUN/JUL) ist das Ding erledigt.

Ist ja nicht so als wuerde man solche Effekte nicht bereits kennen....

Ganz so entspannt sehe ich das nicht (mehr):
Ich bin noch nicht wirklich überzeugt davon, dass das TW-Problem im Sommer behoben ist. Das SW-Update sollte ja jetzt schon fertig sein und wurde verschoben. Die engültige mechanische Lösung dürfte wg. Nachqualizierungen noch länger dauern.

Noch bedenklicher bewerte ich die Meldung, daß es beim A320neo weitere Probleme gibt: Hydraulik, Verkabelung in der Kabine. Was hat hat sich in diesen Bereichen eigentlich verändert, daß dort jetzt Zulieferprobleme auftreten?

Je länger diese Problem dauert wird nicht nur Umsatz in der Kasse fehlen, sondern auch Neuaufträge ausbleiben, weil durch den fehlenden Abbau von Backlog keine Slots freiwerden. Gerade bei dem Butter-und-Brot-Produkt A320 ist das schon ist das schon mehr als peinlich. Man hatte wirklich lange genug Zeit...und es ist nicht die erste P&W-Einführungspanne...

Ich werde das Gefühl nicht los, daß Airbus strategisch unbedingt ein Fuß in die GE-Tür reinbekommen muss..


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