737 MAX
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Boeing erwägt Korrekturen an seinem Regenmacher

Boeing 737 MAX - Erstflug am 29. Januar 2016
Boeing 737 MAX - Erstflug am 29. Januar 2016, © The Boeing Company

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CHICAGO - Bombardier brach vergangene Woche mit einem Großauftrag über 75 CS100 von Delta die Phalanx von Airbus und Boeing ein klein wenig auf. Bei Boeing reift die Erkenntnis, dass die 737 MAX am unteren und oberen Ende des Schmalrumpfmarkts in Bedrängnis geraten ist.

Airbus liegt mit mit 85 Prozent Marktanteil der A321neo meilenweit vor der 737 MAX 9. "Mit Aufträgen von Delta, Lufthansa (Swiss, Red.) und Air Canada und einem EIS in diesem Jahr ist auch die CSeries kein kleines Ärgernis mehr, sondern ein ernstzunehmender Konkurrent", stellt Aerospace-Analyst Ron Epstein fest.

Boeing zeigt sich zunehmend offen für Korrekturen an der 737 MAX, nur über den Umfang ist man sich in Seattle noch nicht klar.

"Wir sind in einer starken Position, wissen aber auch, dass wir uns in einem wettbewerbsintensiven Markt bewegen", sagte Konzernchef Dennis Muilenburg am Montag. Falls Boeing seine Strategie für den Schmalrumpfmarkt nachstellen müsse, "werden wir darauf vorbereitet sein".

Ein 757-Nachfolger, positioniert in der Mitte des Markts ("MoM"), wäre die große Lösung. Eine Neuentwicklung in diesem kaum getesteten Segment ist aber ebenso eine Wette auf die Zukunft. Boeing muss ein Design finden, dass Investitionen von Airlines rechtfertigt und zeitgleich der 737 nicht das Wasser abgräbt.

737 MAX 7X und gestreckte 737 MAX 9

Denn die 737 bleibt für Boeing auf absehbare Zeit der Regenmacher - jeden vierten Dollar setzt der Konzern laut Bloomberg-Analyst George Ferguson mit seinem kleinen Airliner um. Den Wert offener Programmaufträge beziffert Bloomberg auf 200 Milliarden US-Dollar.

Boeing spielt verschiedene Designs durch, darunter ein elliptischer Rahmen mit zwei Gangreihen. Vor Mitte der 2020er wird daraus allerdings kaum ein "MoM"-Flugzeug hervorgehen. In letzter Zeit konzentriert Boeing Ressourcen eher auf Lösungen, die unmittelbar an der 737 MAX ansetzen.

An die Stelle der 737 MAX 7 könnte eine geschrumpfte 737 MAX 8 treten. Statt 126 Sitzen wären in einer "737 MAX 7X" 150 Sitze in zwei Klassen bei größerer Reichweite möglich. Boeing soll das Konzept bereits intensiv mit den 737-MAX-7-Kunden Southwest Airlines und WestJet diskutieren.

Die 737 MAX 9 wird Boeing möglicherweise verlängern, das Flugzeug auf ein neues Fahrwerk stellen und mit stärkeren Triebwerken ausstatten, um die A321neo nicht weiter enteilen zu lassen. "Wir wären nicht überrascht, wenn Boeing seine Schmalrumpfstrategie nocheinmal überdenkt", sagt Epstein.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Boeing | 04.05.2016 15:17

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Beitrag vom 08.05.2016 - 12:30 Uhr
Boeing müsste zumindest die FAA davon überzeugen, dass ein STC für die Zulassung reicht...
Ob die FAA das Spiel aber mitmachen wird?
Die 747-8 Zulassung war doch auch beachtenswert... Ein ganz neues Flugzeug, dann die Probleme beim Test. Und am Ende war nur ein STC nötig!
Beitrag vom 08.05.2016 - 00:18 Uhr
Längeres Fahrwerk klingt ja nach einer sehr einfachen Lösung aber dafür muss die Fahrwerksaufhängung im Flügel weiter nach außen rutschen. Zwischen Rumpf und Flügel müsste dafür etwas eingebaut werden.

Diese Konstruktion erfordert Entwicklungsaufwand den Airbus nicht hat. Also kann Airbus den A321neo günstiger anbieten bzw. mehr Gewinn pro Flugzeug erzielen.
Beitrag vom 04.05.2016 - 21:31 Uhr
Ist ja nur eine Übersetzung von hier:

 http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-05-02/boeing-ceo-prepared-to-defend-rainmaker-737-as-rivalry-heats-up


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