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Lufthansa findet weiter zu wenig Flugbegleiter

Lufthansa Flugbesatzung
Lufthansa Flugbesatzung, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa fehlen weiterhin Flugbegleiter für den Sommer. Bis Mitte Mai seien etwa 500 Kabinenmitarbeiter neu bei Lufthansa eingestellt worden, antwortete die Airline auf eine Anfrage von "Bloomberg". Das ist nur gut ein Drittel der 1.400 Stellen, die Lufthansa 2016 besetzen will.

Weitere 1.400 Flugbegleiter sucht Lufthansa in diesem Jahr für die Kabinen ihrer Günstigebene Eurowings.

Die anhaltend gute Beschäftigungssituation in Deutschland, ein langjähriger Tarifstreit mit der Kabinengewerkschaft UFO und nicht zuletzt dürftige Gehälter erschweren Lufthansa die Personalsuche.

"Die Hälfte unserer Bewerber kam früher von Hotels und Restaurants", sagte UFO-Vorstand Nicolay Baublies. Angesichts besserer Perspektiven in diesen Branchen und sich verschlechternden Bedingungen bei Lufthansa blieben diese Bewerbungen nun aus.

Als Zwischenlösung haben sich Lufthansa und UFO im März darauf verständigt, dass Flugbegleiter in der aufkommensstarken Sommersaison fünf Prozent mehr arbeiten, was etwa 1.000 Stellen entspricht.

Trotzdem musste Lufthansa die Neuaufnahme der Strecken nach San Jose und Panama Stadt verlegen, mehrere A340-600 am Boden lassen und will in den Teilflotten Airbus A330 und Boeing 747-400 von Juni bis September pro Flug mit einem Flugbegleiter weniger auskommen.

"Wir haben einen gewissen Engpass, sonst würden wir diese Maßnahmen nicht ergreifen", gestand Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf ein.

Neue Flugbegleiter beschäftigt Lufthansa auf einer Basis von 83 Prozent einer Vollzeitstelle, sie erhalten ein Grundgehalt von 1.417 Euro. Der Mindestlohn für eine Vollzeitstelle liegt in Deutschland bei 1.473 Euro. Laut aktuellen Stellenanzeigen vergütet Easyjet Kabinenjobs zwischen 1.220 und 1.800 Euro pro Monat.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Lufthansa | 25.05.2016 14:29

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Beitrag vom 01.06.2016 - 19:58 Uhr
Nein...ich widerspreche mir da nicht. Ich sagte doch auch im zweiten Absatz das diese, hier so gerne als "noch nicht weiter qualifiziert" bezeichneten Bewerber, faktisch doch alle Abitur und oder eine einschlägige Berufsausbildung haben. Nicht wenige sogar ein Studium. Die haben also alle einem einfachen Schulabschluss mindestens 2-3 Jahre Schule voraus. Und das muss bei LH auch so sein und ist absolut so gewollt. Da wird vom ersten Tag an richtig am Kunden gearbeitet und nicht geübt und es sollte alles sitzen. Auch kann es schon sehr bald zu einer Notsituation kommen. Auch das muss sitzen.

Wenn Sie sich die Einstellungsbedingungen anschauen, da reicht ein Schulabschluß, egal welcher. Berufsausbildung ist keine Bedingung. Das muss auch so sein, denn sonst würden sich zu wenige bewerben, und die Guten darunter würden gar nicht gesichtet. Auch wenn ich mich wiederhole, bei der durchgängig benötigten Menge kann man sich eine hohe Eingangsanforderung nicht leisten.
Was da steht ist doch völlig belanglos. Was zählt ist doch, wen man am Ende einstellt. Und da stellt LH nun mal Schulabgänger direkt - Ausnahmen gibt es wenige - minimal mit Abitur ein. Höchstens bei später anders qualifizierten reicht dann ein älterer anderer Schulabschluss.
Andere Airlines machen das anders, führen ihr Personal dann aber auch langsamer in den Beruf ein (beschränktes Einstzgebiet mit weniger internationalen Publikum, nur Econmy, etc). Bei Lufthansa geht es sofort auf Langstrecke auch in die Business und man möchte auch nicht das eine junge Kollegin einen Passagier der vielleicht 6000€ für sein Ticket gezahlt hat sofort verschreckt. Also achtet man sehr genau darauf, wer da kommt.
Geringere Voraussetzungen sind dort nur genannt weil es eben auch ältere Bewerber aus dem Berufsleben gibt, die passen könnten und nicht verschreckt werden wollen. Den Auswahlprozess -und sei es nur das englische - zu überstehen ist für Bewerber ohne Abitur - native speaker ausgenommen - nur sehr schwer machbar.
Und bisher konnte LH trotz der Ansprüche so seinen Bedarf decken ohne auf das Minimum an genannten Voraussetzungen zurückgreifen zu müssen. Jetzt ist es aber schwieriger als früher. Erstmal hat man zu lange gar nicht eingestellt und zweitens fuhrt das abgesenkte Gehalt zu weniger Attraktivität. Auch ist die Beschaftigungslage am Arbeitsmarkt deutlich besser als in der Vergangenheit. Massiv gestiegenene Mieten in den beiden HUB-Ballungsräumen wirken da auch nicht positiv.

Ich weiß nicht woher Sie Ihre Vermutungen haben, aber hier wie versprochen ein paar Daten...

LH stellt ein was sie bekommen können, wenn die Qualität stimmt. Das wechselt hin und her, je nach Angebot und Saison. Es sind in der Tat überproportional viele mit Abitur dabei, das liegt aber nicht an den Kriterien sondern daran, dass viele Studenten diesen Job neben dem Studium betreiben. Mit Abitur hat man keine größeren Chancen auf den Job. Aktuell sind eher ältere Teilnehmer in den Kursen, das sind die Bewerber aus den den auslaufenden Verträgen Boden Dezentral. Es werden wohl mehr Studenten kommen/bleiben. Es gibt ein neues Programm Study and Fly das mit einer höheren Flexibilität versucht den Bedürfnissen der Studenten gerecht zu werden, damit sie bleiben. Die Fluktuation liegt immer noch sehr hoch. Bei fast Null Wachstum sind das fast 1500/Jahr an Bedarf. Das ist 3 x alter Wert. Es kommen auch viele Studenten zurück, die nach dem Studium keinen Job finden oder denen die Bedingungen nicht passen, zB. befristete Verträge. Bei LH gibt es auch Festveträge. Insgesamt hat man erkannt, das man mehr bieten muss als bisher. Es scheint aber nicht das Geld zu sein, eher die Bedingungen. Generation Z ist eben sehr wählerisch.

Dieser Beitrag wurde am 01.06.2016 20:01 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.05.2016 - 11:48 Uhr
@ TravellerB
Bei all diesen unsinnigen Berufsvergleichen wird das wichtigste auch immer unter den Teppich gekehrt. Lufthansa stellt für die Kabine nahezu nur Personal mit mindestens Abitur und/oder Berufsausbildung aus dem Bereich Hotel/Gastronomie ein. Dies ist notwendig und beabsichtigt da sich meist nur hier die die mindestens geforderte Sprachenkenntnis findet. Da fallen also 95% der Friseusen und ein Großteil der Altenpfleger schonmal Weg.

Aber Lufthansa rekrutiert eben im Regelfall - klar gibt es Ausrutscher - allenfalls auf dem Papier noch nicht qualifizierte aber ansonsten hochgradig fähige Leute. Da geht es um Gute schulische Ausbildung, hohe Interkulturelle und zwischenmenschliche Kompetenz, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit in extremsten Situationen bis zum Unglück sowie Sprachentalent und Vorbildung. Wie viele Friseusen sprechen fließend und konversationssicher auch nur eine Fremdsprache?

Widerspreceh Sie sich da nicht? Einmal nur Berufsausgebildet und Abitur, dann noch nicht qualifiziert?
Nein...ich widerspreche mir da nicht. Ich sagte doch auch im zweiten Absatz das diese, hier so gerne als "noch nicht weiter qualifiziert" bezeichneten Bewerber, faktisch doch alle Abitur und oder eine einschlägige Berufsausbildung haben. Nicht wenige sogar ein Studium. Die haben also alle einem einfachen Schulabschluss mindestens 2-3 Jahre Schule voraus. Und das muss bei LH auch so sein und ist absolut so gewollt. Da wird vom ersten Tag an richtig am Kunden gearbeitet und nicht geübt und es sollte alles sitzen. Auch kann es schon sehr bald zu einer Notsituation kommen. Auch das muss sitzen.

Wenn Sie sich die Einstellungsbedingungen anschauen, da reicht ein Schulabschluß, egal welcher. Berufsausbildung ist keine Bedingung. Das muss auch so sein, denn sonst würden sich zu wenige bewerben, und die Guten darunter würden gar nicht gesichtet. Auch wenn ich mich wiederhole, bei der durchgängig benötigten Menge kann man sich eine hohe Eingangsanforderung nicht leisten.
Was da steht ist doch völlig belanglos. Was zählt ist doch, wen man am Ende einstellt. Und da stellt LH nun mal Schulabgänger direkt - Ausnahmen gibt es wenige - minimal mit Abitur ein. Höchstens bei später anders qualifizierten reicht dann ein älterer anderer Schulabschluss.
Andere Airlines machen das anders, führen ihr Personal dann aber auch langsamer in den Beruf ein (beschränktes Einstzgebiet mit weniger internationalen Publikum, nur Econmy, etc). Bei Lufthansa geht es sofort auf Langstrecke auch in die Business und man möchte auch nicht das eine junge Kollegin einen Passagier der vielleicht 6000€ für sein Ticket gezahlt hat sofort verschreckt. Also achtet man sehr genau darauf, wer da kommt.
Geringere Voraussetzungen sind dort nur genannt weil es eben auch ältere Bewerber aus dem Berufsleben gibt, die passen könnten und nicht verschreckt werden wollen. Den Auswahlprozess -und sei es nur das englische - zu überstehen ist für Bewerber ohne Abitur - native speaker ausgenommen - nur sehr schwer machbar.
Und bisher konnte LH trotz der Ansprüche so seinen Bedarf decken ohne auf das Minimum an genannten Voraussetzungen zurückgreifen zu müssen. Jetzt ist es aber schwieriger als früher. Erstmal hat man zu lange gar nicht eingestellt und zweitens fuhrt das abgesenkte Gehalt zu weniger Attraktivität. Auch ist die Beschaftigungslage am Arbeitsmarkt deutlich besser als in der Vergangenheit. Massiv gestiegenene Mieten in den beiden HUB-Ballungsräumen wirken da auch nicht positiv.
Beitrag vom 27.05.2016 - 11:05 Uhr
Wer sich mit den luftrechtlichen Voraussetzungen für die Kabinenbesatzung gemäß EU-/JAR-OPS1 (Abschnitt O) vertraut gemacht hat, wird einsehen, daß bei der Personalauswahl Mindestvoraussetzungen zu erfüllen sind, analog wie Kollege TravellerB zutreffend ausgeführt hat.

?? Das sind doch rein medizinische Vorraussetzungen?? Über 18 und innerhalb der Vorgaben gesund. Das hat doch mit der, sagen wir mal, intelektuellen und empathischen Qualität nix zu tun. Oder was genau meinen Sie?

Dieser Beitrag wurde am 27.05.2016 11:07 Uhr bearbeitet.


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