Triebwerksprobleme
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Qatar Airways storniert Bestellung der ersten A320neo

Airbus A320neo
Airbus A320neo, © Airbus S.A.S.

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DUBLIN - Das Verhältnis zwischen der Golfairline und Airbus spitzt sich weiter zu: Qatar Airways hat wegen Verzögerungen aufgrund von Triebwerksproblemen offenbar die Übernahme der ersten bestellten A320neo abgesagt.

Qatar-Chef Akbar Al Baker hat genug: am Freitag gab er bekannt, dass seine Fluggesellschaft aufgrund der monatelangen Verzögerungen bei der Auslieferung des ersten Airbus A320neo von einer Stornierungsklausel Gebrauch machen werde.

Zudem wolle die Airline bald Gespräche mit CFM International beginnen, um auf die andere Triebwerksoption, das LEAP-1A, zu wechseln.

Hintergrund sind die Kinderkrankheiten des Getriebefans PW1100G-JM des amerikanischen Triebwerksherstellers Pratt & Whitney. Anfänglich sorgten zahlreiche Fehlermeldung der Triebwerkssoftware (FADEC, Full Authority Digital Engine Control) für eine hohe Arbeitsbelastung im Cockpit.

Zudem gibt es Probleme bei der Kühlung: werden die Triebwerke nach einem Flug ausgeschaltet, verzieht sich die Welle, weil die noch heiße Luft im Inneren nach oben steigt. Werden sie dann wieder angelassen, könnten die Schaufeln des Hochdruckverdichters am Gehäuse streifen und damit den Verschleiß erhöhen.

Deshalb hat Pratt & Whitney eine sehr konservative Anlasszeit zwischen zwischen zwei und vier Minuten pro Triebwerk empfohlen - zu lang für einen Kurz- und Mittelstreckenflieger wie die A320neo.

Mittlerweile hat Pratt & Whitney nachgebessert: Software-Updates sorgen zum einen dafür, dass die Zahl der Fehlermeldungen deutlich reduziert wird und dass die Triebwerke nach dem Wiederanlassen eine bestimmte Zeit lang im Leerlauf betrieben werden, um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen.

Zudem gibt es auch Veränderungen an der Hardware. Dämpfer sorgen dafür, dass sich die Welle nicht verbiegt und einige Schaufeln im Verdichter erhalten eine Beschichtung, um eine vorzeitige Abnutzung zu verhindern.

"Wir haben die wenigen Kinderkrankheiten gelöst. Triebwerke aus der Serienproduktion, die momentan an Airbus geliefert werden, enthalten bereits Hard- und Software-Verbesserungen", so Pratt & Whitney in einer Stellungnahme auf der Unternehmenswebsite.

Bislang wurden sieben A320neo ausgeliefert: zwei an Lufthansa, vier an die indische Billig-Airline IndiGo und zuletzt eine an die ebenfalls indische Niedrigpreis-Fluggesellschaft GoAir.
© FLUG REVUE - Ulrike Ebner | Abb.: Airbus | 07.06.2016 12:49


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