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Airbus streicht A380-Produktion kräftig zusammen

Airbus A380 in Farnborough
Airbus A380 in Farnborough, © Airbus

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FARNBOROUGH - Düstere Aussichten für den weltgrößten Passagierjet A380: Der Flugzeugbauer Airbus streicht die Produktion des Fliegers um mehr als die Hälfte zusammen - auf nur noch ein Flugzeug pro Monat und das schon ab 2018 korrigiert Airbus die Rate nach unten.

Wegen ausbleibender Neubestellungen sollen ab 2018 jährlich nur noch 12 Maschinen des Typs die Werkshallen verlassen, wie Airbus am Dienstagabend bei der Farnborough Airshow bei London mitteilte.

"Davon erholt sich die A380 nicht mehr", sagt Luftfahrt-Analyst Richard Aboulafia schon das Ende des Programm voraus. "Die neue Rate ist extrem unwirtschaftlich", daher werde Airbus die Produktion in einigen Jahren komplett einstellen.

Im vergangenen Jahr hatte Airbus noch 27 Jets des Typs fertiggestellt und bei der Produktion dabei gerade so schwarze Zahlen geschrieben. Laut Airbus-Chef Fabrice Brégier soll dies 2017 auch bei 20 Maschinen und durch weitere Einsparungen später auch bei geringeren Produktionszahlen der Fall sein.

Airbus hatte allerdings schon vor langer Zeit eingeräumt, die Entwicklungskosten von 25 Milliarden Euro wahrscheinlich nie wieder einzuspielen.

Noch am Montag hatte Airbus-Verkaufschef John Leahy für die kommenden 20 Jahre einen weltweiten Bedarf für fast 1.500 ganz große Jets vorausgesagt. Die Entstehung von Mega-Städten werde den Bedarf treiben. Für die A380 könnte dieser Trend allerdings zu spät durchschlagen.

Der Finanzchef des Mutterkonzerns Airbus Group, Harald Wilhelm, hatte bereits vor längerem ein mögliches Ende der A380 ins Spiel gebracht.

Emirates fürchtet Programmende

Eine zwischenzeitlich angedachte technologische Verjüngung brachte auch nicht die Wende - neben Emirates zeigte keine Airline größeres Interesse an einer A380neo. Airbus legte das Konzept dieses Jahr für unbestimmte Zeit auf Eis, Emirates resignierte.

"Ich kann Toulouse zu nichts zwingen", sagte Emirates-Präsident Tim Clark im Juni während der IATA Jahreskonferenz in Dublin. "Meine größte Sorge dieser Tage ist, dass sie die Produktion des Flugzeugs einstellen." 
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 12.07.2016 20:29

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Beitrag vom 14.07.2016 - 05:43 Uhr
Sehr schade! Aber wahrscheinlich hätte Airbus sich seinerzeit schon auf ein besseres Konkurrenzmodell zur B777 konzentrieren sollen, anstelle dieses Riesenflugzeug zu bauen!

Nein, überhaupt nicht! Die Entscheidung zum Bau der A380 ist im Jahr 2000 gefallen, nachdem Boeing aus dem gemeinsamen Projekt eines VLA-Jets mit Airbus 1998/99 ausgestiegen ist. Und Boeing hat dies mitnichten getan, weil es damals plötzlich keine Zukunftsaussichten mehr gesehen hatte, sondern im Gegenteil aus rein politischen Gründen: man wollte diesen Markt nicht mit Airbus teilen und hatte schlichtweg geglaubt, dass Airbus das Projekt nicht alleine wird fortsetzen werden. Da hatte an sich in Everett aber massiv getäuscht: Airbus machte im A3XX-Projekt weiter, welches dann in die A380 mündete.

Boeings Umschwung im Marketing mit der Point-2- Point-Philosophie kam erst mit dem Launch der 7E7 (später 787) 12/2003, also weit nach 9/11, als sich der Luftverkehrsmarkt schon massiv verändert hatte. Aber unbeabsichtigt hatte Boeing zufälligerweise genau die richtige Entscheidung zum richtigen Zwirpunkt gemacht: kein VLA, dafür aber kleiner Widebody.

Kurz: zum Zeitpunkt der Entscheidung zur A380 haben alle Marktbeobachter und Experten einen Markt für ein neues VLA-Flugzeug gesehen - auch die Schlauberger, die heute behaupten, niemals etwas anderes vertreten zu haben. Airbus Entscheidung basierte auf tiefgreifender Marktanalyse und nicht Größenwahn. Das ändert freilich nichts daran, dass die reale Entwicklung in eine andere Ricntung verlaufen ist und sowohl A380 als auch B747 ihren Markt eingebüßt hat

Die 7E7 muss man schon als das sehen was es ist/war- die Reaktion auf einen kompletten Eibruch der Verkaeufe der B767 im PAX Bereich, der vorausgegangenen Fehler der B767-400, mit dem A330 mitzuhalten.

Es ist ja nicht so, das Boeing nicht versucht haette, dem A380 etwas entgegen zu setzten,nicht umsonst gibt es heute die B748.

Die Entwicklung des A380 war damals jedenfalls richtig, es mangelt nur an am Flieger selbst.
Der A380 ist zu schwer, und hat gegen moderne composite Flugzeuge einen Gewichtsnachteil.
Die Triebwerke sind nicht ideal, und hier muss man auch nochmal auf das 4 vs. 2 eingehen.

Und dann ist es aktuell so, das der LCC Boom den Markt auch fuer Langstrecke massiv dureinander gewirbelt hat- das hat man damals nicht so kommen sehen. Das FR 500 B737 betreibt, sorry, das wusste damals keiner.
Das hat halt die Zubringer fuer die Langstrecke extrem teuer gemacht, und aus dm Wettbewerb raus haben viele Airlines einfach Angst, sich mit einem A380 ueberkapazitaeten anzuschaffen.

Man siehe MH, die ihre A380 los werden wollen, oder Quantas, die ihre A380 nicht mehr wollen/brauchen.
Die Kanibalisierungeffekte, die 100 A380 vom Golf aus anrichten hat man so auch nicht erwartet.

Und zu Emirates:
Wer mal eben 150 A350 storniert, um einen Papierflieger der Konkurrenz zu kaufen, braucht sich nicht wundern das man fuer ihn alleine kein eigenes Modell auflegt.

Ich weiss nicht ob der A380 eine Zukunft hat, gut moeglich das A350-1000 und deren Stretch sowie B777x in Zukunft die Flagschiffe sein werden.
Beitrag vom 14.07.2016 - 04:17 Uhr
Mich würde auch immernoch sehr interessieren wieviel der Entwicklungskosten, die heute dem A380 die nachhaltige Wirtschaftlichkeit vermiesen, ohne dieses Programm dann vor allem im A350 Programm angefallen wären. Das wird man aber leider nie genau sagen können. Dennoch ist es meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen, diese Geld immer als verschwendet anzusehen. Man hat für den A380 sicher viel entwickelt, was für die Zukunft der anderen Programme genutzt werden könnte.
Beitrag vom 13.07.2016 - 22:27 Uhr

Bei der A380 wäre ich mir nicht so sicher. Totgeglaubte leben länger, wie ihr allemann wissen solltet. Es ist nur eine Weltberuhigung vonnöten, dann wird wieder in die Hände geklatscht.

Das halte ich nur für einen Spruch, der nicht belastbar ist. Es gibt heute nur einen winzigen Anhaltspunkt - durch Airbus selbst: diese massive Reduktion der Produktion kann u.a. auch den Hintergrund haben, einfach Zeit gewinnen zu wollen in der Hoffnung, dass sich die Situation bis 2025 soweit geändert hat, so dass dann eine A380neo marktfähig ist. Aber ehrlich: das ist jetzt schon echt viel Glaskugel am Rande des seriösen...

Schon mal was von Hoffnung gehört, also ...


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