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Lufthansa verhandelt über Kauf von Air-Berlin-Vermögenswerten

Lufthansa und Air Berlin am Flughafen München
Lufthansa und Air Berlin am Flughafen München, © Werner Hennies, Flughafen München GmbH

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DÜSSELDORF - Lufthansa verhandelt einem Pressebericht zufolge mit Air Berlins größtem Aktionär über einen Kauf von Vermögenswerten des deutschen Konkurrenten. Die Gespräche mit Etihad drehten sich um die Übernahme der dezentralen Verkehre von Air Berlin - Strecken abseits der Drehkreuze Düsseldorf und Berlin.

Dies schreibt das "Handelsblatt" (Mittwoch) unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise. Lufthansa und Air Berlin wollten den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Zu den entsprechenden Start- und Landeslots gehören dem Bericht zufolge rund 40 Flugzeuge mitsamt Crews. Das alles - so die Überlegung - könnte von der neuen Lufthansa-Tochter Eurowings übernommen werden.

Während sich der Lufthansa-Aktienkurs kaum bewegte, sprangen Air Berlin im späten Frankfurter Handel um fast sechs Prozent nach oben.

Für Air Berlin - das Unternehmen habe 2015 einen Betriebsverlust von 306 Millionen Euro eingeflogen - könnte der Verkauf laut Zeitung die Chance für eine strategische Neuausrichtung sein.

Die Airline könne sich mit dann noch rund 100 Flugzeugen als reine Netzairline auf Düsseldorf und Berlin konzentrieren, hieß es. Sie würde damit besser zum Premium-Anspruch des Großaktionärs Etihad passen. Air-Berlin-Chef Stefan Pichler hatte in den vergangen Monaten mehrfach bekräftigt, Air Berlin in diese Richtung zu entwickeln.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr wiederum könne zeigen, dass sein Konzept, Eurowings als Konsolidierungsplattform für den europäischen Luftverkehr zu etablieren, funktioniere.

Ein denkbares Szenario ist, dass Lufthansa die dezentralen Air-Berlin-Strecken, Flugzeuge und Crews in einer eigenen Flugbetriebsplattform organisiert, die dann für Eurowings fliegt.

Allerdings gibt es dem Bericht zufolge noch offene Fragen. An einzelnen Flughäfen wie etwa Hamburg kämen Lufthansa und Air Berlin auf einen gemeinsamen Marktanteil von fast 70 Prozent. Das könnte kartellrechtliche Probleme verursachen. Ziel sei es, bis spätestens Oktober zu einer Entscheidung zu kommen.
© dpa-AFX | Abb.: FMG, Werner Hennies | 19.07.2016 20:45

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Beitrag vom 22.07.2016 - 09:41 Uhr
Als Beobachter des Einkaufsgeschicks von Heinrich Lohse hätte ich das nämlich auch so gedacht.
Spricht ja dann auch nicht unbedingt dafür, dass die Leasinggeber übermäßig großes Vertrauen in AB hätten
Beitrag vom 22.07.2016 - 09:16 Uhr
Ist es üblich, dass man das dermaßen breit streut?


Generell sollte man annehmen das man bessere Konditionen bekommt wenn man größere Mengen least. Aber als Leasinggeber muss man auch im Auge behalten wie solide ein Leasingnehmer eingeschätzt wird. Als Verantwortlicher hätte ich Bauchschmerzen wenn ich 30 Flieger an AB verleast hätte. Zwei, drei oder auch 5 kann man dagegen leichter verkraften zumal man bei AB vermutlich höhere Leasingraten verlangt. Dieser Hintergrund dürfte das Sammelsurium an Vermietern erklären.
Beitrag vom 22.07.2016 - 08:36 Uhr
 http://www.rp-online.de/wirtschaft/was-lufthansa-mit-air-berlin-vorhat-aid-1.6133173


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