Umschwung
Älter als 7 Tage

Amerikas Airlineriesen werden vorsichtig

TOULOUSE - American Airlines lässt sich 22 Airbus A350 später liefern und stellt sich auf unbequemere Jahre ein. Auch Delta und Southwest Airlines halten ihr Geld lieber zusammen, verlegen Flugzeugauslieferungen und machen ihre Bilanzen für einen zyklischen Abschwung wetterfest.

Günstiger Treibstoff und ein übervoller Gebrauchtmarkt verhageln Airbus und Boeing 2016 das Neugeschäft mit Großraumflugzeugen. Auf der Farnborough Airshow waren vorwiegend Mittelstreckenjets gefragt, für die Programme A380 und 777 gingen gar keine Messeaufträge ein.

Am Freitag folgte der nächste Schocker als American ankündigte, 22 A350 im Schnitt 26 Monate später abzurufen.

"Amerikanische Fluggesellschaften waren die mit Abstand profitabelsten Akteure im weltweiten Airlinemarkt", sagt Analyst Sash Tusa. "Wenn US-Airlines jetzt Kapazitäten verlegen, sendet das kein positives Signal in den Rest der Branche."

American Airlines Boeing 767-300
American Airlines Boeing 767-300, © Ingo Lang

Nach dem Kaufrausch der letzten Jahre überdenken mehrere Airlines kurzfristige Flottenstrategien und Ausbaupläne. American, Delta und United werden im internationalen Verkehr mit mehr Augenmaß wachsen, um Ticketpreise nicht weiter mit zu viel Angebot zu verwässern.

Selbst Southwest Airlines wird vorsichtig und teilte Boeing gerade mit, dass 67 737 MAX 8 bis zu sechs Jahre später geliefert werden sollen. So verlegt der Günstigflieger ein Investitionsvolumen von 1,9 Milliarden US-Dollar weit in die 2020er Jahre hinein.

"Das Problem ist, dass solche Schritte langsam zu einem Trend werden, denn sie sind eine Reaktion auf Marktkräfte, die derzeit jeder spürt", sagt Analyst Richard Aboulafia. Ausgabenkürzungen seien das einzige Instrument, mit dem sich Airlines jetzt noch aus eigener Kraft auf einen Abschwung vorbereiten können.

Delta vertagte im Mai vier A350-Termine von 2018 auf die Jahre 2019 und 2020. Bei American sollten die neuen Airbus-Zweistrahler ab Anfang 2018 ältere A330-300 ablösen. Jetzt verteilen sich die Auslieferungen auf einen Zeitraum von Ende 2018 bis in das Jahr 2022.

Die Verlegung der A350 "verschafft uns vor allem Flexibilität", erklärte American-Chef Scott Kirby am Freitag. "Wir können bestehende Flugzeuge länger fliegen und unsere Wachstumsziele erreichen - oder wir legen sie wie geplant still und ziehen, angesichts des schwachen internationalen Umfelds, unsere Ausbaupläne zurück."
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Airbus | 25.07.2016 10:11

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Beitrag vom 26.07.2016 - 11:49 Uhr
Wollte nur sagen das TK über den Atlantik kontinuierlich und deutlich wächst, wogengen zur selben Zeit andere, auch die grossen Amerikanischen Airlines auf dieser Route stagnieren oder Probleme vermelden. Klar sind das nicht nur Amerikaner, sondern Passagiere aus aller Welt. Wollte keinen persönlich angreifen.

Hab ich auch nicht so verstanden. Aber es ist fast unmöglich hier Vergleiche zu ziehen. Die Absicht hinter der TK Expansion ist eine sehr eigene und nicht übertragbar. TK muss auch auf NA expandieren wenn sie denn ein global Player werden wollen, auch wenn es sich erst mal wirtschaftlich nicht renet. DL hat IST aus dem Programm genommen, da dort nichts zu verdienen war. IST ist nur eine Strecke im System und wenn man mit dem Flieger woanders Geld verdienen kann geht man eben da hin. Anbindung ist ja über Skyteam/Code share gewährleistet.
Beitrag vom 26.07.2016 - 10:31 Uhr
Wollte nur sagen das TK über den Atlantik kontinuierlich und deutlich wächst, wogengen zur selben Zeit andere, auch die grossen Amerikanischen Airlines auf dieser Route stagnieren oder Probleme vermelden. Klar sind das nicht nur Amerikaner, sondern Passagiere aus aller Welt. Wollte keinen persönlich angreifen.
Beitrag vom 26.07.2016 - 09:01 Uhr
Oder Sie bereiten sich auf eine Trump Regierung vor :).

Alle diese Gesellschaften verfügen über Flotten zwischen 700 und 1000 Flugzeuge stark. Teilweise fliegen sie uhralte Schmodderröhren. Wenigstens die Kunden sollten es diesen Airlines Wert sein gerade mal 22 frische Flugzeuge zu übernehmen. Tk macht es den Airlines in Amerika vor, wie es die Amerikaner mögen zu fliegen.

Sie sprechen in verschlungenen Pfaden. Wie ist das mit den 22 Flugzeugen zu verstehen?

Das mit den neuen Fliegern bei TK liegt an der unterschiedlichen Historie. Die Amies sind schon da wo TK erst hin will. Das ist schwierig zu vergleichen.

Ob die Flieger mit Amerikanern besetzt sind wissen wir nicht. Das wird sich in Grenzen halten. Es kommen (kamen 2010-2015) tgl. 2000 Amerikaner in der Türkei an, TK bietet allein knapp 3000 Plätze tgl nach USA. Mit dem Europa Wettbewerb schaffen sie vielleicht 15%, das wären 300 am Tag. Ich würde mal sagen, TK spielt in den Herzen der amerikanischen Reisegewohnheiten eine untergeordnete Rolle.

Die genannten Wachstumszahlen sind ohne Bezug. Wenn ich nicht nach A fliege, aber morgen doch, dann wäre das eine Steigerung um 100%.

Ich bin gespannt, wann TK den Speed aus Ihrer Wachstumsstrategie rausnimmt. Dann würden die Rückgänge mathematisch auch sehr dramatisch ausfallen.

„Gegen Leistungen kommt man nur mit Leistungen auf.“ der ist für die Amerikaner.

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ für wen der ist, könnt ihr euch selber denken.
Robert Bosch


Dieser Beitrag wurde am 26.07.2016 09:04 Uhr bearbeitet.


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