"Süddeutsche Zeitung"
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Air Berlin vor Aufteilung an Lufthansa und Tuifly

Air Berlin Airbus A320
Air Berlin Airbus A320, © Air Berlin

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MÜNCHEN - Die seit Jahren kriselnde Fluggesellschaft Air Berlin steht einem Pressebericht zufolge möglicherweise vor drastischen Einschnitten und plant eine Halbierung ihrer Flotte. Noch in dieser Woche könnte sich das Schicksal von Deutschlands zweitgrößter Airline entscheiden.

Neben der diskutierten Abtretung von rund 40 Flugzeugen an die Lufthansa-Tochter Eurowings könnten weitere Maschinen in eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft mit der Tui-Tochter Tuifly eingehen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Montag) und zitiert dazu Air-Berlin-Kreise. Derzeit spreche Tui mit den Berlinern über diesen Schritt.

Der neue Ferienflieger könnte demzufolge die 17 Maschinen der Air-Berlin-Tochter Niki und diejenigen 14 Flugzeuge umfassen, die Tuifly bisher samt Personal langfristig an Air Berlin vermietet hat. Air Berlin würde dann mit rund 70 Flugzeugen nur noch rund halb so viele Maschinen in Eigenregie betreiben wie heute.

Dem Bericht zufolge sollen in diesem Zuge auch 1.000 der rund 8.600 Jobs bei der Fluglinie wegfallen.

Sprecher von Tui und Air Berlin wollten den Bericht nicht kommentieren. Allerdings hatten Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann und Geschäftsführer Jochen Büntgen in einem Brief an die Belegschaft am Freitag bestätigt, dass Tuifly "angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation der Air Berlin" immer wieder mit dem Unternehmen selbst und Partnern im Gespräch sei und mögliche Kooperationen auslote. Schließlich müssten sie die wirtschaftlichen Interessen ihres Unternehmens mit insgesamt 41 Flugzeugen wahren.

Tuifly müsse vorbereitet sein, dass der heutige Air-Berlin-Anteil ihres Flugprogramms gesichert sei, "auch für den Fall, dass sich die Lage bei Air Berlin weiter verschlechtert", hieß es in dem Brief. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hat in den vergangenen drei Jahren rund 1,2 Milliarden Euro Verlust eingeflogen und wird seit Jahren mit Geldspritzen ihrer arabischen Großaktionärin Etihad in der Luft gehalten.

Lufthansa entscheidet über Air-Berlin-Deal

Schon weiter fortgeschritten scheint der mögliche Deal zwischen Air Berlin und Lufthansa. Dem Vernehmen nach soll der Lufthansa-Aufsichtsrat an diesem Mittwoch (28. September) über die geplante Übernahme des Air-Berlin-Geschäfts abseits der Drehkreuze Düsseldorf und Berlin entscheiden.

Gelingt die Vereinbarung, wären rund 40 Air-Berlin-Maschinen künftig samt Personal für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings unterwegs.

Update 1: Piloten fordern Klarheit

Im Poker um Air Berlin hat die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" mehr Transparenz verlangt. Die Kollegen bei Air Berlin wie auch beim möglichen Kooperationspartner Tuifly seien verunsichert über die Zukunft ihrer Jobs, sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Montag in Frankfurt.

"Wir brauchen zügig verlässliche Informationen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Das gelte auch für die Piloten der rund 40 Maschinen, die an die Lufthansa-Tochter Eurowings vermietet werden sollen.

Update 2: Woche der Entscheidung

Die faktische Zerschlagung von Air Berlin soll Insidern zufolge noch in dieser Woche unter Dach und Fach kommen. Wenn der Lufthansa-Aufsichtsrat am Mittwoch der Übernahme von rund 40 Air-Berlin-Maschinen samt Besatzung zustimme, solle Ende der Woche ein weiterer Deal mit der Tui-Fluglinie Tuifly folgen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Dabei solle die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki zusammen mit 14 Tuifly-Maschinen, die bisher für Air Berlin unterwegs sind, in eine neue, gemeinsame Ferienfluggesellschaft eingehen. Die Verhandlungen für Air Berlin führt dem Vernehmen nach die arabische Fluglinie Etihad, die mit einem Anteil von 29,2 Prozent die größte Aktionärin der zweitgrößten deutschen Fluglinie ist.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Ingo Lang, Großbild: Air Berlin | 26.09.2016 09:47

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Beitrag vom 28.09.2016 - 15:11 Uhr
"Es dient alles einem einzigen Zweck: Zubringer nach TXL und DUS und dann mit EY/AB weiter nach AUH oder mit eigenem Gerät in die USA/Karibik und vice versa."

Ich hoffe sehr, das sie zumindest das noch erhalten bleibt. Obwohl die Flüge nach Asien über AUH für mich nicht mehr in Frage kommen. 2 x 6 Stunden mit rumhängen in AUH (trotz Lounge und Spa) ist einfach Mist - jedenfalls für mich.
Beitrag vom 28.09.2016 - 14:34 Uhr
@A345 wie kommst Du denn auf diese Aussage:

Palma gibt es mit AB nur noch ex DUS und TXL. Eine Base hat AB in PMI schon lange nicht mehr, es ist ein reines Drehkreuz. Der Flugplan soll Sommer wie Winter fast identisch sein, da gibts kein reines touristisches Geschäft mehr, das macht dann EW.

Aktuell 5 mal täglich HAM, 3 mal FRA, 2 mal MUC, 2 mal HAI, mehr habe ich nicht rausgesucht.


Ich verstehe den Einwand nicht. HAM, FRA und MUC nach PMI übernimmt sicherlich die EW. (Gut bei FRA kann ich mir auch anfangs vorstellen, dass da die Mutter fliegt)

Wenn die Aussage von A 345 die Zukunft betrifft, ja dann ist der Einwand obsolet. Hätte dann allerdings

"Palma gibt es mit AB ""IN ZUKUNFT oder DANN""nur noch ex DUS und TXL" heissen müssen. Er hat es in Präsens geschrieben und ich habe es deshalb falsch verstanden...Sorry

Dieser Beitrag wurde am 28.09.2016 14:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.09.2016 - 14:22 Uhr
@A345 wie kommst Du denn auf diese Aussage:

Palma gibt es mit AB nur noch ex DUS und TXL. Eine Base hat AB in PMI schon lange nicht mehr, es ist ein reines Drehkreuz. Der Flugplan soll Sommer wie Winter fast identisch sein, da gibts kein reines touristisches Geschäft mehr, das macht dann EW.

Aktuell 5 mal täglich HAM, 3 mal FRA, 2 mal MUC, 2 mal HAI, mehr habe ich nicht rausgesucht.


Ich verstehe den Einwand nicht. HAM, FRA und MUC nach PMI übernimmt sicherlich die EW. (Gut bei FRA kann ich mir auch anfangs vorstellen, dass da die Mutter fliegt)


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