Tim Clark
Älter als 7 Tage

Emirates-Chef sieht für A380 schwarz

FRANKFURT - Günstige Langstrecken von Lufthansa und Air France-KLM rufen Emirates auf den Plan. "Mehr und mehr Netzwerkairlines werden in den Markt für günstige Fernstrecken einsteigen", sagte Emirates-Chef Tim Clark am Freitag in Berlin. Auch Emirates befasst sich mit dem Segment und hat noch weitere Ideen.

Etwa A380-Flüge auch aus Hamburg. Der Hamburger Flughafen baut gerade neue Fluggastbrücken, die eine Abfertigung des Superjumbo zulassen und kann die Infrastruktur 2017 zur Verfügung stellen. Emirates wird sich nicht lange bitten lassen.

Emirates
Emirates Airbus A380, © Emirates

Eine Premium Economy kann sich Clark ebenfalls gut vorstellen. Seit Emirates ihre Flotte auf Airbus A380 und Boeing 777 konzentriert habe, seien die Chancen für die Einführung des populären Produkts zwischen Business Class und regulärer Economy gestiegen, sagte Clark.

Emirates ist derzeit mit 250 Flugzeugen in der Welt unterwegs, darunter 85 A380 mit GP7200-Triebwerken. Zum 02. Dezember erwartet Emirates ihren ersten Superjumbo mit Rolls-Royce Trent 900-Antrieben, ist mit der Performance des Triebwerks derzeit aber noch nicht zufrieden.

"Technische Probleme"

"Es bestehen im Moment noch technische Probleme mit dem Triebwerk", sagte Clark. "Wir wollen die Triebwerke so, wie sie uns vertraglich versprochen sind." Emirates hatte 2015 217 Rolls-Royce Trent 900 "mit Qualitätsverbesserungen" für 50 A380 bestellt.

Von jetzt bis 2019 erwartet Emirates die ersten 25 A380 mit Rolls-Royce-Antrieb und die restlichen 25 ab 2021. Diese letzte Tranche hätte Emirates als A380neo abzurufen können, sofern das Flugzeug je die Konzeptphase verlassen hätte.

Mit dem 6,1 Milliarden US-Dollar schweren Umstieg vom GP7200 auf das Trent 900 verband Emirates die nicht ganz leise Hoffnung, Rolls-Royce und Airbus im Alleingang zur Entwicklung einer A380neo zu bewegen. Weil bis auf Emirates keine Airline ernsthaftes Interesse an dem Flugzeug zeigte, nahm Airbus von dem Vorhaben Abstand - die A380neo blieb ein "Paper Plane".

Inzwischen sieht Clark für das gesamte A380-Programm zappenduster und blickt etwas ratlos auf den Superjumbo. Dessen Zukunft sei "leider ziemlich unklar" und Airbus würde die Lieferung der letzten 25 A380 an Emirates gerne vorziehen, sagte Clark. Keine guten Vorzeichen für eine Wiederbelebung der Linie.

Airbus fährt Linie runter


Wegen ausbleibender Neubestellungen legte Airbus im Sommer die Axt an die Produktionsplanung und wird 2018 jährlich nur noch einen Superjumbo pro Monat fertigstellen.


Im vergangenen Jahr hatte Airbus noch 27 A380 gebaut und bei der Produktion dabei gerade so schwarze Zahlen geschrieben. Laut Airbus-Chef Fabrice Brégier soll dies 2017 auch bei 20 Maschinen und durch weitere Einsparungen später auch bei geringeren Produktionszahlen der Fall sein.
© aero.de, dpa-AFX, Bloomberg | Abb.: Ingo Lang | 18.11.2016 18:32

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Beitrag vom 21.11.2016 - 13:01 Uhr
Wird interessant werden ob LH / AF-KLM / IAG in der Lage sein werden Emirates wieder einen Teil ihrer Kunden abzugraben. Das würde dann wirklich zu einem Problem für EK werden.

Emirates ist doch schon lange kein Billiganbieter mehr. Das wollte man bei Lufthansa ja lange nicht wahr haben, aber es gibt viele Leute, die auch dann lieber Emirates fliegen, wenn die nicht billiger als Lufthansa sind. Und wenn dank der seit Ewigkeiten ungelösten internen Lufthansa-Konflikte demnächst die nächste VC-Streikwelle losbricht, dann ist das wieder die beste Werbung, die sich Emirates und Co. wünschen können. Gerade für Business- und First-Kunden ist plangemäßes Ankommen noch viel wichtiger als Komfort und Schlafdauer.

Ich kenne einige Leute die heute schon beginnen einen Bogen um die ME3 zu machen, weil sie es einfach satt haben z.B. in HKG umausgeruht anzukommen weil man auf 2 gut 6h Flügen einfach keinen längeren Schlaf bekommt, wenn man am nächsten Tag in HKG arbeiten muss / will.

Kommt drauf. Für Business-Passagiere, die ihr Ticket nur selten selbst zahlen, ist Ihre Argumentation nachvollziehbar. Ich fliege in der Regel Eco und dann nach SIN, KUL CGK, BKK und HKG lieber 2x6 als 1x12 Stunden. Schlafen kann ich in der Eco nicht und 12 Stunden am Stück in der Blechbüchse grenzen dann an Folter. Am besten ist Emirates ein paar Euro günstiger. Dann machen wir einen netten Stopover in Dubai oder Sharjah. 4/5-Sterne-Hotel gibt es für um die 100 EUR. Kleinen Mietwagen für 20 EUR am Tag. Dann habe ich in einem perfekten Bett, das jeden Business-Class-Sitz aussticht, perfekt ausgeschlafen. Dann habe ich ausgiebig geduscht, ein paar Runden im Pool gedreht und komme nach weiteren 6 Stunden recht entspannt an. Dabei ist auch äußerst hilfreich, dass Emirates diese Ziele 3-5 mal täglich bedient und man dann gut steuern kann, zu welcher Tageszeit man da aufschlägt.

Bei Etihad sind Stopover genauso unkompliziert. Bei Qatar war das lange unattraktiver, weil man ein kostenpflichtiges Visum brauchte. Vor einigen Wochen hat Katar aber ein kostenfreien Stopover-Visum eingeführt und nun sind die genau so attraktiv für Süd-Ostasien-Routen


Dieser Beitrag wurde am 21.11.2016 13:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.11.2016 - 10:48 Uhr
Hat jemand die Originalquelle in Englisch? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Tim Clark plötzlich die Wort "zappenduster" wählt, wo er doch noch vor wenigen Tagen die A380 so gelobt hat?
Beitrag vom 21.11.2016 - 09:26 Uhr
Umsteigen ist von Europa aus nach Ozeanien (noch) unumgänglich. Wo man dies tut hängt zum einen von der Airlinepartnerschaft und zum anderen vom Geldbeutel ab. Qantas' Partnerschaft gefällt mir nicht, aber die Alternative über LHR/SIN ist auch hinfällig.
Vermutlich fliegen Deutsche gerne mit dem Homecarrier (geht immerhin bis nach Singapur) und den Rest mit einer Partnerairline. Persönlich sehe ich keinen Vorteil über den Nahen Osten nach Ozeanien zu fliegen. Die Star Alliance bietet in Fernost ja genug Auswahl.
Wer weiß, ob wir nicht schon bald auf dem Weg nach PER bereits in Europa umsteigen à la FRA-CDG-PER mit QF.


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