A320 plus Codeshare
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Lufthansa paktiert mit Air Berlin – und mit Etihad

airberlin Airbus A320
airberlin Airbus A320, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Air Berlin ist sich mit der Lufthansa über die geplante Vermietung eines Teils ihrer Flugzeugflotte einig. Beide Seiten haben den seit September angepeilten Vertrag abgeschlossen, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Plötzlich versteht sich Lufthansa auch mit Etihad Airways.

38 Airbus A320 und A319 von Air Berlin werden samt Piloten und Flugbegleitern ab 2017 für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines abheben. Die Anlaufphase soll im Februar beginnen, der Vertrag läuft über sechs Jahre. Die Kartellbehörden müssen dem Deal aber noch zustimmen.

Eurowings wird 33 Flugzeuge aus dem Air-Berlin-Deal erhalten, für Austrian Airlines sind fünf Flieger bestimmt. Eurowings kündigte an, die Air-Berlin-Jets so schnell wie möglich umzulackieren. Auch von innen sollen sie bald wie Eurowings-Maschinen aussehen.

Die Lufthansa-Tochter, die bisher über 93 Flugzeuge verfügt, soll durch den Deal zwar wachsen, allerdings nicht so stark, wie zunächst angenommen. Das Unternehmen will bis zu 20 seiner älteren Airbus-Jets aus der Flotte nehmen, um das Überangebot auf dem deutschen Luftfahrt-Markt zu verkleinern.

Andererseits sollen mit der am Donnerstag bekanntgegebenen Integration der belgischen Brussels Airlines ab 2017 weitere 51 Flugzeuge hinzukommen. Unter anderem will Eurowings in München eine neue Basis mit vier Flugzeugen aufbauen.

Codeshare mit Etihad

Im Januar startet die Lufthansa zudem eine Zusammenarbeit mit Air Berlins Großaktionärin Etihad. Die Fluggesellschaft aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi will eigene Flüge zwischen Abu Dhabi und Frankfurt sowie München dann auch unter einer Flugnummer der Lufthansa anbieten.

Umgekehrt bekommen Lufthansa-Flüge zwischen Frankfurt und Rio de Janeiro (Brasilien) sowie Frankfurt und Bogota (Kolumbien) eine Etihad-Flugnummer. "Wir können uns vorstellen, unsere Zusammenarbeit in der Zukunft auf andere Bereiche auszuweiten", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Etihad-Chef James Hogan betonte, dass er Deutschland als "strategisch wichtigen Schlüsselmarkt" sehe.

Lufthansa stellte ihre Flüge nach Abu Dhabi im Sommer 2015 ein. Die Rückkehr auf die Strecke mit Etihad Airways bedeutet nicht weniger als einen Politikwechsel in Frankfurt. Lufthansa schloss in der Vergangenheit zwar auch schon Codeshares mit Qatar Airways, sah Golfairlines in den letzten Jahren aber eher als Gegner und nicht als potenzielle Partner.

Qatar Airways hat sich zwischenzeitlich neu orientiert und ist jetzt einer der größten Einzelaktionäre des British-Airways-Dachkonzerns IAG.

Air Berlin schrumpft auf 75 Flugzeuge

Air Berlin schrumpft im Zuge ihrer Aufspaltung praktisch um die Hälfte auf etwa 75 Flugzeuge. Neben der Mietvereinbarung mit der Lufthansa will sich Deutschlands zweitgrößte Fluglinie von ihrem Touristik-Geschäft samt der österreichischen Tochter Niki trennen.

Niki soll zusammen mit der Fluglinie Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui einen gemeinsamen Ferienflieger bilden. Dazu will Etihad den Berlinern deren Niki-Beteiligung für 300 Millionen Euro abkaufen. Das ist etwa viereinhalb Mal so viel, wie Air Berlin an der Börse wert ist.

Air Berlin ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und fliegt seit Jahren hohe Verluste ein. Die Gesellschaft hält sich nur noch dank mehrerer Finanzspritzen von Etihad in der Luft. Den Arabern dient die Fluglinie als Zubringer für ihr Drehkreuz in Abu Dhabi am Persischen Golf.

Allerdings gelang es Etihad und mehreren Air-Berlin-Chefs nicht, die deutsche Fluglinie in die Gewinnzone zu hieven. Statt dessen vergrößerten sich die Verluste zuletzt von Jahr zu Jahr.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Airbus | 16.12.2016 11:45

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Beitrag vom 17.12.2016 - 16:45 Uhr
Fassen wir doch mal zusammen...

AB hat seinerzeit einen Preis genannt. Aus diesem Preis ließ sich eine Leasingrate errechnen, wenn auch nur über den Daumen, die sehr attraktiv war. Mehr wissen wir nicht. Das Argument von @gordon über die anderen Kosten und das es sonst viel länger dauern würde und die Zeit drängt unterstreicht das.

Wechsel GWI zu EW.
Das ist seit Start EW geregelt, für COC und CAB. War für ein paar Jahre geplant, jetzt geht es eben schneller. Aber die Modalitäten sind klar. Durch den Pilotenmangel bei LH wurde das eh schon beschleunigt, jetzt einfach nur noch schneller. Die kritische Größe war mal als 130 Flieger benannt, jetzt leicht drüber (Rollover alt/neu nicht bekannt für exakte Zahlen) Es sind ja auch noch Flieger bestellt. Jetzt ist das Volumen erreicht, nun muss erst mal integriert, aufgeräumt und optimiert werden.

Wenn GW weg ist gibt es eine OPS weniger. AB/EW managt sich selbst. Die bekommen Strecken zugewiesen und legen los, Vermarktung läuft zentral. Langstrecke das Selbe, SN auch. EWE kommt jetzt noch dazu, wobei nicht bekannt ist wieviel davon die AB/EW übernimmt.

Unbekannte ist noch VC, wenn da mal alles geregelt ist. Hat das noch Einfluß oder laufen die beiden Airlines nebenher? Aber das wird man sehen.

EW wird in FRA und MUC bestimmten P2P Verkehr übernehmen. Das ist bekannt und auch nicht schlimm. Die Srecken wären so oder so weg, wenn die Kosten nicht stimmen. Wird etwas von LH wegnehmen, je nachdem wo es Sinn macht. Ein bestimmtes Volumen LH KS wird bleiben für die Marke, aber auch abhängig von der Kostenbasis.

Unterscheiden muss man in der Betrachtung zwischen LH Konzern und LH Airline oder andere deutsche Töchter. Der Konzern stellt sich grade ganz gut auf. Das kann aber für einige deutsche Abteilungen unangenehm werden, zB LHT, LSG ua sowie LH Classic.

Das mag nicht gefallen, aber die Kosten sind hier eben das Maß der Dinge. 3/4 der Kunden sind in den billgsten Buchungsklassen unterwegs. LHT ist bekannt, LSG liegen gerade die Benchmarks vor. Konkurenz geht mit etwa 20% niedrigeren Angeboten in den Markt.

Schönes Wochenende.



Beitrag vom 17.12.2016 - 14:02 Uhr
@gpower ubnd 4UPilot
So wird es laufen. Wirklich clever gemacht. Kommen die Flieger weg, kommen die KTV Piloten weg. Da reibt sich VC die Augen. So schnell kann es gehen.

Das ist aber nichts Neues. So ist schon länger die Vereinbahrung, GWI wird langsam in EW übertragen. Das wurde vorher schon beschleunigt, da LH Piloten braucht, nur sollten die Flieger stillgelegt werden. Gibt es ein Schreiben der GWI GL zu. Jetzt werden sie nicht stillgelegt, sondern schneller übertragen und dort ersetzt.

Es gab/gibt Aussagen das die EW schnell wachsen soll/will/muss um eine kritische groesse zu erreichen. Die Stilllegung von Fliegern passt da nicht rein.
Auch wenn es personaltechnisch eng ist.

Zahlt AB/Etihad bei dem Deal drauf? Oder wie verleast AB die Flieger zu einem Preisniveau das laut Aussagen von VC mal fuer EW nicht niedrig genug ist (VC bot angeblich AB Tarife fuer GW/EW an).

Ich glaube kaum, dass die VC Kenntnisse über die Leaserate hat.

Gerüchten zufolge zahlt AB drauf. Sind aber nur Gerüchte!!! Könnte aber Sinn machen, wenn man unterstellt, dass die Alternative (Flugzeuge stilllegen, Sozialplan etc.) noch teurer wäre.

Wenn AB das zum Selbstkostenpreis verleast hat, dann operiert die EW jetzt mit den 33 A320 auf AB kostenbasis.
AB hat das nicht profitabel hin bekommen.
Hat EW da wirklich bessere Strecken?

Austria hat angeblich die niedrigsten Kosten des Konzerns - fliegt die AB dann darunter oder ziehen die 5 Maschienen da den Schnitt hoch?



Dieser Beitrag wurde am 17.12.2016 14:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.12.2016 - 13:49 Uhr
@gpower ubnd 4UPilot
So wird es laufen. Wirklich clever gemacht. Kommen die Flieger weg, kommen die KTV Piloten weg. Da reibt sich VC die Augen. So schnell kann es gehen.

Das ist aber nichts Neues. So ist schon länger die Vereinbahrung, GWI wird langsam in EW übertragen. Das wurde vorher schon beschleunigt, da LH Piloten braucht, nur sollten die Flieger stillgelegt werden. Gibt es ein Schreiben der GWI GL zu. Jetzt werden sie nicht stillgelegt, sondern schneller übertragen und dort ersetzt.

Es gab/gibt Aussagen das die EW schnell wachsen soll/will/muss um eine kritische groesse zu erreichen. Die Stilllegung von Fliegern passt da nicht rein.
Auch wenn es personaltechnisch eng ist.

Zahlt AB/Etihad bei dem Deal drauf? Oder wie verleast AB die Flieger zu einem Preisniveau das laut Aussagen von VC mal fuer EW nicht niedrig genug ist (VC bot angeblich AB Tarife fuer GW/EW an).

Wenn AB das zum Selbstkostenpreis verleast hat, dann operiert die EW jetzt mit den 33 A320 auf AB kostenbasis.
AB hat das nicht profitabel hin bekommen.
Hat EW da wirklich bessere Strecken?

Austria hat angeblich die niedrigsten Kosten des Konzerns - fliegt die AB dann darunter oder ziehen die 5 Maschienen da den Schnitt hoch?

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2016 13:51 Uhr bearbeitet.


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