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Emirates und Delta streiten über Kleinteil

SEATTLE - Wenn es schnell gehen muss, und das muss es in der Luftfahrt schließlich immer, helfen sich Airlines untereinander mit Ersatzteilen aus. Emirates bezichtigt Delta, gegen diese gute Praxis verstoßen und einen Flug mutwillig mehr als sechs Stunden verzögert zu haben. Es geht um ein Teil im Wert von 300 US-Dollar.

Delta und Golfairlines, da war doch was. Delta führt die Koalition der drei großen amerikanischen Netzgesellschaften an, die in Land und Politik mächtig Stimmung gegen Etihad, Qatar Airways und Emirates macht. Aktuell bringt der neue EK-Flug von Dubai über Athen nach Newark Delta und Co. auf die Barrikaden.

Emirates Boeing 777-300ER
Emirates Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

Seattle-Tacoma International Airport, 2. Febuar: an einer Boeing 777 von Emirates muss vor dem Start eine nicht näher bezeichnete aber angesichts des geringen Werts eher allfällige Komponente im Hydrauliksystem getauscht werden. Delta hat das Ersatzteil in Seattle am Lager und hilft Emirates zunächst aus der Patsche. Das Teil wird am Flugzeug installiert.

Doch nachdem die Delta Technik in Seattle dann Rücksprache mit dem Hauptsitz in Atlanta hält, will man dort sein Ersatzteil plötzlich wieder haben. Delta habe eine Zahlung mit Kreditkarte abgelehnt und das Ersatzteil wieder ausgebaut, ärgert sich Emirates.

"Es ist traurig, dass eine Airline der anderen auf Weisung der Zentrale die gute Übung verweigert, technische Hilfe zu leisten", erklärte ein Emirates-Sprecher. "Dieser Vorfall hatte nichts mit Wartung oder Kosten zu tun, sondern diente allein dem Ziel, einer anderen Airline und ihren Passagieren Schaden zuzufügen."

Laut Delta-Sprecher Michael Thomas war das gegenständliche Kleinteil das letzte im Bestand vor Ort und hätte gemäß interner Richtlinien daher gar nicht erst herausgegeben werden dürfen. Ob nun Missverständnis oder gezielter Nadelstich wird sich nicht mehr aufklären lassen.

Als Qatar Airways letztes Jahre die Strecke Doha - Atlanta mit einem A380-Flug öffnete, geriet die Airline ebenfalls mit Delta in Clinch. Weil eine Delta A320 das A380-Gate blockierte, mussten die Passagiere den Superjumbo über Treppen verlassen. Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker tobte und warf Delta ein "niederträchtiges" Manöver vor.

Schließlich konnte Emirates das Ersatzteil bei ihrem Codeshare-Partner Alaska Airlines auftreiben. Der Flug nach Dubai startete mit 6 Stunden und 24 Minuten Verspätung. Trotz des Vorfalls werde Emirates anderen Airlines weiterhin Pannenhilfe leisten, erklärte die Airline. "Das schließt Delta mit ein."
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 10.02.2017 09:14

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Beitrag vom 10.02.2017 - 12:16 Uhr
Wie auch immer die Delta-Regelung ist: Mir gefällt das besonnene Verhalten ("Das schließt Delta mit ein.") von Emirates.


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