SEAT Act 2017
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US-Abgeordnete fordern mehr Sitzabstand

WASHINGTON - Eine Gruppe von US-Abgeordneten will den US-Airlines über die Luftfahrtbehörde FAA höhere Mindest-Sitzabstände vorgeben. Heutige Passagiere säßen an Bord wesentlich beengter als vor der Liberalisierung des US-Luftverkehrs.

Die Gesetzesvorlage für den "SEAT Act 2017 (Seat Egress in Air Travel)" soll die Sicherheit und den gesundheitlichen Bordkomfort der US-Passagiere erhöhen.

Die Vorlage wurde Anfang März von den amerikanischen Kongress-Abgeordneten Steve Cohen, Adam Kinzinger und den Senatoren Richard Blumenthal, Charles Schumer, Ed Markey, Bob Menendez und Dianne Feinstein eingebracht.

Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8
Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8, © Southwest Airlines

Die neue Regelung sieht vor, dass Minimalabstände für den Abstand zwischen den Sitzreihen und für die Breite der einzelnen Sitze festgeschrieben werden. "Die Leute haben es satt, derartig eingequetscht zu sitzen", sagte der Abgeordnete Cohen.

"Immer engere Sitze sind nicht nur eine Komfortfrage, sondern ein Problem der Sicherheit. Flugzeuge müssen bei Notfällen sehr schnell evakuiert werden können. Außerdem warnen Ärzte vor der Gefahr von Thrombosen, wenn sich die Passagiere auf längeren Flügen nicht mehr bewegen können. Die Themen Sicherheit und Gesundheit müssen vor Airlinegewinnen stehen."

"Die Airline-Gewinne heben ab und die Sitze werden trotzdem immer kleiner", sagte Senator Blumenthal. "Die unglaublich schrumpfenden Sitze sind mehr als ein Komfortproblem. Gesunder Menschenverstand diktiert, dass man Mindestmaße vorschreibt und wieder dringend benötigtes Wohlergehen an unserem Himmel durchsetzt."

"Die Airlines verdienen nach Zusammenschlüssen und dank billigen Öls Rekordprofite. Die häufigste Beschwerde der Reisenden ist fehlender Platz. Es ist einfach unfair, wenn man für den einstigen Standardraum an Bord nun extra zahlen soll", pflichtete Senator Schumer bei.

Die Politiker haben nachgerechnet, dass der durchschnittliche Sitzabstand von 89 cm in den siebziger Jahren auf heute durchschnittlich 79 cm gesunken ist. Außerdem wurden die Sitze nach einst 45,7 cm Breite auf 42 cm verschmälert. Der US-Kongress will mit der neuen Vorlage eine Ende September auslaufende Rahmengesetzgebung für die FAA ersetzen. Dazu müssen beide Kammern zustimmen.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Southwest Airlines | 13.03.2017 22:28

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Beitrag vom 15.03.2017 - 09:21 Uhr
Für Evakuierungstests gibt es ziemlich konkrete Vorschriften zur Durchführung inkl. eines vorgegebenen Mix der Paxe mit Alter, Geschlecht etc.
Darüber hinaus stellt der Test nur fest dass das Design eine "ausreichende" Sicherheit bietet. Ein Test kann immer nur ein Equivalent sein und kein Nachweis für die Realität.
Daher sind alle Kabinen entsprechend ihrer Zulassung als sicher anzunehmen und bieten den Insassen ein ausreichende Wahrscheinlichkeit einen Crash zu überleben.
Hört sich ziemlich theoretisch an, ist aber der einzige Weg einen Kompromis zwischen Sicherheit und betreibbaren Flugzeugen darzustellen.
Letztlich ist das Fliegen heute tatsächlich ziemlich sicher.
Allerdings stellt sich die Frage ob man nicht die Vorschriften des öfteren der Bevölkerungsentwicklung anpassen müsste, besonders in Hinblick auf die Burger-Gesellschaft in den USA.

Dieser Beitrag wurde am 15.03.2017 09:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.03.2017 - 20:47 Uhr
Die Sitzabstände sind sicherlich kein Problem: Sie doch durch den den Evakuierungstest überprüft worden. Vielleicht sollte man mehr Übergewichtige mit einbeziehen.
Ob bei der 787-10 oder den 777x nun Evakuierungstest real durchgeführt werden sollen?
Sicherlich nicht!
Das sind halt die USA...
Beitrag vom 14.03.2017 - 17:23 Uhr

Die Antwort lautet: Freie Berufswahl!

Man sollte halt keinen Beruf wählen, der gesundheitsgefährdend ist. Es sei denn, man nimmt das in Kauf.
Wer Angst um seine körperliche Unversehrtheit hat, sollte z.B. auch nicht zur Feuerwehr oder Polizei gehen.

So ein Dummgeschwätz!

Wieso so grob?

Wenn ich fliegen muss und weiß, dass mir schlecht wir, dann nehme ich vorher ein entsprechendes Medikament und gut ist.
Wenn ich fliegen muss und Angst vor einer Thrombose habe, dann kaufe ich mir Kompressionsstrümpfe und trinke im Flugzeug viel Wasser.
Wenn ich fliegen muss und Angst habe, bei einer Evakuierung wegen der engen Bestuhlung nicht aus dem Flugzeug zu kommen, dann nehme ich mir eben einen Gangplatz.

Dazu braucht man doch keinen Gesetzgeber!


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