Piloten schlagen Alarm
Älter als 7 Tage

"Operated by ...": EU will den Wet-Lease-Markt deregulieren

BRÜSSEL - Lufthansa mietet Flugzeuge und Crews von Air Berlin. Ein lupenreiner Wet-Lease, sagten beide Airlines. Etwas mehr steckt schon dahinter - denn mit der Kapazität überbrückt Lufthansa keine kurzfristigen Engpässe, Air Berlin stellt einen erheblichen Teil des Flugbetriebs der Konzernmarke Eurowings.

Langfristige und umfangreiche Wet-Lease-Verträge will die EU Kommission in Zukunft nicht länger nur unter europäischen Airlines möglich machen, sondern innerhalb von Open Skies auf die Vereinigten Staaten ausdehnen. Der Vorstoß werde einen lange schwelenden Vertragskonflikt beilegen, schreibt "Reuters".

Norwegian Boeing 737-800
Norwegian Boeing 737-800, © Norwegian

Als das Abkommen 2008 in Kraft trat, beschränkte die EU Wet-Lease-Beziehungen zwischen europäischen und amerikanischen Airlines auf eine Laufzeit von sieben Monaten. Die Vereinigten Staaten spiegelten diese Regelung. Jetzt setzt die Kommission zur Liberalisierung des transatlantischen Wet-Lease-Markts an.

"Die Folgen (...) sind absehbar, besonders wenn man bedenkt, was wir im innereuropäischen Luftfahrtmarkt schon heute erleben", warnt Flugkapitän Dirk Polloczek von der European Cockpit Association (ECA) vor der Öffnung des Wet-Lease-Sektors über die Gemeinschaftsgrenzen hinaus.

Ein Wet-Lease ist für den Mieter ein Rundum-sorglos-Paket. Die "Warmmiete" beinhaltet in der Regel das Flugzeug einschließlich Versicherung und Wartung sowie Piloten und Flugbegleiter.

Die ECA fürchtet einen "Ausverkauf der europäischen Luftfahrt", wenn Airlines Fluggerät und Crews langfristig aus Drittstaaten anmieten dürfen. Nun ist der Fall allerdings nicht sehr wahrscheinlich, dass bald Eurowings-Flüge "operated by Republic Airlines" oder "operated by JetBlue" abheben.

Ausflaggen 2.0

Doch die Piloten sorgen sich um Arbeitsplätze- und -bedingungen, sollte Europa Wet-Lease-Verträge auch im Verhältnis zu weiteren Staaten liberal handhaben. Dann hätten Airlines, die schon heute tief in die Bereederungs-Trickkiste greifen, eine weitere Möglichkeit, Steuern zu umfliegen und Sozialstandards auszuhebeln.

Die Kommission schließt eine Liberalisierung des Wet-Lease-Markts über die Vereinigten Staaten hinaus in der Vorlage, aus der "Reuters" zitiert, nicht aus und will "von Fall zu Fall" entscheiden.
© aero.de | Abb.: JetBlue Airways | 21.03.2017 10:58

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Beitrag vom 22.03.2017 - 06:02 Uhr
alles bestens ausgeklügelt .............
Piloten sind in nächster Zukunft nichts mehr als prekäre Taglöhner oder Handlanger 😀

 http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Profit-Auf-Kosten-aller-Der-gnadenlo/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=41668418


Beitrag vom 21.03.2017 - 17:03 Uhr
Ich hoffe, die Postings über mir sind nicht ernst gemeint. Ich möchte nicht mit einem prekären Taglöhner durch die Luft fliegen.

Augen aufmachen und sich informieren wie es mit fliegegendem Personal bei vielen Companies so zu geht dann kommst selbst drauf wie die Sache liegt und steht !!
Beitrag vom 21.03.2017 - 16:39 Uhr
Ich hoffe, die Postings über mir sind nicht ernst gemeint. Ich möchte nicht mit einem prekären Taglöhner durch die Luft fliegen.

Brauchen Sie in Zukunft auch gar nicht mehr! In Zukunft gibt es gar keine Piloten mehr! Denn genau so, wie sich vor 150 Jahren die Menschen nicht vorstellen konnten anstatt des Pferdes ein motorisiertes Vehikel zu benutzten, fällt uns die Vorstellung des autonomen Fliegens momentan auch schwer. Noch!


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