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Lufthansa erhält 2017 fünf A320neo weniger

FRANKFURT - Lufthansa baut ihre Teilflotte A320neo 2017 mit angezogener Handbremse aus, nachdem die mitbestellten Triebwerke von Pratt & Whitney nur eingeschränkt verfügbar sind. "Wir erwarten in diesem Jahr fünf weitere A320neo für Lufthansa", sagte Konzernsprecherin Anja Lindenstein aero.de.

Eigentlich hatte Lufthansa für 2017 einen Aufbau der Teilflotte um zehn auf 15 A320neo angepeilt. Von den Verzögerungen bei Pratt & Whitney sind die meisten A320neo-Kunden betroffen, die das hochmoderne PW1100G Triebwerkssystem mit Untersetzungsgetriebe für ihre Flugzeuge bestellten.

Verfehlte die Triebwerkssparte von United Technologies 2016 die industriellen Hochlaufziele, so wird Pratt & Whitney im laufenden Jahr jeden siebten Getriebefan, der vom Band läuft, für das Ersatzteilregal zurückhalten. Die Amerikaner erwarten, 2017 weltweit rund 50 Triebwerke austauschen zu müssen.

Das bremst das Programm ziemlich aus. Nur 26 A320neo, Flugzeuge mit den alternativ angebotenen CFM LEAP-1A Triebwerken eingerechnet, konnte Airbus im ersten Quartal ausliefern. Lufthansa erhielt Ende Dezember ihre fünfte A320neo D-AINE, auf die im ersten Vierteljahr keine weitere A320neo mehr folgte.

Lufthansa Airbus A320neo
Lufthansa Airbus A320neo, © Deutsche Lufthansa AG

Airbus erwartet bei den Auslieferungen zwar ein eher hecklastiges Jahr, rückt von den grundsätzlichen Programmzielen aber nicht ab. Der Konzern lieferte 2016 39 A320neo mit Triebwerken von Pratt & Whitney und 29 mit Triebwerken von CFM aus.

"Wir werden die Auslieferungen (der A320neo, Red.) gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifachen", bekräftigte A320-Programmleiter Klaus Röwe kürzlich gegenüber "Aviation Week". "Die höchste Ebene von Pratt" habe "zugesichert, allen Produktionsplänen wie im vergangenen Jahr festgelegt nachzukommen."

Kinderkrankheiten

Die äußerst effizienten und technologisch viel versprechenden Getriebefans plagen noch Kinderkrankheiten. Verlängerte Anlasszeiten, Probleme mit der Brennkammerisolierung, leckende Öldichtungen und irrtümliche Warnungen vor Metallspänen im Ölkreislauf verhindern bisher, dass die Kombination aus PW1100G und A320neo ihr volles Potenzial entfaltet.

IndiGo begrenzt die Reiseflughöhe auf Anraten von Pratt & Whitney inzwischen auf 30.000 Fuß, um die Triebwerke zu schonen. Der amerikanische Billigflieger Spirit strich drei seiner fünf A320neo aus dem Flugplan - die Flugzeuge parken derzeit mit abgedeckten Triebwerken in Dallas/Fort Worth.

"Wir überprüfen den Zustand des Flugzeugs sowie der Triebwerke wie das vom Hersteller gefordert wird", sagte Lindenstein. "Sicherheit steht für Lufthansa an oberster Stelle. Wir sind im permanent engen Austausch mit den Herstellern und prüfen die Situation aktuell sehr genau."

Es bestehe derzeit "keine schriftliche Empfehlung von Pratt & Whitney oder Airbus, eine bestimmte Flughöhe einzuhalten beziehungsweise nicht zu überschreiten", sagte die Sprecherin. Lufthansa setze die A320neo aufgrund des Streckennetzes auf kürzeren Verbindungen ein, "auf denen ohnehin kaum mehr als 30.000 Fuß erreicht werden".

Die Lufthansa Group hat insgesamt 116 A320neo mit beiden verfügbaren Triebwerken bestellt, 45 davon in der Langversion A321neo.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 12.04.2017 09:43


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