Air France-KLM
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Boost will nach Amerika und Asien

Air France Pilot
Air France Pilot, © Air France

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PARIS - Boost, die neue günstige Produktionsplattform von Air France-KLM für Mittel- und Langstreckenflüge, könnte transatlantische Dienste anbieten und dem Mutterkonzern helfen, mit Luftfahrtunternehmen des Persischen Golf auf Routen nach Asien zu konkurrieren. Die Verhandlungen mit den Piloten sind beendet.

Auf die Frage, ob Boost auch Flüge westwärts anbieten werde, antwortete Air-France-Chef Franck Terner: "Möglicherweise, warum nicht?"

Air France-KLM sehe Absichten der größten Pilotenvereinigung Frankreichs (SNPL), sich am 8. Juni 2017 zu treffen und auszuloten, ob Boost-Verträge dem Votum der Mitglieder vorgelegt werden sollen, als positive Entwicklung.

Das Flugpersonal hat bereits grundsätzliche Unterstützung für die Vertragsbestandteile angekündigt, nachdem das Unternehmen davon abgerückt ist, den Piloten bei Boost 15 Prozent weniger zu bezahlen als den Piloten der anderen Unternehmensbereiche. Stattdessen sollen nun alle Air-France-Piloten 1,5 Prozent weniger verdienen.

Air France will Boost im Winter 2017 starten und sechs Airbus A321 mit Crews an die Plattform verleasen. Im Sommer 2018 wird die Airline elf A321 und bis zu vier A340-300 einsetzen, 2019 folgen erste A350-900. 2021 wird Boost mit zwölf A321, sechs A320 und zehn A350-900 ihr volles Potenzial entfalten - diese 28 Flugzeuge bilden zugleich eine tarifvertragliche Obergrenze.

Terner fügte am Rand des jährlichen Treffens der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) in Cancun hinzu, dass seine Airline Boost mit oder ohne Unterstützung der Piloten voran bringen werde. "Die Verhandlungen an sich sind beendet."

Der vorherige Chef von Air France-KLM, Alexandre de Juniac – aktuell Chef der IATA – wurde aus dem Unternehmen gedrängt, nachdem er versucht hatte, die günstige Marke für Kurzstrecken Transavia ohne die Unterstützung der Piloten auszuweiten. Terner bestätigte, dass Air France-KLM Mitte 2018 etwa 500 neue Flugbegleiter für Boost anstellen will.

Jean-Marc Janaillac, de Juniacs Nachfolger, sagte letzten Monat, dass die Einheit in diesem Jahr mit Mittelstrecken starten und im nächsten Sommer bei den Langstreckenflügen einsteigen werde.

Kein Aufschub bei der Flotte

Neue Routen werden etwa 30 Prozent des Boost-Netzes ausmachen, erklärte Air France. Geplant sei, mit einer Flotte aus A321 und A340-300, zu starten. Später folgen A350-900.

Janaillac, der die Pläne für Boost im November bekannt gegeben hatte, will, dass der Flugbetrieb 15 bis 18 Prozent kostensparender läuft als bei der Kernmarke. Zu diesem Zweck soll die Crew niedriger entlohnt, Catering und Kundenbetreuung heruntergefahren und Gebühren für eine Reihe von Extra-Optionen während des Flugs erhoben werden.

Air France-KLM plane nicht, Lieferungen von 21 A350-900 zu verschieben, sagte Terner. Auch andere Auslieferungen sollen nicht verschoben werden – besonders wegen des Vorhabens, die Kapazität bis 2020 um drei Prozent zu steigern und weil ältere Modelle ersetzt werden müssen.

Derzeit laufen Gespräche darüber, ein transatlantisches Joint Venture mit Delta auszuweiten. Das Unternehmen hat die Gespräche bisher nicht weiter kommentiert. Delta-Chef Ed Bastian sagte jüngst, dass das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen enger mit seinem Partner zusammenarbeiten und seine Verbindungen nach Paris und Amsterdam ausbauen werde.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Ingo Lang | 08.06.2017 08:25


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