E190
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Embraer fürchtet um seinen größten Kunden JetBlue

JetBlue Embraer E190 Tail
JetBlue Embraer E190 Tail, © Embraer

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SÃO JOSÉ DOS CAMPOS – JetBlue will Kosten senken und stellt die Rentabilität seiner Embraer E190-Flotte in Frage. Der brasilianische Flugzeugbauer muss fürchten, den größten und zugleich letzten Abnehmer seines kleinen Passagierfliegers auf dem nordamerikanischen Markt zu verlieren.

JetBlue hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 bis zu 300 Millionen US-Dollar einzusparen. Auf dem Weg dorthin soll die komplette Flotte geprüft werden. Einen besonderen Fokus legt JetBlue-Chef Robin Hayes auf die 60 E190, die derzeit für die Airline im Einsatz sind.

Ob die E190 in der Flotte verbleibt, sei eine Frage der Kosten und der Größe. Die hohen Wartungskosten der E190 sind der JetBlue-Führungsriege schon länger ein Dorn im Auge. 

Die Airline wägt außerdem ab, ob sie die Kurzstreckenflugzeuge, die 98 bis 124 Passagiere fassen, durch größere Jets wie die A320 und die A321 ersetzen soll. Damit könnte sie auf einer Strecke bis zu 100 Passagiere mehr transportieren.

JetBlue setzt die E190 vor allem auf hochfrequentierten Strecken ab Boston ein. Zu den Hauptkunden zählen Geschäftsleute, die häufige Verbindungen zu schätzen wissen und bereit sind, dafür etwas mehr zu bezahlen. 

Nun muss die ehemalige Lufthansa-Beteiligung abwägen, ob größere Flugzeuge vor diesem Hintergrund tatsächlich mehr Gewinn einfliegen würden als die kompakten E190 - oder ob sich die vergleichsweise hohen Betriebskosten der E190 durch höhere Einnahmen ausgleichen lassen.

Marktöffner E190

Hayes gesteht gerne ein, dass die E190 seiner Airline ermöglicht hat, den Markt der geschäftigen Vielflieger um Boston und andere Großstädte herum zu erschließen. Eine Alternative könnte daher auch die Bombardier CSeries darstellen.

Der Embraer-Chef für kommerzielle Luftfahrt, John Slattery, äußerte sich im Interview mit der brasilianischen Zeitschrift "Época Negócios" dennoch "vorsichtig optimistisch", dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen bestehen bleibt. Die US-Airline war 2005 der weltweit erste Abnehmer der E190. 

Slattery: E195-E2

Slattery bringt eine andere Maschine ins Gespräch. "Sie fliegen die A320 und zunehmend die A321 und vielleicht ist ihnen der 100-Sitzer zu klein. Dafür habe ich eine Lösung: die E195-E2", sagte er in einem Interview mit "Flight International".

Die E195-E2 wird bis zu 146 Sitze fassen und soll spritsparender fliegen. Derzeit hat JetBlue noch eine Bestellung von vierundzwanzig E190 offen, die jederzeit in eine Bestellung für die E195-E2 umgewandelt werden kann.

Dreißig der insgesamt sechzig E190, die für JetBlue im Einsatz sind, hat die Airline von Embraer gemietet. Die Leasingverträge laufen bis 2025. JetBlue will bis Ende 2017 über die Zukunft der E190 in der Flotte entscheiden. American Airlines und Air Canada haben bereits beschlossen, die E190 auszumustern.
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Embraer | 26.07.2017 08:23

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Beitrag vom 26.07.2017 - 21:04 Uhr
Bei Embraer nennt man diese Plätze "Catwalk Seats" :D
Beitrag vom 26.07.2017 - 15:02 Uhr
Die 2-2 Bestuhlung ist privat ideal, da es keinen Gangplatz gibt.

In allen Flugzeugen mit 2-2-Bestuhlung, die ich kenne, sind die Hälfte der Sitze Gangplätze...
Beitrag vom 26.07.2017 - 10:19 Uhr
Die Embraers sind als Kunde viel angenehmer als jeder Airbus oder jede Boeing. Die 2-2 Bestuhlung ist privat ideal, da es keinen Gangplatz gibt. Bei Geschäftsreisen hat man ein angenehmeres Klima zu arbeiten. Der Flieger ist in seinem Segment sehr effizient mit seinem langen schmalen Rumpf.

Leider geht der Trend aktuell zu größeren Modellen, allerdings wird sich das auch wieder legen, wenn die Airlines merken, dass man auf dünnen Routen keine A321 voll kriegt.

Schade, dass Niki ihre Muster ausgeflottet hat.


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