Air Berlin
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Stabilisieren, aufspalten, verkaufen

airberlin Niki Airbus A320
airberlin Niki Airbus A320, © Ingo Lang

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BERLIN - Nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin treibt der Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus als Generalbevollmächtigter Umbau voran. Kebekus will Air Berlin lieber in großen Paketen als in vielen Einzelteilen verkaufen - auch, um möglichst viele Arbeitsplätze in den Flugbetrieben zu retten.

"Wir haben eine einfache Zielsetzung: Wir möchten möglichst viel, was zusammenpasst und sich beim Käufer einfügt, an seriöse Unternehmen abgeben", sagte Kebekus am Mittwoch. Es gehe nun darum, das Unternehmen weiter zu stabilisieren. "Wir müssen so weit wie möglich business as usual hinbekommen."

Nach Aussagen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Bundesregierung die Erbmasse von Air Berlin in den Händen der Lufthansa sowie zwei weiterer Airlines sehen. Insidern zufolge sind Easyjet und Tuifly beim Millionenspiel dabei, Interesse hat auch Condor geäußert.

Als sicher gilt, dass die bereits an die Lufthansa vermieteten 38 Mittelstrecken-Flugzeuge weiter für deren Töchter Eurowings und Austrian unterwegs sein werden. Spohrs Blick richtet sich darüber hinaus wohl vor allem auf die Langstreckenflotte von Air Berlin.

Die 17 Airbus A330 könnten die noch kleine Fernsparte der Lufthansa-Tochter Eurowings pushen. Für Easyjet könnten vor allem die Europa- und Inlandsflüge von Air Berlin attraktiv sein.

Das Insolvenzverfahren für Air Berlin beginnt nach Erwartung der Airline am 1. November. Die Beschäftigten sollen aber im August, September und Oktober wie gewohnt ihr Gehalt bekommen. "Damit sie nicht bis zum November warten müssen, finanzieren wir das Insolvenzgeld mit einer Bank vor", sagte Kebekus.

Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet, weil Großaktionär Etihad die Verluste des Unternehmens nicht mehr ausgleichen will. "Wenn uns jetzt nicht der Himmel auf die Füße fällt, müssten wir bis Ende November/Anfang Dezember mit der Liquidität hinkommen", sagte Kebekus.

Dabei sei eingerechnet, dass weniger Tickets verkauft werden könnten als zuletzt. "Eine Insolvenz ist ja nicht gerade imagefördernd."

Der Generalbevollmächtigte glaubt nicht, dass nun viele der 8.600 Beschäftigten abspringen. "Bei allem Ärger gibt es sicher eine gewisse Loyalität in der Air Berlin. In schweren Zeiten zeigt sich, wer zu einem steht."

"Slots sind nicht veräußerbar"

Noch ist offen, ob mögliche Käufer von Teilen der Airline ganze Betriebe samt Personal übernehmen oder ob sich Mitarbeiter neu bewerben müssen - was Gehaltseinbußen bedeuten könnte. "Meine Absicht ist ein höchstmöglicher Schutz für die Arbeitnehmer", sagte Kebekus. "Aber es muss auch in das wirtschaftliche Konzept des Übernehmers passen."

Der Jurist Kebekus führt mit Vorstandschef Thomas Winkelmann auch die Verkaufsverhandlungen für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Außer der Lufthansa nannte Kebekus keine Kaufinteressenten, sagte aber: "Wir haben mehr als zwei Verhandlungspartner."

Die Flugrechte der Air Berlin lassen sich nicht einzeln zu Geld machen. "Slots sind nicht veräußerbar", sagte der Generalbevollmächtigte. "Flugzeuge, Crews, Routen, darüber reden wir. Die Slots hängen daran." Aus Kebekus' Sicht ist Air Berlin für andere Airlines attraktiv: "In einem der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt die zweitstärkste Airline zu sein, ist schon ein Wort."

Käufer müssten nicht die Schulden Air Berlin übernehmen. "Was ich aus den Kaufverträgen einnehme, verteile ich an die Gläubiger", sagte er.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Air Berlin | 16.08.2017 16:43


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