Ultralange Strecken
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Qantas stationiert vier Dreamliner in Brisbane

BRISBANE - Mitte 2018 soll die erste von vier Boeing 787-9 nach Brisbane an der Nordostküste Australiens kommen. Von dort aus will Qantas auch neue internationale Strecken bedienen. Neben Melbourne soll Brisbane die zweite Basis für die neuen Boeing 787-9 werden, teilte Qantas am Dienstag mit.

Qantas hat insgesamt acht Dreamliner bei Boeing bestellt, die Hälfte soll bis Ende 2018 in Brisbane stationiert werden.

Die von Qantas georderten Dreamliner werden anfänglich auf Strecken zum Einsatz kommen, die bisher durch Boeing 747-400 bedient werden. Aber es gebe auch neue Destinationen, die man sich aufgrund der Fähigkeiten des Boeing-Zweistrahlers ansehe, so Qantas-CEO Alan Joyce.

Von Brisbane kann die Boeing 787-9 nach Angaben von Qantas nonstop nach Seattle, Chicago, San Francisco, Vancouver sowie verschiedene Ziele in Asien fliegen.

Qantas stationiert vier Boeing 787-9 in Brisbane
Qantas stationiert vier Boeing 787-9 in Brisbane, © Brisbane Airport

Bislang führt Qantas von Brisbane aus 58 wöchentliche internationale Flüge durch, unter anderem nach Auckland, Hong Kong, Los Angeles und Tokio. Hinzukommen 620 Flüge innerhalb von Australien.

Der erste Dreamliner soll im Oktober an Qantas ausgeliefert und zunächst sechs Wochen für das Crew-Training eingesetzt werden. Der erste Linienflug von Melbourne nach Los Angeles findet am 15. Dezember statt.

Project Sunrise

Qantas fliegt von 2018 an mit der Boeing 787-9 nonstop von Perth nach London. Doch sie will noch längere Strecken bedienen. Dafür müssen aber erst noch die passenden Flugzeuge entwickelt werden.

Bei der Präsentation der Jahreszahlen am Freitag hatte Qantas ein ambitioniertes Vorhaben unter dem Namen "Project Sunrise" angekündigt: Die australische Fluggesellschaft will künftig nicht nur Direktflüge von Perth nach Europa anbieten, sondern auch von Städten an der Ostküste Australiens.

Als Beispiele nannte Qantas-CEO Alan Joyce Strecken wie Sydney-London, Brisbane-Paris, aber auch Melbourne-New-York. "Das sind die letzten Grenzen der globalen Luftfahrt", sagt Joyce.

Für solche Ultra-Langstrecken gibt es derzeit noch keine passenden Flugzeuge. Joyce hat deshalb nach eigenen Angaben bereits mit Boeing und Airbus Kontakt aufgenommen und fordert sie zum Duell um die höchsten Reichweiten. Die Hersteller sollen bis 2022 Flugzeuge auf den Markt bringen, die die geplanten Qantas-Ultralangstrecken schaffen.

"Beide Hersteller entwickeln Flugzeuge, die diese Aufgabe beinahe erledigen können - die Boeing 777X und den Airbus A350ULR. Wir glauben, dass Fortschritte in den kommenden Jahren die Lücke schließen können. Und Qantas hat die einzigartige Flugbetriebserfahrung, die dabei helfen kann", so Joyce.

Über den Nordpol nach London

Die Strecke Sydney-London bedient Qantas derzeit mit einem Zwischenstopp in Dubai. Die Flugzeit beträgt rund 20 Stunden. Als Nonstop-Flug könnte QF-1 nach Angaben von Joyce vier Stunden kürzer sein.

Laut Medienberichten könnte die Route über den Nordpol führen, anstatt über Asien und Europa. Diese etwas längere Strecke (insgesamt rund 17.000 Kilometer) hätte den Vorteil eines starken Rückenwinds.

Den bislang längsten Nonstop-Flug hat Qatar Airways im Programm: 14.535 Kilometer von der katarischen Hauptstadt Doha nach Auckland in Neuseeland mit einer Boeing 777-200LR in etwa 16,5 Stunden.
© FLUG REVUE - Ulrike Ebner | Abb.: Qantas | 30.08.2017 08:50

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Beitrag vom 31.08.2017 - 11:18 Uhr
A350-900ULR soll laut Airbus recht "einfach" zu entwickeln sein.
Beitrag vom 31.08.2017 - 09:52 Uhr
Neben den bereits vorgebrachten Bedenken in Punkto Reisekomfort kommt noch ein wesentlicher ökonomischer Punkt hinzu. Die Anzahl der Ultrlangstrecken mit Potential für einen Airliner der Größe 787 oder A350 ist ähnlich begrenzt wie die für Mega Widebodies wie den A380. Airbus sollte aus letzterem Programm eigentlich gelernt haben, dass man damit kein Geld verdient, sondern eher verbrennt. Eine ULR Version einer 787 oder A350 ist denn auch mehr eine Neuentwicklung als ein Derivat. Ich bezweifele stark dass sich für einen kleinen Kundenkreis eine solche Entwicklung rentiert. Bei solchen Strecken macht dann schon eher der Babyboomer Sinn, wenn er denn kommt. Und bis der die Reichweite schafft vergehen nochmal langsam zwei Dekaden.
Beitrag vom 30.08.2017 - 23:51 Uhr
17 Stunden sind "knackig" im Flugzeug. Allerdings dauert der aktuelle Doha-Auckland Flug in einer Richtung praktisch genauso lang und wird auch gut genutzt und gebucht. Daher scheint dies kein Problem zu sein.

Dazu muss man auch sagen das wenn man in diesen 17 Stunden sich einpferchen lässt und sich nicht öfters bewegt ist der Mensch selber Schuld. Leider lässt sich das bei 90% der Leute auf solchen Flügen beobachten. Mit regelmäßigen aufstehen und anderen Tricks sind solche Flüge gut erträglich und bewältigbar. Evtl. sollten die Airlines mehr Gesundheitstipps auslegen wie z.B Muskelanspannen im sitzen etc.

Am Ende entscheidet der Kunde mit seinem Buchungsverhalten über den Erfolg solcher Strecken.


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