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Air-Berlin-Verkauf auf der Zielgeraden

Air Berlin Airbus A330-200
Air Berlin Airbus A330-200, © Andy Mitchell, CCBYSA

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BERLIN - Air Berlin informiert am Montagnachmittag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats über den Zwischenstand im Bieterverfahren. Bei den Verhandlungen über die Aufteilung der insolventen Fluggesellschaft soll dem Vernehmen nach der größte Teil an Lufthansa gehen.

Air Berlin verhandelt außerdem mit dem britischen Billigflieger Easyjet. Daneben könnte auch noch auch die Fluggesellschaft Condor zum Zug kommen. Die Detail-Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern.

Wie die "Rheinische Post" (Samstag) berichtete, müsse unter anderem noch ein Streit zwischen Lufthansa und Easyjet um besonders begehrte Flugrechte in Düsseldorf beigelegt werden.

Auch die Beschäftigten erwarten Antworten auf drängende Fragen: Wollen die Bieter nur die Flugzeuge samt Start- und Landerechten, oder auch die Besatzungen. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen. Laut "Bild" und "B.Z." sind am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf Betriebsversammlungen geplant.

Für den Kauf der Technik-Sparte der Air Berlin rechnet sich das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht gute Chancen aus. Hier gibt es eine längere Bieterfrist.

Die Langstreckenflotte zeigt schon vor Ende der Bieterfrist Auflösungserscheinungen. Air Berlin musste zehn A330-200 an die Leasingfirma AerCap zurückgeben. Dort will man sich auf Anfrage zu dem Vorgang nicht näher äußern. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit ihren mehr als 8.000 Beschäftigten ist seit Mitte August insolvent.

Medienberichten zufolge könnten mit dem Verkauf bis zu 350 Millionen Euro erlöst werden, allein 200 Millionen sollen demnach von der Lufthansa kommen. Die Frankfurter planen laut Insindern außerdem 100 Millionen Euro Betriebsfinanzierung für Air Berlin in der Übergangszeit ein.

Das dürfte den Steuerzahler freuen, denn so scheint die Rückzahlung des staatlichen Überbrückungskredits über 150 Millionen Euro gesichert. Das Geld hatte der Bund vorgestreckt, um Air Berlin während der Verhandlungen in der Luft zu halten.

Allerdings war in den vergangenen Tagen gemutmaßt worden, die Mittel könnten möglicherweise nicht reichen. Air Berlin macht weiter jeden Tag hohe Verluste, und der Abschluss des Verkaufs könnte sich durch die Prüfung der Wettbewerbsbehörden noch wochenlang hinziehen.

Für die Käufer ist Air Berlin nur interessant, solange der Flugbetrieb weitergeht. Sollten die Maschinen am Boden bleiben ("Grounding"), gingen die lukrativen Start- und Landerechte verloren.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Andy Mitchell | 25.09.2017 08:30


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