Ryanair Dublin
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Die Zeichen stehen auf Streik

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ryanair

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DUBLIN - Dubliner Ryanair-Piloten lassen sich von ihrer Arbeitgeberin nicht einschüchtern: sie stimmten laut Insidern für Streik und wissen eine europaweite Kampagne hinter sich, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Ryanair selbst spricht von einer "Marketing-Aktion".

Von der Cockpit-Besatzung, die abgestimmt hat, würden laut Insidern 95 Prozent eher streiken als die Angebote des Managements anzunehmen, welche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bedeuten würden. Die Insider sagten der Agentur "Bloomberg" nicht, wie viele Piloten an der Abstimmung teilgenommen haben.

Die meisten Piloten, die in Dublin stationiert sind, arbeiten für Subunternehmer und haben nicht das vollwertige Stimmrecht wie die direkten Ryanair-Mitarbeiter. Laut Ryanair stimmten weniger als 28 Prozent der 300 Piloten in Dublin für Streik.

"Ryanair hat von ihren Dubliner Piloten keine Mitteilung über irgendeinen Streik bekommen - wir denken also, dass es sich um eine PR-Aktion handelt", teilte das Unternehmen mit. Hinter der Aktion steckt Ryanair zufolge die IALPA, die führende Gewerkschaft in Irland, die bereits die Piloten der IAG-Tochter Air Lingus vertritt.

Ryanair warnte die Dubliner Cockpit-Crews Anfang Dezember, dass sie Beförderungen und Versetzungsgesuche stoppen sowie kürzlich versprochene Bonuszahlungen streichen würde, wenn die Piloten sich zum Streik entscheiden würden. Außerdem würde sie Flugzeuge zu anderen irischen Flughäfen bringen.

Streik als Schreckgespenst für Aktionäre

Die Ryanair-Aktien fielen am 11. Dezember um 3,9 Prozent, nachdem "Bloomberg" vom Ergebnis der Abstimmung berichtet hatte. Das war der größte Kursverlust an einem Tag seit 2016.

Die Unterstützung für die Piloten an Ryanairs zweitgrößter Basis nach Stansted gewinnt derart an Fahrt, dass auch italienische Ryanair-Piloten angekündigt haben, am 15. Dezember für vier Stunden streiken zu wollen.

Mitarbeiter haben auch in Spanien, Schweden, Portugal, Holland und Deutschland Mitarbeitervertretungen gegründet. In Deutschland plant die Pilotenvereinigung Cockpit eine Pressekonferenz zu Gesprächen bei Ryanair.

Der Organisationsgrad der Piloten nimmt in einem Maße zu, in dem sich die Beziehung des Ryanair-Managements zu den Mitarbeitern verschlechtert. Ryanair-Chef Michael O`Leary hat wiederholt gegen Bestrebungen seiner Belegschaft gekämpft, sich gewerkschaftlich zu organisieren, zuletzt 2012.

Peter Bellew, der vor zwei Jahren zu Malaysia Airlines gewechselt war, ist als Betriebsleiter zurück bei Ryanair. Seine Aufgabe: die Beziehung zu den Mitarbeitern zu verbessern. Laut Ryanair haben Piloten an drei irischen Standorten Gehaltserhöhungen in Höhe von zirka 22.000 Euro akzeptiert.
© Bloomberg, aero.de | Abb.: Ryanair | 12.12.2017 10:06


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