Rolls-Royce Trent 1000
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EASA verbietet bestimmte Triebwerks-Kombinationen

All Nippon Airways Boeing 787-8 mit Rolls-Royce Trent 1000
All Nippon Airways Boeing 787-8 mit Rolls-Royce Trent 1000, © Rolls-Royce

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FRANKFURT - Eine Aneinanderreihung von Zwischenfällen mit dem Dreamliner-Triebwerk Rolls-Royce Trent 1000 hat Folgen: die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat Triebwerke mit einem erhöhten Ausfallrisiko identifiziert, von denen nicht mehr zwei an einem Flugzeug eingesetzt werden dürfen.

Air New Zealand erwischte das Triebwerksproblem im Dezember gleich doppelt - zwei 787-9-Linienflüge nach Tokio und Buenos Aires kehrten mit jeweils einem defekten Trent 1000 kurz nach dem Start nach Auckland um.

ANA, British Airways und Virgin Atlantic berichten ebenfalls von Problemen mit dem korrosionsanfälligen Dreamliner-Antrieb.

Laut einer dringlichen Lufttüchtigkeitsanweisung der EASA wiesen Experten an einem betroffenen Triebwerk Schäden durch Hochtemperaturkorrosion im Bereich der Mitteldruckturbine nach.

Die Behörde ordnet für 15 Seriennummern des Trent 1000 ein sogenanntes "De-Pairing" an. Die technische Lebensdauer dieser Triebwerke wird herabgesetzt und sie dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr zusammen an einem Flugzeug installiert werden, "um das Risiko eines doppelten Triebwerksausfalls im Flug" zu minimieren, schreibt die EASA.

Die Probleme des Trent 1000 liegen nach Angaben des Triebwerksherstellers Rolls-Royce im Bereich der Mitteldruckturbine, wo Turbinenschaufeln nicht die erwartete Lebensdauer erreichen. Bis zu 500 Antriebe könnten betroffen sein.

Die verkürzte Lebensdauer der Triebwerke sorgt laut Rolls-Royce für eine angespannte Versorgungslage - Airlines müssen mitunter lange auf Ersatztriebwerke warten und Dreamliner parken. Virgin Atlantic will ab März ersatzweise bis zu vier Airbus A330-200 leasen.
© aero.de | Abb.: Rolls-Royce | 27.12.2017 15:32

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Beitrag vom 25.01.2018 - 12:12 Uhr
Welche "gefährlichen Schwingungen" können nun aber bei Verwendung unterschiedlicher Motoren zusätzlich auftreten (die bei Verwendung gleicher Motoren nicht auftreten)?

Sie wissen aber schon, dass sich gewisse Schwingungsfrequenzen überlagern und somit entweder verstärken oder abschwächen?

Somit kann man das Thema wohl als "Spinnerei" abschließen. Natürlich muss man auch mal herumspinnen, so sind schließlich viele Entwicklungen entstanden.

Irgendwie habe ich das jetzt liegen lassen...

Bei den Schwingungen mit verschiedenen Triebwerken fallen mir insbesondere Schwebungen ein. Aber das sollte eigentlich auch alles bedämpfbar sein.

Hätte ja sein können, dass Sie (menschmeier) da noch mehr gewusst hätten. Aber sich wegen (wie Sie durchaus zutreffend schreiben) "Spinnerei" in die Schwingungsmechanik reinzuknien ist doch etwas viel verlangt.

Und das will ich jetzt noch loswerden:
Danke an alle Diskutanten (speziell auch an menschmeier) für den spannenden, sachlichen und faktenorientieren Austausch (obgleich es um eine unkonventionelle bis leicht absurde Idee ging).
Beitrag vom 05.01.2018 - 16:34 Uhr
Bei der B787 könnte ich mir einen Flug mit RR- und GE-Motoren gut vorstellen.
Aber macht das praktisch Sinn? Siehe oben.
Weshalb sollte Boeing das dann auch testen?

Wenn - wie geschehen mit der in Kanada gestrandeten AF-A380 - ein Ersatztriebwerk nicht verfügbar ist, ist das nicht das Problem von Airbus (in diesem Fall) oder Boeing.

Beitrag vom 05.01.2018 - 14:56 Uhr
Ich habe nochmal mit meinen Ex Kollgen gesprochen. es gibt eine Verfahrensanweisung aber kein ausdrückliches Verbot, allerdings sehen alle Type Certificates jeweils nur den einen oder anderen Triebwerkstyp vor.

Bsp, das TC der B787
 https://www.easa.europa.eu/system/files/dfu/TCDS%20EASA%20IM%20A%20115%20B787%20Iss%2019%20-%2016%20Nov%202017.pdf

dort steht unter dem Punkt III. 3 Engines.
Two (2) Rolls-Royce plc Turbofan Engines: (EASA Engine Type Certificate No. E.036)
Models:
Trent
1000 ....

Two (2) General Electric Engines: (EASA Engine Type Certificate No. E.102)
Models:
GEnx-1B64 ....

das bedeudet vereinfacht, die B787 ist nur zugelassen mit entweder zwei RR Trent 1000 oder zwei GEnx- 1B64 (in den aufgeführten Variationen)

Bei einem Mixen der beiden Hersteller oder von Varianten erlischt umgehend das TC.

Ein TC zu erlangen mit mixed configuration wird von den Herstellern grundsätzlich nicht angestrebt, da sie die Performance Vorgaben der CS25 nicht einhalten könnten, der Grund dafür liegt, wie schon geschrieben in den physikalischen Besonderheiten der jeweiligen Motoren. Auch wenn am dem Anschlusspunkt am Pylon (bei B787) alles identisch ist und somit ein schneller Wechsel vom Hersteller zum anderen möglich ist, so reagieren die Triebwerke doch unterschiedlich, die Leistungsabgabe je nach Drehzahl ist ebenso anders, als das reaktive Verhalten bezüglich Änderungen in der Schubleistung.
Durch die unterschiedlichen Drehzahlen im Zusammenhang mit den unterschiedlichen rotierenden Massen, kann es zudem zu gefährlichen Schwingungen kommen.

Die Softwareanpassungen wären immens und da diese Steuerungsoftware vom Motorenhersteller kommt, werden diese auch kein Bestreben haben, ihren Motor an den jeweils anderen Hersteller anzupassen.

Vielleicht wäre es rein theoretisch möglich, wenn man einigen Milliarden Entwicklungsarbeit in die Software steckt (Diese Steuerungselektronik beim Entwickeln eines neuen Triebwerkes umfasst ca. 30 Prozent der Entwcklungskosten), so wird es doch niemand machen, der Nuzen ist nicht da, die Nachteile überwiegen und die Airlines entscheiden sich ja meist ganz bewusst für den Triebwerkstyp.



Ich glaube jetzt nicht das der Unterschied der rotierenden Massen soo groß ist da die Masse welche wirklich rotiert ja nur einen Bruchteil des Gesamtgewichts das Triebwerks ausmachen dürfe.
Insbesondere da ja das Teil mit dem am Abstand größten Radius, welches also das größte Trägheitsmoment erzeugen sollte (Fan) ja meistens eh aus besonders leichtem Faserverbundmaterial gefertigt ist dürfte der Unterschied in der Trägheit nicht so groß sein.

Ich vermute deswegen mal das die Schwingungsunterschiede zumindest was die Amplitude anbelangt, und auf die kommt es ja an, auch nicht so groß sind - angenommen das die Triebwerke ähnlich schnell drehen.

Wie die jetzt Interferieren kann ich auch nicht einschätzen aber allzu dolle wird es schon nicht sein.


Dieser Beitrag wurde am 05.01.2018 15:18 Uhr bearbeitet.


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